Lugidunum, bei Ptolem. II 11, 13 die 22. Stadt unter 29 des zweiten Klimas von Germania magna, also mehr im heutigen östlichen Böhmen als in Schlesien zu suchen, wo es K. Müller in seiner Ausg. des Ptolemaios mit Liegnitz zusammenbringt. Der Name ist sicher keltisch, wie schon das Appellativum -dunum anzeigt, kehrt er doch auch in Gallien sehr häufig wieder; vgl. Much Hoops Reallex. III 167; Ztschr. f. dtsch. Altert. XLI 125 und Holder Altcelt. Sprachsch. II 306. Ihn daher mit den Völkern der Lugii und Duni in Schlesien in Verbindung zu bringen, woran schon Zeuss Die Deutschen u. ihre Nachbarst. 125 dachte, weist Much a. a. O. mit Recht zurück. Da für diese Gegenden wohl kaum an keltische Besiedlung zu denken ist, vgl. Ludw. Schmidt Allg. Gesch. d. germ. Völker 21, da ferner dieser Ort von Ptolemaios zwischen Elbe und Oder angesetzt wird, in einer Gegend, von der Ptolemaios am wenigsten sichere Kenntnis hat, so wird dieser Name wohl nur fälschlicherweise hierher aus einer anderen Gegend gesetzt worden sein, wie auch z. B. Laciburgium, Leuphana (s. d.), Mediolanium, Novaesium u. a. Er ist also bei Ptolemaios als Mißverständnis an dieser Stelle zu streichen, zumal da auch in der Angabe der Längengrade ein Irrtum vorzuliegen scheint.