57) M. Licinius Crassus Agelastus. M. (Licinius) Crassus hatte nach Cic. de or. I 166 als Praetor mit Hinzuziehung des P. Scaevola zu seinem Consilium einen Vormundschafteprozeß zu entscheiden, bei dem Hypsaeus die Sache des geschädigten Mündels und Cn. Octavius homo consularis die des angeklagten Vormunds vertrat,; beide mit auffallender Unkenntnis des geltenden Rechts. Octavius war Consul 626 = 128, und Hypsaeus ist ohne Zweifel der Consul M.Plautius Hypsaeus von 629 = 125; da nur jener als Con-sular bezeichnet wird, fällt der Prozeß und die Praetur des Crassus offenbar vor das letztere Jahr, also 627 = 127 oder 628 = 126 (Groebe bei und gegen Drumann G. R.² IV 602; die von ihm zitierte Argumentation Dittenber-g e r s Eph. epigr. I 106f., 1 ist jedoch hinfällig, denn bei Cic. a. O. beruft sich nicht der Hauptsprecher L. Crassus auf seinen Schwiegervater, den Augur . Scaevola, sondern in einer Zwischenbemerkung dieser Scaevola selbst auf seinen Verwandten Publius als den Teilnehmer und Ohrenzeugen der Szene). Mit dem Praetor identisch ist der M. Crassus (Ule vêtus Cic. Tusc. III 31; das Pränomen noch fin. V 92), über den der zeitgenössische Satiriker Lucilius (1299. 1300 Marx mit Kommentar) den besonders durch Cicero (a. O.; als Vermittler angeführt Macrob. Sat. II 1, 6. Ammian. XXVI 9, 11; offenbar die Quelle auch Ps.-Ascon, Verr. 128 Or. = 207 St. Fronto ad Antonin. 151 Nab. Hieron. ep. 7, 5 [I 20 Vail.]. 130, 13 (I 989]; adv. Rufin. I 30 [ II 486]. Apoll. Sidon. carm. 34, 12f.) verbreiteten Witz machte, er habe nur einmal im Leben gelacht und deshalb den Spottnamen ἀγέλαστοι (s. o. S. 215) erhalten; Plin. n. h, VII 79 (daraus Solin. 1, 72), aus einer andern Mittelquelle schöpfend, wendet dies ernsthaft so, Crassus solle niemals gelacht haben, und fügt die wertvolle Notiz hinzu, er sei der Großvater des Triumvirs Nr. 68 gewesen, wodurch seine Einfügung in den Stammbaum als Sohn eines P. und als Vater des P. Nr. 61 ermöglichkwird (Groebe 603. 612f.). Wahrscheinlich ist die Verschiedenheit des überlieferten Pränomens daran schuld, daß man mit
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Licinius (Crassus) 270 dem Luciliuszitat noch nicht in Verbindung gebracht hat Tertull. de anima 52: Nam etsi prae gaudio quis spiritum exhalet, ui Chilon Sparta-nus ..., etsi prae gloria ui Clidemus Äthemensis ...., etsi per somnium, ut Plato, etsi per risum, ut P. Crassus, multo violentior mors cet. Die Beziehung auf Nr. 61 bei Groebe 82f., 12 ist durch nichts gerechtfertigt; wenn aber der Vorname als irrig betrachtet werden darf, so erhält 0 der Witz des Lucilius durch die Verbindung mit dieser Nachricht erst recht seine Spitze: Crassus enthielt sich sein Leben lang des Lachens, und als er einmal tüchtig lachen mußte, hatte er davon den Tod. Das erinnert an bekannte Märchenmotive und paßt auch deshalb für die Dichtgattung der Satire. Wenn der Triumvir äußerte, μηδένα Κράσσον ἐν Ῥώμη βεβιωκέναι μακρότερον ἐξηκονταετίας (Plut. Oie. 25, 3), so spricht das dafür, daß sein Großvater nicht sehr alt geworden Ï0 ist, denn er hat doch zunächst an die direkten Vorfahren gedacht und vielleicht erklären wollen, warum sie es nicht immer zu den höchsten Ehren gebracht hätten.