Mandane, Tochter des Astyages, des Sohnes des Kyaxares von Medien. Astyages träumte von ihr οὐρῆσαι τοσοῦτον ὥστε πλῆσαι μὲν τὴν ἑωυτοῦ πόλιν, ἐπικατακλύσαι δὲ καὶ τὴν Ἀσίην πᾶσαν. (Herodot. I 107; vgl. 107; vgl. Nik. Dam. 66, 15). Aus Furcht vor diesem Traum gab Astyages seine Tochter einem unebenbürtigen Manne, einem Perser, Kambyses; dieser war zwar von guter Herkunft und hatte einen ruhigen Charakter, aber er wurde für viel weniger geachtet als ein Meder mittleren Standes. Bei Xen. Kyr. I 2, 1 ist Kambyses König der Perser. Im ersten Jahre dieser Ehe M.s hatte Astyages wieder einen merkwürdigen Traum: ἐδόκεε δὲ οἱ ἐκ τῶν αἰδοίων τῆς θυγατρὸς ταύτης φῦναι ἄμπελον, τὴν δὲ ἄμπελον ἐπισχεῖν τὴν Ἀσίην πᾶσαν (Herodot. a. O.). Von den Magiern abermals gewarnt, ließ Astyages seine Tochter vor ihrer Niederkunft aus dem Lande der Perser zu sich kommen, um das Kind nach seiner Geburt zu beseitigen, das nach dem Ausspruch der Magier dazu bestimmt war, an seiner Statt zu herrschen. Als M. einen Sohn, namens Kyros, geboren hatte, wurde ein Vertrauter des Astyages, Harpagos, beauftragt, das Kind zu töten. Kyros wurde aber auf wunderbare Weise gerettet und als Sohn eines Rinderhirten aufgezogen. Später erfüllte er, was die Träume des Astyages angekündigt hatten. So ward M. die Urheberin des durch Kyros gegründeten persischen Weltreiches (Herodot. I 107ff.). Vgl. Ktes. Pers. 29, 2. Nikol. Dam. 66, 12, wo des Astyages Tochter Amystis heißt und als ersten Gemahl den Meder Spitamas erhält, nach dessen Tode aber Gattin des Kyros wird. Wie Herodot nennen Kyros den Sohn der M. Xen. Kyr. I 2, 1, wo es sogar in offenbarer Unkenntnis der Überlieferung des Ktesias μητρὸς δὲ ὁμολογεῖσται Μανδάνης γενέσθαι heißt Xen. a. O. I 3, 1. Diod. IX 22. Ailian. var. hist. XII 42. Von den Träumen des Astyages ist freilich bei Xenophon und den andern nirgends die Rede. M. reiste nach Xenophon erst mit dem dreizehnjährigen Kyros an den Hof des Großvaters nach Medien. Nicht genannt wird die Mutter des Kyros bei Trogus Pompeius (Inst. I 4ff.), der neben Herodot und Ktesias einer dritten Quelle folgt oder Eigenes gibt; Trog. Pomp. erwähnt nur den zweiten Traum des Astyages. Vgl. o. Suppl.-Bd. IV S. 1132ff.