RE:Nasidius 3

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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L. Pompeianer
Band XVI,2 (1935) S. 1789
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3) [...] 8) L. Nasidius wird bis in die neueste Zeit hinein öfter mit Nr. 4 und mit einem von Cic. Phil. VII 24 genannten römischen Ritter gleich-1 gesetzt. Aber an der letzteren Stelle bietet die gute hsl. Überlieferung vielmehr L. Visidius, die schlechtere Nisidius, was zu der alten Konjektur Nasidius geführt hat, und für den älteren N. ist durch Caes. bell. civ. II 3, 1. 4, 4. Schob Bern. Lucan. III 524 das Praenomen Lucius sicher bezeugt, für den jüngeren dagegen durch die Münzaufschrift und Dio L 18, 5 das Praenomen Quintus, so daß an ihrer Verschiedenheit nicht zu zweifeln ist. Der ältere N. wurde im Sommer 2 705 = 49 von Cn. Pompeius aus Dyrrachion mit 16 Schiffen nach Massalia geschickt. Er gelangte nicht nur glücklich durch die unbewachte Sici-lische Meerenge hindurch, sondern fuhr sogar überraschend in den Hafen von Messana ein und schleppte von der dortigen Werft ein weiteres Fahrzeug mit. Durch ein vorausgeschicktes kleineres Schiff setzte er die Massalioten von seinem Herannahen in Kenntnis und erfüllte sie mit neuer Zuversicht (Caes. bell. civ. II 3, 1–3. 4, 4).; Sie fuhren ihm laut Vereinbarung mit ihrem eigenen Geschwader in derselben Stärke bis Tau-roentum entgegen und boten nach vollzogener Vereinigung gemeinsam mit ihm dem Caesari-sehen Flottenbefehlshaber D. Brutus eine Schlacht an (ebd. 4, 5). N. stand dabei auf dem linken Flügel und fand es nach kurzem Kampfe ratsam, seine Schiffe in noch unversehrtem Zustande herauszuziehen und mit einem massaliotischen vom rechten Flügel in eiliger Flucht nach dem -diesseitigen Spanien zu führen (ebd. 7, 1f. Schol. Bern. Lucan. III 524; s. Suppl.-Bd. V S. 372; zu der dort verzeichneten Literatur noch Clerc Massalia [Marseille 1929] II 121–127). Da Spanien von Caesar gewonnen war, muß er sehr bald nach Afrika gegangen sein, das in der Hand der Pompeianer war, und setzte von hier aus den Krieg zur See während des nächsten Jahres 707 = 47 fort. Dabei fand er gelegentlich in Sulci an der Ostküste Sardiniens Aufnahme und Beistand (bell. Afr. 98, 1) und fing reisende Anhänger der Gegenpartei ab, wie einen L. Terentius, den er selbst freiließ (Cic. Att. XI 17 a, 3), und einen P. Vestrius, dem der afrikanische Statthalter P. Attius Varus das Leben schenkte (bell. Afr. 64, 2). Die Niederlage der Pompeianer in Afrika im Früjahr 708 = 46 brachte ihm wohl den Untergang.