RE:Lucretius

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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römischer patrizischer Gentilname
Band XIII,2 (1927) S. 1656
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Lucretius, römischer Gentilname, berühmt geworden durch eine Frau (Nr. 38) und einen Dichter (Nr. 17). Das Geschlecht war ein patrizisches, hat aber als solches die Zeit der gallischen Katastrophe nicht viel überdauert. Jene Frau ist in die Geschichte der Begründung des Freistaats verflochten; die in den Consularfasten verzeichneten Männer, bei denen der altertümliche Vorname Hostus begegnet (Nr. 27 und Vatername von Nr. 29), tragen das Kognomen Tricipitinus, das den Geschlechtskult einer dreiköpfigen Gottheit vermuten läßt (vgl. Usener Rh. Mus. LVIII 176). Seit dem Zeitalter der Punischen Kriege ist der Name bei Leuten plebeischen Standes weit verbreitet; eine Familie führte den Beinamen Trio (Nr. 32f.) ohne jedoch irgendwie an die alten patrizischen Tricipitini anzuknüpfen. Auf Inschriften republikanischer Zeit sind Lucretier mit dem Vornamen Lucius verhältnismäßig häufig (in Rom fünf Freigelassene eines L. mit demselben Pränomen CIL I² 1330 = VI 21644 [jünger?], in Nemi L. Lucretius L. f. Sedulus I² 1436, in Amiternum I² 1851 und der Patron von 1872 = IX 4381, in Delos der Vater eines Cn. Bull. hell. I 87f., vgl. XXXVI 47f.; sonst noch in Rom ein M. CIL I² 1028 = VI 8224).