2) Land und Stadt in Iran. Strab. 509 nennt Νησαία als zu Hyrkania gehörig, fügt aber hinzu: τινὲς δὲ καὶ καθ' αὑτὴν τιθέασι τὴν Νησαίαν. Als selbständiges Gebiet erscheint N. auch a. O. bei der Besprechung der Flußläufe (Ochos und Oxos) und c. 511. Diese Hyrkania gegenüber selbständige Stellung von N. bringt Kiessling o. Bd. IX S. 482. 496 mit der partischen Herrschaft zusammen. Unter margianischen Städten erscheint bei Ptolem. VI 10,4 Νίγαια, das vielfach in Νίσαια emendiert wird. Kiessling 469. 492 (der auch S. 494 auf Ammian. Marc. XXIII 6, 54 Nisea hinweist) identifiziert diese Stadt mit der gleichnamigen Hauptstadt unseres N. (im Gegensatz zu Tomaschek S.-Ber. Akad. Wien CXVII 54 und Marquart Eranšahr [Abh. Gött. Ges. Wiss. III] 78f.) und erklärt deren Ansetzung in Margiane durch die etwa ein Jahrhundert währende Eingliederung der hyrkanischen und später parthischen Landschaft N. in die margianische Satrapie des baktrischen Reiches. Ebenso setzt er mit dem hyrkanischen bzw. parthischen N. das Nisāja des Avesta (Vendidād 1, 8) gleich und stellt hierzu auch des Nsai-mianak der Geographie des Ps. Moses von Chorene (o. Bd. IX S. 469), gegen Tomaschek S.-Ber. Akad. Wien CXVII 54, der (entgegen seiner früheren Ansicht ebd. CII 216) das avestische Nisāja mit dem margianischen Νίσαια bei Ptolemaios, das er von dem strabonischen N. trennt, in Beziehung bringt und Marquart Eranšahr 78f., der mit dem ptolemaiischen Νίσαια auch noch das armenische Nsai-mianak vereinigt. Später erscheint N. als Teil von Parthien: regio Nisiaea Parthyenes nobilis Plin. VI 113 (die Identifikation mit dem Lande ni-is-sa-a-a der Bagistana Inschrift [Weissbach Keilinschr. d. Achämenid. 18f.] bei Tscherkikower Die hellenist. Städtegründungen [Philol. Suppl XIX, H. 1] 101 ist sicher falsch, da dieses ausdrücklich als zu Medien gehörig bezeichnet wird, also mit dem medischen Νησαῖον πεδίον zusammenzubringen ist). Von der Hauptstadt N.s spricht Isidoros von Charax (mans. Parth. 12). Müller GGM I 252 bietet: Ἐντεῦθεν Παρθυηενή, σχοῖνοι κε', ἧς αὐλών· Παρθαύνισα ἡ πόλις ἀπὸ σχ ίνων ς’. Früher erklärte man Παρθαύνισα als ‚Parther-Nisa‘, von den Neueren wird Παρθαυ jedoch zu αὐλών gezogen und αὐλὼν Παρθαῦ als Benennung des Därräh Gäz gefasst. Der griechische Name war nach Isidoros Νίσαια (vgl. hierzu das ptolemaiische Νίσαια, wenn so statt Νίγαια zu lesen ist). In dieser Stadt befanden sich auch die Grabstätten der parthischen Könige. Die Gleichsetzung mit dem bei Plin. VI 113 genannten Alexandropolis (Kiessling o. Bd. IX S. 494. 515. Tomaschek o. Bd. I S. 1408; S.-Ber. Akad. Wien CII 216. Tscherikower 101) ist nur vermutet. Die Lage der Stadt N. wird verschieden angegeben. Während Tomaschek sie im Därräh Gäz sucht, setzt sie Kiessling o. Bd. IX S. 498 über dem Durchbruch der Quellbäche
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des Atrekflußes bei Tawarik an, am Rande des Längstales unweit der Wasserscheide zwischen Atrek und Käšäf-rūd; G. Hoffmann Auszüge aus syr. Akten pers. Märt. 280 identifiziert sie mit dem jetzigen Nissa auf St. John's Map of Persia, 37º 55' n. Br., 58º 10' ö. L. (Greenw.), wenig nordwestlich Aškābād, auf dem Wege nach Käriz gelegen. In Areia erscheinen Νισαῖοι bei Ptolem. VI 17, 3. Da neben ihnen die Ἀσταυηνοί genannt werden, gehören sie gewiss zu unserem N. Zur Auswertung dieser Angabe s. Kiessling o. Bd. IX S. 510. Der Name von N. hat sich bis arabische Zeit als Nisā erhalten.