RE:Nen(o)laus

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Camp[ani]anus, Salvius, junger Mann senator. Standes, in Ankyra begraben
Band XVI,2 (1935) S. 23932394
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Nen(o)laus [...] qua, in quibus laudes erant maiorum, et assa voce et cum tibicine*, sie ist vielleicht älter als die zuerst genannte. Leo halt Varros Darstellung für die richtigere: er habe auf Grund besserer Überlieferung die catonische Notiz verbessert. Jedenfalls ist beiden Nachrichten gegenüber äußerste Vorsicht am Platze. Eine Erinnerung an diese alte Sitte bei Horat. carm. IV 15, 25. Vielleicht ist hieran auch gedacht, wenn epularum sollemnium Udes ac tibiae auf Numa zu-1 rückgeführt werden (Cic. de orat. III 197). Andere Spuren solcher Heldenlieder sind trügerisch (Reitzenstein Henn. XLVIII 272). In keinem Falle aber haben diese im besten Falle sehr einfachen Lieder irgendeinen Einfluß auf die Darstellung der älteren römischen Geschichte ausgeübt, wie das im Anschluß an Perizonius (Animadvers. hietor, c. 6) unter dem Einflüsse der Romantik und ihrer unklaren Vorstellungen von Volksdichtung Niebuhr angenommen hat. ί Diese längst widerlegte Ansicht taucht immer wieder auf; so bei De Sanctis Storia I (Turin 1907) 22. Eine gewisse Nahrung hat sie dadurch erhalten, daß Macaulay in seinen Lays of an-cient Rome solche Balladen nachzudichten versuchte; ihre Kunst geht natürlich weit über das hinaus, was die Römer vor Horaz vermochten. Ich denke mir dieN. eher entsprechend dem, was W. Lentz Auf dem Dach der Welt (Berl. 1981) 248 als in Turkestan üblich beschreibt; hier sind beim Tode ί des Kindes, des Bruders, des Gatten bestimmte Klagerufe üblich.

Teuf fei § 82. Schanz I⁴ 22. Leo Geschichte d. röm. Lit. I 18. Wehr Propempt. f. Curtius (Göttingen 1868) 11 (mir nicht zugänglich). De la Ville de Mirmont Rev. de Phil. XXVI 263. 335. Amatucci Riv. Fil XXXII 625. [W. Kroll.]

RE:Nenika

Nenika s. Ninika.

RE:Nenius

Nenius s. Nenolaus.

RE:Nennic(i, -ae)

Nennic(i oder -ae) s. N e m n i c i.

Salvius y en [o] lau# Camp [ani] anus Cn. Plo[tius] Maximinus T. [Hjoenius Severius] Ser-veienus U[rsus$], ein junger Mann senatorischen Standes, der in Ankyra begraben wurde (CIL III 6755).[1] Der Name wurde früher Salvius Nen[ius] L. (H)aius Campanianus usw. gelesen; die richtige Lesung fand Bormann auf Grund eines Grabsteines aus Fanum Fortunae (CIL XI 6274):[2] D(is) M(anibus) Nenola[v]ae Tigridis coniugi in-compar(abili) Sal(vii) Nenol(avi) Hermaiscfus) [et] Maximina (vgl. ferner VI 22903 L. Nenolaus L. f. Crispus. XI 6248 Nenolava Fontinalis). Über den äußerst seltenen Gentilnamen vgl. Kretschmer Einleit, in d.Gesch. d. griech.Spr.246. W.Schulze Eigenn. 47f. 409Î.

Der in Ankyra begrabene junge Mann gehörte, wie allein schon seine Polyonymie beweist, vornehmen senatorischen Kreisen an; er war zweifellos verwandt mit dem Consul ordinarius des J. 141 T. Hoenius Severus (s. o. Bd. VIII S. 2134f.) und stammte wohl, gleich diesem, aus Umbrien (Fanum Fortunae? vgl. Bormann zu CIL XI 6248).[3] Die Grabschrift enthält die Ämterlaufbahn des im Alter von 21 Jahren, neun Monaten und drei Tagen verschiedenen Senatsanwärters: IIIvir k(apitalis),trib(unus) l[aticlavius] leg(ionis) V Mac(edonicae) item leg. I Adiutri[cisJ. R i t - [2394] terling (o. Bd. XII S. 1397) vermutet ansprechend, daß er die für den Orientkrieg des Verus (162–166 n. Chr.) bestimmte Vexillation der legio I Adiutrix geführt habe und auf dem Hin- oder Rückmarsch von der Pest hinweggerafft worden sei.

[Groag. ]
  1. Corpus Inscriptionum Latinarum III, 6755.
  2. Corpus Inscriptionum Latinarum XI, 6274.
  3. Corpus Inscriptionum Latinarum XI, 6248.