RE:Matius 4

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Cn. Matius, Übersetzer der Ilias, Dichter von Mimiamben
Band XIV,2 (1930) S. 22112212
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4) Cn. Matius, Dichter. Der Vorname ist durch Gellius mehrfach, durch Charisius, Diomedes, Priscian je einmal bezeugt; der Name als Matius bei Varro Gellius, bei Späteren öfters als Mattius. Er verfaßte eine Übersetzung der Ilias und Mimiamben. Aus seiner Ilias haben wir außer einer belanglosen Anführung sieben Verse, die sich fast alle mit den entsprechenden des Originals identifizieren lassen; darum bemühten sich Scaliger (Coniect. in Varr. 149), H. Walther De script. Rom. studiis Homericis (Breslau 1867) 41 und Tolkiehn Festschr. f. Schade (Königsberg 1896) 294 (vgl. Homer und die röm. Poesie 85). Danach war die Übertragung für antike Begriffe ziemlich getreu; frei z. B. frg. 3 cum dat viacendi praepes victoria palmam, aus B. 2 zitiert und von Tolkiehn auf II. II 332 bezogen; frg. 6 ille hietans herbam moribunde continet ore, aus B. 20 zitiert, wird auf ein ὄδαξ ἔλεν οὐδας gehen; μάντι κακῶν II I 106 ist durch obsceni interpres funestique ominis auctor (frg. 2) übertragen. Aus den Mimiamben haben wir neun, wenn die beiden Choliamben bei Rufin. 563 (FPR 392 frg. 51) dem M. gehören, zehn Fragmente. Gewiß war Herondas das Vorbild (s. o. Bd. VIII S. 1089. 1101); aber da sich keine Spur wörtlicher Übertragung oder enger Anlehnung findet, so ist M. wohl eher freier Nachahmer als Übersetzer. Die durchweg aus formalen Gründen, besonders wegen kecker Neubildungen (recentare, edulcare, holerare, columbulatim, acinus mask.) zitierten Verse lassen über den Inhalt wenig erkennen; das βιωτικόν tritt am meisten hervor in frg. 11 nuper die quarto, ut recordor, et certe, aquarium urceum unicum domi fregit, von Leo mit Hippon. 16D. verglichen; frg. 15 sumas ab alio lacte diffluos grossos (aus demselben Zusammenhang frg. 14) könnte ein renommierender Händler sprechen. Zum Lebensgenuß fordert frg. 10 und in derberer Form frg. 12 auf; noch ärger wäre der nur vermutungsweise dem M. zugewiesene Vers bei Rufin. 563 sudes in ista devia latent fossa, wenn Crusius’ Deutung sicher [2212] wäre. ‚Epikureisch‘ kann man das nicht nennen, auch nicht frg. 9 iamiam albicascit Phoebus et recentatur, commune lumen hominibus voluptatis. An neoterische Art erinnert die Prosodie tapetěs ; auch die Verstechnik weist in dieselbe Richtung. Da Varro den M. bereits anführt, so wird man ihn lieber in die Anfänge dieser Richtung setzen. Die Verse sind glatt (frg, 16 ist unvollständig und nicht zu verwerten), der Ausdruck lebendig und abgesehen von den Neoterismen natürlich. Die Fragmente in FPR 281 Bhr., die der Mimiamben auch in Crusius’ Herondas 94, Büchelers 69. Teuffel § 150, 2. Leo Herm. XLIX 189.

[Kroll. ]