RE:Lupercus 5
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Luperkos, Gr. Grammatiker aus Berytos | |||
| Band XIII,2 (1927) S. 1839–1841 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XIII,2 | Register lf | ||
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5) dovwfßxoff, nach Suid. s. n. ein aus Bery-tos stammender griechischer Grammatiker, γεγονώς μικρφ πρὸ τῶν Κλαυδίου τοῦ δευτέρου Καίσαρος χρόνων (268–270). Diese zeitliche Formulierung bei einem nur zwei Jahre regierenden Kaiser hat etwas sehr Auffälliges. Suidas wendet sie überhaupt sehr selten an (5 mal), und zwar nur bei Traianus, Iulianus. Iustinianus, Theodosios und Anastasios, auch Καίοαρος statt ßaaiλέως gebraucht er nur 6mal. Man erwartet ἐπὶ Γαλιηνου, wie s. Μινουκιανός'. σοφιοτηζ γεγονώς ἐπὶ Γαλιηνου (260 bezw. 253–268). Falls γεγονώς hier, wie so oft bei Suidas, wenn auch nicht durchgängig, = floruit ist, so ließ sich [1840] Lupercus 1840
jene Zeitbestimmung vielleicht durch die Voraussetzung erklären, daß L. in irgend welchen engeren Beziehungen zu dem genannten Kaiser gestanden hat.
Suidas nennt nicht weniger als acht Schriften, von denen uns aber keine Bruchstücke erhalten sind: (1) Über die Partikel θv in 3 Büchern. Wenn Bernhardy a. a. O. es für schlechthin sicher hält, daß die Bücherzahl zu 10hoch gegriffen sei, so vergaß er, daß ein G. Hermann eine doch wohl noch umfangreichere Abhandlung in 4 Büchern mit fast 200 Druckseiten über dieselbe Partikel verfaßt hat (Opusc. IV 1–197). (2) Περὶ τὸν ταώς'. es handelte sich offenbar um die viel umstrittene Frage des Akzents, ob nämlich ταώς oder ταώς, was die Attiker gegen alle Regeln vorzogen, zu schreiben sei; vgl. dazu Athen. IX 57 p. 397. (3) Περὶ τῆς καρίδος: hier war die Quantität des ,i* 20 strittig, die Attiker nahmen die Kürze an und schrieben daher καρῖδος, καριδες, vgl. Athen. III 67 p. 106b. c. Wir wissen nicht, wie sich L« in den beiden Fällen entschieden hat; kaum zweifelhaft dürfte es aber sein, daß wir es nicht mit zwei οὐγγράμματα zu tun haben, sondern daß die betreffenden Erörterungen in den λέξεις Ἀττικοί (4) untergebracht waren. Gegen eine etwaige stillschweigende Benutzung des L. von Seiten des Athenaios sprechen vor allem chrono-30 logische Bedenken. (5) Περὶ τὸν παρὰ Πλάτωνι (Phaidon ad fin.) ἀλεκτρυόνος : die letzten Worte des Sokrates: τῶ Ἀσκληπίῳ ὀφείλομεν ἀλεκτρνόνα scheinen demnach bereits im Altertum ein πολνθρύλητον ζήτημα gewesen zu sein. Zu ihrer Bedeutung s. Orth o. Bd. VIII 8. 2533 und v. Wilamowitz Platon I 176, 1. (6) Κτίοις τὸν ἐν ἌΙγυπτω Ἀροινοήτου (lies Ἄρσινοιτου, durch Itazismus verderbt, sc. νομου): gemeint ist der Gau Fayum, berühmt durch sein 40 Labyrinth und seine Pyramiden, wie in unseren Tagen durch Papyrusfunde. Was den Syrer auf ein solches Thema geführt haben mag, entzieht sich natürlich unserer Kenntnis, doch mag er bei den unter Kaiser Claudius stattfindenden ägyptischen Kämpfen im römischen Heere gewesen sein und so Gelegenheit gehabt haben, die Gegend kennen zu lernen. (7) Τέχνη γραμματική. (8) Περὶ γενῶν ἀρρενικῶν καὶ θηλυκῶν καὶ οὐδετέρων, 13 Bücher, ἐν οἷς 50 πολλὰ κατενδοκιμεί (d. h. übertrifft) Ἤρωδιανον. Hier ist die hohe Bücherzahl in der Tat bedenklich. Sie gehört zweifellos zur τέχνη, eine Verschiebung, die ἐν οἷς nach sich zog. Diese Vermutung wird bestätigt durch Choiroboskos ad Theod. p. 315, 31 ἐννάν] διαμλάμβει ὁ τεχνικός (d. i. Herodian) περὶ τῶν εἰς v ληγόντων... εἰς ἄν θηλυκὸν οὐκ ἔχομεν... δεεκνύει Λουπερκος ἐν τῷ περὶ γένων, δτὶ ἀρσενικὸν γένους ἐστιν, p. 325, 2 ἀναδενδράς] δ μὲν Ἠρωδιανός ... ὁ δὲ Ἄουπερ6θ κος ἐν τῆ (τῷ ?) περὶ γένων πολλοῖς ἀποδείκννοιν. der, wie man sieht, nur ein Buch kennt, und zwar hindert uns nichts, auch hier nur einen Teiltitel des großen Gesamtwerks anzunehmen, auf das sich dann das dem L. gespendete Lob beziehen würde. Dies ist um so wahrscheinlicher, weil Herodian unseres Wissens kein selbständiges Werk über diesen Gegenstand verfaßt hat, sondern nur eine Spezialschrift seines Vaters über [1841] 1841 Λούτιφονθδον
die Genera kommentiert hat (vgl. Steph. Byz. s. Καρία] ὑπομνημάτιζαν τδ περὶ γενῶν Ἀπολλώνιου), wie denn gleich die erste Stelle sich gegen eine andere Abhandlung richtet. Derselben Unterabteilung der τέχνη weise ich daher auch das Zitat aus dem 6. Buch zu (ἐκ τοῦ ζ τῶν Λονπέρκου), das sich in einem Scholion zu Plut. de inim. util. 10 findet und Belege zu dem Genus von κορυδὸς (κορυδαλλὸς ζ') aus PI. Simonides, Hekataios, Aristophane«, Platon und Aristoteles beibringt. W. R. Paton Class. Rev. XXVI (1912) p. 9, der diese Notiz in einer planudeischen Plu-tarch-Hs. entdeckte, schreibt sie dem Planudes selbst zu und glaubt, das Originalwerk habe ihm noch vorgelegen. Dagegen spricht meines Erachtens die Unkenntnis des Eustathios (s. u.) und anderer Byzantiner, wie Moschopulos.
Das auf Kosten eines berühmten Fachgenossen gefällte günstige Urteil ist bei Hesychios -Suidas beispiellos und geht wohl hier auf einen Gegner des Herodian zurück, denn während Suidas die Werke des L., wie die des Apollonios Dyskolos vollständig aufzählt, begnügt er sich bei Herodian mit einer genauen Zeitbestimmung und einem ἔγραψε πολλά. Es ist jenes Lob um so bemerkenswerter, weil die Späteren L. sogut wie ganz ignoriert haben, und auch dem Eustathios war er, wie aus seinen Worten hervorgeht, eine längst verschollene Größe. Es finden sich nämlich außer den oben erwähnten Stellen nur noch zwei, und zwar auf denselben Gegenstand bezügliche Zitate: Steph. Byz. s. Νήρικος, πόλις Ἀκαρνανίας (bezw. Leukas), ἤν ὄμηρος (Od. XXIV 377) ἀκτὴν φησιν ἠπείροιο... Λούπερκος δὲ ταύτην Νήριτος φηοιν ἡ Νήριτον, ὡς τὸ ὄρος (so auch Strab. X 8) und Eustath. Dionys. perieg. 492 εἰ καὶ τις Λούπερκος, ἄνηρ παλαιός, ὡς οἱ σχολαστικοὶ λέγοναι, διὰ τοῦ τ γράφει καὶ τὴν τοιαύτην πόλιν ὀμωνύμως τῷ Ἰθακηοίῳ δρεί. Sein Name fehlt aber in unseren allerdings arg zusammengeschrumpften Odysseescholien wie auch bei Eustathios selbst a. a. O. Über die Verwirrung, die über die Lage und Schreibung von Νήρικος - Νήριτος herrschte, vgl. Ebeling Hom. Lex. s. v. Man siebt daraus, daß die Leukas-Ithaka-Hypotheie Dörpfelds ihre Wurzel schon im Altertum hatte.