RE:Manlius 31

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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P. Praetor II 182 v. Chr.
Band XIV,1 (1928) S. 11591161
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31) P. Manlius. Ob er Patricier oder Plebeier war, ist zweifelhaft. Er wurde nämlich 558 = 196 mit den beiden Plebeiern C. Licinius Lucullus (Bd. XIII S. 372 Nr. 99) und P. Porcius Laeca zum Mitglied des nenerrichteten Priesterkolle-giums der Tresviri epulones gewählt (Liv. XXXIII 42, 1) und erhielt hier nach seinem Tode 574 = 180 einen Plebeier zum Nachfolger (ebd. XL 42, 60 7), was im Verein mit den wenigen sonstigen Personalnachrichten über das Kollegium für die eine wie für die andere Ansicht geltend gemacht worden ist (vgl. Röm. Adelsparteien 202f,). Vielleicht war M. Patrizier, dem Vornamen nach am ehesten ein Vulso (vgl, den etwas älteren Nr. 98), war aber durch sein Geschlecht und seine Persönlichkeit der plebeischen Nobilität nah ver- [1160] Manlius

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bunden. Gleichzeitig wurde er für 559 = 195 zum Praetor gewählt, zusammen mit seinem Verwandten Ch, Manlius Vulso Nr, 91 und mit seinem Kollegen im Priesteramt P. Por-cius Laeca, dessen Gentilgenosse M. Cato das Consulat erhielt (Liv. XXXIII 42, 7). Von den Praetoren übernahm Ap. Claudius Nero Hispania ulterior, und M. sollte Hispania citerior empfangen; da aber wegen der Kriegsgefahr der Consul 0 Cato dorthin geschickt wurde, so wurde M. ihm untergeordnet (adiutor consuli datue ebd. 43, 5; vgl. Mommsen St.-R. II 95, 4. 234L). Er erhielt zu der dort stehenden Legion noch 2000 Mann zu Fuß und 200 zu Pferd (ebd. 43, 8), übernahm das Kommando von seinem Vorgänger Q. Minucius Thermus, vereinigte die Truppen Neros aus der jenseitigen Provinz mit seinen eigenen und fiel in das Gebiet der Turdetaner ein (ebd. XXXIV 17, 1), die nicht der Stamm dieses Namens zwi-0 sehen Anas und Baetis, sondern ein südlich des Ebro gegen Sagunt hin wohnender gewesen zu sein scheinen. M. besiegte sie mit geringer Mühe; aber sie nahmen Söldner aus dem unabhängigen Keltiberien in ihre Dienste (ebd. 17, 2–4), und nun mußte der Praetor gegen die stärkere Macht der Feinde die Hilfe des Consuls Cato erbitten (ebd. 19, 1). Es macht den Eindruck, als ob sein Kommando bis dahin ein selbständiges gewesen war und erst jetzt seine Unterordnung unter [) Cato erfolgte, was auf die Darstellung von der Provinzenverteilung zurückgewirkt haben wird. Als Unterfeldherr Catos machte er dann dessen Feldzug gegen die Keltiberer mit; wahrscheinlich ist der Saltus Manlianus (Liv. XL 39, 2), die Eingangspforte nach Keltiberien am Salo (jetzt Jalon) damals von ihm zuerst durchzogen und nach ihm benannt worden (Schulten o. Bd. VIII S. 1981, 17ff.; Numantia I 322–324 vgl. 155; doch s. auch Nr. 47). Bei der gewiß I nicht einfachen Abgrenzung der Befugnisse zwischen dem Consul und dem Praetor und bei der streitsüchtigen Wesensart des ersteren ist es leicht möglich, daß sich damals ein Gegensatz zwischen beiden Männern ausgebildet hat, und daß infolgedessen Cato sich mit Erfolg der Beförderung des M. zum Consulat widersetzte. Wie o.ß. 1114f. dargelegt wurde, kann sehr wohl dieser M. gemeint sein, wenn Plut. Cato 17, 7 berichtet, daß Cato als Censor 570 = 184 aus geringfügigem Anlaß βουλῆς ἔξεβαλεν ὕπατενσειν ἐπίδοξον δντὰ Μανίλιον. Die Rehabilitierung erfolgte unmittelbar darauf, indem M. für 572 = 182 zum zweiten Male zum Praetor gewählt wurde (Liv. XXXIX 56, 5). Er wurde wiederum nach Spanien geschickt, und zwar in die jenseitige Provinz, deren Statthalter P. Sempronius Longue (Bd. II A S. 1430 Nr. 65) unheilbar krank war (Liv. XL1, 5. 16, 7, wo die Notiz quam et priore praetura provinciam obtinueral ein einfaches Versehen des Autors ist); auf die Todesnachricht hin beschleunigte er seine Abreise (ebd. 2, 5), brachte neue Truppen mit (ebd. 1, 7. 16, 7) und sammelte die im Lande zerstreuten, ohne weiteres zu unternehmen (ebd. 16, 10). Das Imperium wurde ihm für 573 = 181 verlängert (ebd. 18, 6); er lieferte den Lusitanern einige glückliche Gefechte (ebd. 33, 9) und hat vielleicht einer Ortschaft Man-liana (s. d.) in ihrem Grenzgebiet bei den Vet- [1161] 1161

Manlius

tonen seinen Namen hinterlassen (Schulten Archäol. Jahrb. XXXIII 79). Anfang 574 = 180 war er noch in der Provinz (Liv. XL 41, 10), dann kehrte er heim und erlag bald darauf der damals in Rom wütenden Seuche (ebd. 42, 7), so daß er in der Tat nicht mehr zum Consulat gelangte.