RE:Lukillos
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Von Tarrha in Kreta, gr. Grammatiker | |||
| Band XIII,2 (1927) S. 1785 (EL)–1791 | |||
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Lukillos (/lodbç) von Tarrha in Kreta, griechischer Grammatiker. Bis auf v. Wilamo-witz Eur. Herakl. I 186, 129 hielt man ihn für einen älteren Zeitgenossen des Didymos, vermutlich weil er in der Überschrift der Sprichwörter-sammlung des Zenobios vor jenem genannt wird, dabei aber übersah man, daß bei Suidas s. Ζηνόβιος sich die umgekehrte Reihenfolge findet. Alle derartigen chronologischen Schlüsse, zumal wenn die Zeit des einen Autors unbestimmbar ist oder erst festgestellt werden soll, sind eine irreführende Petitio principii. v. Wilamowitz setzt nun den L. ,nach dem Kyrenaeer Nikanor (Steph. Byz. s. Μίεζα) und Apollonides von Nikaia (Pri-scian de fig. num. p. 406 H.), also frühestens um die Mitte des 1. Jhdts. n. Chr/, und zwar wohl deshalb, weil L. beide zitiert habe und Apollonides jedenfalls unter Tiberius lebte, dem er eine Schrift widmete (Diog. Laert. IX 109). Die Schlußfolgerung trifft, wie wir sehen werden, so ziemlich das Richtige beruht aber auf falschen Prämissen. Was zunächst die Priscianstelle betrifft, so können die Worte teste Apollonide et [1786] Lukillos 1786
Lucio (1 i. Lucilio) Tarrhaeo aus dem oben abgegebenen Grunde ebensogut Apollonide apud Lucillum, wie Lucilio apud ApoUwMem bedeuten, da die Zeit des L. ja in Frage steht (s. auch u.). Nikanor muß vollends aus obiger Kombination ausscheiden, selbst wenn wir den Verfasser äer Μετονομαοίαι mit v. Wilamowitz nicht mit seinem unter Hadrian lebenden, berühmtere Namensvetter ὁ ὀτιγματίας identifizieren, 10 wie dies Meineke u. a. getan haben. Über die Lebenszeit jenes Nikanor tappen wir nämlich völlig im Dunklen, was aber noch wichtiger ist, bei Stephanos a. O. ist gar nicht οὐτως γὰρ χρηματίζει Νικάνωρ καθὰ Λούκιλλος überliefert, sondern καθαλούμιος oder καθαλούοιος, eine allerdings sinnlose Lesart, die Xylan der hier inkonsequenterweise in καθὰ Λούκιος*) änderte, wohl weil Λούκιλλος sich paläographisch nicht rechtfertigen ließ, denn s. Κάλαρνα und Θεσ 2ῦοαλονίκη korrigierte er unbedenklich und mit Recht Λούκιος in Λούκιλλος. Gegen die Richtigkeit jener Konjektur spricht ferner, daß L. bei Stephanos entweder nur als d Ταρραιος oder mit Hinzufügung des Ethnikons erwähnt wird. Endlich – und dies dürfte ausschlaggebend sein – unterliegt jene Änderung auch stilistischen Bedenken**) und widerspricht der sonst konsequenten Zitierweise des Stephanos***).
Dagegen besitzen wir eine Anzahl unanfecht-30 barer Zeugnisse für einen Terminus ante quem. [1787] 1787
Lukillos
Um zunächst von dem spätesten auszugehen, so muß L. vor Hadrian gelebt haben, da die Sprichwörtersammlung des Zenobios sich als eine ἐπίτομη τῶν παροιμιῶν Ταρραίου καὶ Διδύμου darstellt. Ebenfalls auf vorhadrianische Zeit führt Eustath. Il. XI 430 ὡς φησὶ Λούκιλλος δ Ταρραῖος ἐν πρώτῳ περὶ παροιμιῶν... καὶ ἐστιν ὁ αἰνος ἐξηπλωμένη παροιμία... οὐτω βητώς ἐν τοῖς Ἐρεννίου Φίλωνος (sc. βιβλίοις περὶ διαφόρων σημαινομένων). Wie für alle Späteren, Ammonios, Ps. Diogenian. Apostolios (vgl. Tschajkano-vitsch Quaest. paroemiogr., Tübingen 1908, 20ff.), war die ausführliche Erörterung des L. über αἰνος und παροιμία auch die Primärquelle des Philon. Da nun dieser unter Claudius (41–54) geboren war (vgl. Gudern an o. Bd. VIII S. 650f.) und in seinem berühmtesten und umfangreichsten Werke auch über die Leistungen seines Vorgängers ein sehr günstiges Urteil gefällt hat (s. u.), so muß L. älter gewesen sein. Zu demselben Ergebnis führt m. E. Quint. inst. V 11, 21 confine est παροιμίας genus illud quod velut fabella brevior et per allegoriam accipitur, eine Stelle die zum Teil im Wortlaut mit der lukillischen Erklärung übereinstimmt (vgl. Ammon. de diff. p. 6 und Ps. Diogenian praef. p. 178). Das Paroemienbuch des L. muß demnach vor dem 5. Buch der Institutio oratoria, d. h. vor 91, erschienen sein. Wir werden daher seine ἀκμή etwa um die Mitte des 1. Jhdts. setzen dürfen, eine Datierung, die mit dem über Rem-mius Palaemon und Apollonides Gesagten (s. u.) im Einklang stehen würde. Viel weiter zurückzugehen verbietet das Quellenverhältnis des L. zu Theon und Didymos (s. u.).
L. ist m. W. der einzige antike Gelehrte von Ruf. den Kreta hervorgebracht hat, was sich vielleicht auch darin ausprägt, daß er so häufig schlechthin ὁ Ταρραῖος genannt wird. Steph. Byz. s. Τόρρα erteilt ihm in einer auf Heren· nios Philon περὶ πόλεων καὶ οὐς ἔκαστη αὐτῶν ἐνδόξους ἤνεγκε zurückgehenden Stelle (s. G u d e-man 654ff.) ein hohes Lob: Λούκιλλος δ' ἤν ἀπὸ Τάρρας τῆς Κρητικῆς πόλεως · φέρεται δὲ τούτου τὰ περὶ παροιμιώνχρίαῳ) βιβλία ἄριστα καὶ περὶ γραμμάτων καὶ τεχνικὰ γλαφυρώτατα. Zu diesen fügt Stephanos selbst (S. 311) noch eine weitere Schrift περὶ Θεσσαλονίκης hinzu. Außerdem kennen wir L. auch als Erklärer des Apollonios Rhodios aus der Subscriptio der Scholien zum 4. Buch der Argonautica: παρά· κειταὶ τὰ σχόλια ἐκ τῶν Λουκίλλου Ταρραίου καὶ Σοφοκλέους καὶ Θέωνος. Τάρρα πόλις Κρήτης, ὡς φησὶ Λογγῖνος ἐν τοῖς Φιλολόγοις. Dieser Zusatz, um dies beiläufig zu bemerken, gehörte wohl kaum der ursprünglichen Subscriptio an. Dazu kommen einige Zitate in den Scholien selbst, seltsamerweise nur zum 1. Buch und stets unter dem Ethnikon ὁ Ταρραῖος'. I 187. 1040 πέπλακε τὰ ὀνόματα ταῖτα 'Ἀπολλώνιος, οὐκ ἀπὸ ἰστορίας ἔλαβεν, οὐτω Ταρραῖος. Dies bestritt Sophokles mit Berufung auf den auch sonst oft erwähnten Deïlochos, dem Apollonios gefolgt sei (1 1037. 1039). 1083. 1165. Etym. M. s. Ἀρείων p. 139 ὄντως Ταρραῖος ἐν τοῖς Ἀργοναυτικοῖς. Uber jene Subscriptio und das Quellenverhältnis der darin genannten Erklärer s. Art. Sophokles und Suppl.-Bd. zu II A Art. Scholien (Apollonios). Hier sei [1788] Lukillos 1788
daher nur soviel bemerkt, daß zweifellos sowohl in den Apolloniosscholien, wie auch in den Ety-mologica und bei Steph. Byz., zahlreiche dem L. entlehnte Bemerkungen stecken, doch weisen die unter seinem Namen überlieferten keine Merkmale besonderer Art auf, an denen sein Eigentum sicher zu erkennen wäre. Am ehesten könnte man auf Grund der oben ausgeschriebenen Stelle, sowie aus II 159 ου ποιητικώς δὲ ἀνέπλασε τὴν 1Q δάφνην δ Ἀπολλώνιος usw. und III 233 πέπλαοται δ μῦθος διὰ τὴν τὸν Θεου τῶν ποδῶν χωλότητα. ὅν μέντοι πιθανώς vermuten, daß L. ein besonderes Augenmerk auf die Primärquellen und die Neuerungen bezw. Abweichungen des Dichters von der mythologischen Vulgata richtete, und zwar wird er diese Beobachtungen kaum selbst gemacht, sondern sie Vorgängern wie Theon entnommen haben, der seinerseits seine Kenntnis dem Lysimachos verdankte. Dahin würden No-20tizen wie die folgenden gehören: I 57 d δὲ Ἀπολλώνιος παρὰ Πινδάρου εἰληφέ, (I 1086) I 558 ἠκολούθηαεν Α. τοῖς μεθ Ὄμηρον ποιηταῖς usw., eine gelehrte Anmerkung, die zweifellos auf Lysimachos (s. den Art.), der daselbst im Wortlaut zitiert wird, zurückgeht (I 859. III 202. IV 284). I 623 παρὰ Κλέωνος τὰ πάντα μετήνεγκεν A. II 729 παρ' ου (sc. Νύμφιδος) Α. ἔοικε ταντὰ μεταφέρειν. II 729. II 990 ω (sc. Φερεκύδη) ἔπεται A. (III 311. IV 892). III 30 158 οἰὰ τούτων τῶν στίχων παραγράφει τὰ εἰρημένα ὑπὸ ⁹Ιβύκου. I 1063 ὁ μὲν Α. νεόγαμον τὸν Κύζικον καὶ ἀπάιδα ἰστορεί. I 1309 Καλλίμαχου δ στίχος·sub)λsub andere Sagenvarianten ζ. B. I 1207. 1236. 1289. 1304. II 8. 456. 972. 1210. 1231. II 98. 162. 178. 286. III 521. IV 228. 262. Sein Kommentar war demnach wohl weniger eine Ergänzung des theonischen als eine, wie die Polemik des Sophokles zeigt, von Flüchtigkeiten nicht ganz freie Epitome, was zum Teil wenig-40 stens erklären würde, daß er diesen vollständig verdrängen konnte, denn der Name des ,Didymos der alexandrinischen Dichter* kommt in den Apolloniosscholien selbst überhaupt nicht vor. und nur zwei Stellen (Steph. Byz. s.zoç: Θέων δὲ φησιν oc II 513, und Ὑπερησία... κακώς δὲ Θέων τ*ό I 176) lassen sich, so viel ich sehe, mit dessen ὑπομνήματα zu den Argonautica allenfalls direkt in Verbindung bringen. Dasselbe Schicksal scheint aber sodann dem L. durch Sophokles widerfahren 50 zu sein. Weiteres a. a. O.
Ein selbständigeres Werk als der Kommentar zu den Argonautica scheint seine Sprichwörtersammlung gewesen zu sein, was daraus hervorgeht, daß er, ganz wie ein moderner Folklorist, auf Reisen ging und aus dem Munde des Volkes selbst den gewaltigen von Didymos aufgespeicherten, aber nur literarischen Quellen entnommenen Stoff zu bereichern suchte. Vgl. Schol. Plat. rep. I 337 A ἤκουσα, ὡς φησὶ δ Ταρθθ ραῖος, ἐγχωρίων λεγόντων δτί, Steph. Byz. s. Δωδώνη in seinem bei weitem längsten Artikel: φησιν δ Ταρραίος... παρὰ μεντοὶ τῶν ἐπιχωρίων τίνος ἠκούσαμεν ὡς... εἰκότως εἰς παροιμίαν περιεγένετο. Über die 13 Bücher umfassenden παροιμία des Didymos sind wir leider sehr ungenügend unterrichtet (s. C o h n o. Bd. V S. 467f.), denn unter seinem Namen sind nur ein halbes Dutzend Zitate überliefert, und so läßt sich über [1789] 1789
Lukillos
die Art und den Umfang der Benutzung von Seiten des L. nichts Sicheres ermitteln. Eine Schwierigkeit, die uns hier entgegen tritt, gestattet uns aber doch wohl etwas weiter zu kommen. Die Sammlung des L. bestand angeblich aus 3 Büchern (s. o.), und ebensoviele Bücher umfaßt die erhaltene des Zenobios, die, wie wir sahen, als ein Auszug aus Didymos und L. bezeichnet wird. Da nun diese Epitome unmöglich den gleichen Umfang haben konnte wie die eine der exzerpierten Vorlagen, so ergibt sich folgende Alternative. Entweder war das Werk des L. nur eine Ergänzung des didymeischen, in welchem Falle Zenobios dieses als seine Hauptquelle benutzt, jenem aber vermutlich nur die παροιμίαι δημώδεις entnommen hätte, oder aber L. hatte selbst den Didymos exzerpiert und durch eigene Zusätze vermehrt. Das didymeische Gut wäre dann dem Zenobios durch die Vermittlung des L. zugegangen. Die erstere Annahme entbehrt jeder inneren Wahrscheinlichkeit, denn es ist nicht glaublich, daß jemand, der das so unendlich reichhaltige Material des Didymos so schauderhaft verkürzte, wie dies Zenobios getan haben müßte, sich bemüßigt gefühlt haben sollte, noch eine andere, von jenem unabhängige Quelle, heranzuziehen. Dagegen ist das Quellenverhältnis: Didymos > LukiUos > Zenobios vollkommen einwandfrei, nur muß dann die von Stephanos angegebene Buchzahl auf einem Versehen beruhen. Sie ist m. E. ebenso zu niedrig gegriffen, wie etwa das Zitat aus dem 40. Buch der παροιαίαι des Demon bei Harpokration s. Μυσῶν λείαν zweifellos eine zu hohe Ziffer angibt. Daß ἐπίτομη τῶν Ταρραίου καὶ Διδύμου sehr wohl den Sinn haben kann, daß Z nobios den Didymos nur aus den Zitaten des L. kannte, hätte nicht bezweifelt werden sollen*), und Naber Photios Lexikon S. 42 geht nur insofern in die Irre, daß er L. als Quelle des Didymos ansieht. Ein ganz ähnliches Verhältnis scheint bei dem Bedaktor der Scholien zu Euripides und Apollonios vorzuliegen. Vgl. Gudeman a. O. und u. Bd. II A 8. 671f. Ferner weisen auf L. als alleinige Quelle des Zenobios auch die Sprichwörter in den Platon-scholien (vgl. Warnkross De paroemiographis, Greifswald 1881, 40–62. Gudeman u. Bd. II A S. 690, auch hier hat Jungblut 236ff. Warn· kross nicht widerlegt). Endlich spricht für obige Auffassung der Anon. zu Arist. Rhet. II 21 S. 128 Rb. ὡς ὁ Κράτερὸς γῆ οἱ ἡ καὶ δ Δούρις ἐν τῶ βιβλίω τῶν παροιμιῶν Ζηνόβιόν (II 28) ἀπὸ τῶν τοῦ Ταρραίου, wo Jungblut 224 nur seiner Theorie zuliebe willkürlich καὶ Διδύμου ergänzt. Wie die Erwähnung des Duris und Krateros zeigt, geht dieses Zitat auf eine ältere Redaktion des echten Zenobios als die von E. Miller Mélanges de littérature Grecque, Paris 1868, 349 – 384 entdeckte zurück und mag sehr wohl den ursprünglichen Titel bewahrt haben. Andere mit der .lapotat-Überlieferung zusammenhängende Fragen müssen den Artikeln über die Paroemiographen und Zenobios vorbehalten werden. Über Ps. Diogenian und den anonymen Traktat παροιμίαι δημώδεις, der nach Cohn dem [1790] Lukillos
1790
L, entlehnt sei, s. o. Bd. V S. 782f. und Brachmann N. Jahrh. f. Altertumsk. Supplbd. XIV (1885) 339–396.
Die Schrift des L. περὶ Θεσσαλονίκης wird nur von Steph. Byz. einmal erwähnt (s. o. Saloniki). Es ist aber durchaus wahrscheinlich, daß für viele der 87 Ortschaften Makedoniens, die er anführt, L. seine Quelle war; sicher ist dies z. B. bei Κάλαρνα] πόλις Μακεδονίας ὡς 10 Λονκιλλος ὁ Ταρραίος der Fall. Wir hätten cs hier demnach nur mit einem Teiltitel eines umfangreicheren Werkes zu tun.
Über die τεχνικὰ γλαφνρώτατα können wir nur sagen, daß es eine fließend geschriebene Τέχνη war, in der auch prinzipielle Fragen erörtert wurden, vielleicht in der Weise des Quin-tilian, der auch sein Werk περὶ παροιμιῶν gekannt zu haben scheint (s. o.). Das einzige uns erhaltene Fragment ist wohl der Einleitung 20 entnommen. Vgl. Schol. Dionys. Thrax S. HOf. Hilg. Λονκιλλος (überliefert ist Λούκιος) 6 Ταρραίος λέγει, ὅτι τῆς τέχνης εἰδὴ ζεισί) τέσσαρα: ἀποτελεσματικόν, πρακτικόν, ὀργανικόν, θεωρητικόν, mit ausführlicher Erklärung dieser Termini. Diese Vierteilung der τέχνη findet sich sonst nirgends, was nicht eben zugunsten der Hypothese von Usenet Kl. Schr. II 311–314 spricht, daß L. in den Bahnen des Tyrannion wandelte und dessen Lehre dem Remmius Palaemon ver-30 mittelte. Sollte dieser aber dennoch irgendwie von L. beeinflußt worden sein, was sich weder beweisen noch widerlegen läßt, so wäre L. ein etwas älterer Zeitgenosse des Lehrers des Quin-tilian und Persius gewesen, was mit der Benutzung seiner Schriften περὶ γραμμάτων von Seiten des Apollonides im Einklang stehen würde.
Diese Abhandlung war gewiß, wie die Titel de litteris bei den lateinischen Artigraphen, nur ein Teil seiner τέχνη. Auf sie beziehen sich zwei 40 Zitate: (1) Schol. Dionys. Thrax p. 484, 12ff. ἐπειδὴ δὲ διάφοροι παρὰ τοῖς ἀρχαίοις χαρακτήρες τῶν στοιχείων ἤσαν ἀναγκαίου ἐκθέσθαι ἀντοῦς πρὸς σαφήνειαν, τούτων γὰρ ἐκτιθεμένων ὅν ταράξει ἠμάς ὁ ἀσυνήθεις ἤμιν χαρακτήρας δεικνύς. Ταύτα Λονκιλλος (codd. auch hier wieder Λούκιος) ὁ Ταρραίος παρατίθεται, worauf aber nur im cod. Matritensis, das Alphabet in verschiedener Zusammenstellung (βουστροφηδόν, κιονηδόν, πλινθηδόν, σπειρηδόν), folgt ,ein ganz läppischer Zusatz, den 50 wir L. nicht wohl zuschreiben dürfen¹. (2) Priscian a. a. O. quinquayinta per L quae apud antiques Graecos L pro N quae nota est quinquaginta ponebatur teste Apollonide et Lucilio Tarrhaeo. Sollte es sich hier nicht etwa um ein eigenes σύγγραμμα περὶ γραμμάτων handeln, das allerdings aus dem Rahmen seiner uns sonst bekannten Schriften herausfallen würde, sondern nur um eine gelegentlich angebrachte Bemerkung des Apollonides, so kann nur L. seine Quelle ge-60 wesen sein, nicht umgekehrt Kaum zweifelhaft dürfte cs aber sein, daß die zahlreichen Mitteilungen über die Geschichte des griechischen Alphabets und ähnliche Notizen in jenen Scholien, z. B. S. 182–186. 190–192. 318ff., letztlich ebenfalls auf L. zurückgehen. Vgl. Hoerschel-mann Acta Soc. philos. Lips. IV 338–348. Usenet a. a. O. 313. Dagegen scheint mir Useners - auf den ersten Blick bestechende [1791] 1791
Lukios
Identifizierung des Grammatikers mit dem uns aus der griechischen Anthologie bekannten Dichter Lukillios nur eine geistreiche, aber nicht hinreichend begründete Vermutung zu sein.