RE:Menophantos 2

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Bildhauer einer Aphroditestatue, ein Kopist der Kaiserzeit
Band XV,1 (1931) S. 928929
Menophantos in Wikidata
Bildergalerie
Register XV,1 Register mb
Link für WP   
* {{RE|XV,1|928|929|Menophantos 2|[[REAutor]]|RE:Menophantos 2}}        

2) Bildhauer. Signatur an dem ,Kästchen‘ zu Füßen einer Aphroditestatue: Ἀπὸ τῆς ἐν Τρωάδι Ἀφροδίτης Μηνόφαντος ἐποίει. Für uns das einzige Beispiel, wo ein Kopist sich als solchen bezeichnet und sein Original nennt. Die Statue, gegen 1760 bei S. Gregorio am Caelius gefunden, später im Pal. Chigi, ist jetzt im römischen Thermenmuseum (nr. 75674. Paribeni Le Terme di Diocleziano e il Museo naz. Romano4 nr. 371. Phot. Chauffourier 1721). Sie ist im wesentlichen eine Wiederholung der kapitolinischen Aphrodite; nur faßt die den Schoß deckende Linke zugleich den Zipfel des Gewandes, das über das ,Kästchen‘ fällt. Die Zugehörigkeit des Kopfes ist zweifelhaft; dieser entspricht genau dem Typus der kapitolinischen Aphrodite (vgl. dessen bessere Wiederholung München Gl. 479). Falls er zugehörig wäre, könnte man die Statue des M. nur als Kopistenvariante der kapitolinischen anerkennen, denn das Motiv der Linken ist bei dieser doch wohl das ursprüngliche. Vielleicht war aber der Kopf bei der Statue des M. von ganz anderem Typus. Daß das Gewand nicht etwa Zutat des M. ist, beweist die schon 1689 (Thomassin Rec. des figures ... de Versailles pl. 7) bekannte Statue des Louvre (Cat. [929] somm. 315. Fröhner 139. Clarac 343, 1397), die das Motiv genau ebenso zeigt. Das Vorbild war also nur eine Umbildung der kapitolinischen Aphrodite; sie muß bald nach deren Schöpfung, die spätestens in die Alexanderzeit fällt, vorgenommen worden sein; als ,die‘ Aphrodite von Troas, d. h. Alexandreia Troas wird sie in dessen Blütezeit, um 300 v. Chr., gehören. M. selbst ist nach den Formen der Inschrift in die Kaiserzeit zu datieren. – Brunn Gesch. d. gr. Künstl. I 160. Overbeck Schriftquellen 2301. Matz-Duhn Ant. Bildw. 754. Löwy Inschr. gr. Bildh. 377. IG XV 1255.