RE:Oktamasades
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Skythenkönig | |||
| Band XVII,2 (1937) S. 2392–2393 | |||
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Oktamasades Skythenkönig, Sohn des Ariapeithes (o. Bd. II S. 814) und einer Tochter des Odrysenkönigs Tereus (s. d.), jüngerer Halbbruder des nach Ariapeithes’ Ermordung König gewordenen Skyles, des Sohnes einer Istrianerin, also einer einheimischen Häuptlingstochter. Latyšev Izsledovanija (Unters. zur Gesch. u. Verfassung Olbias, russ., 1887) 41 nennt sie eine Griechin aus der Stadt Istros; aber der Sprachgebrauch bezeichnet mit Ἰστριανός das Epichorische im Gegensatz zum Griechischen, z. B. Soph. Eurypylos 67 Hunt. Auch ist es unwahrscheinlich, daß ein Halbgrieche Skythenkönig werden konnte.
O. erfährt von Skyles’ heimlicher Teilnahme an Dionysosfeiern in Olbia; dieser flieht zu O.s Oheim Sitalkes (u. Bd. III A S. 377), gegen den O. zu Felde zieht. Am Istros treffen sich die Heere, doch kommt es nicht zur Schlacht, da O. die Auslieferung des Skyles gegen Herausgabe eines zu ihm geflohenen Bruders des Sitalkes erreicht. O. richtet den Skyles hin und wird an seiner Statt König. Herodot. IV 80 (einziger Bericht) hat seine Kenntnisse in Olbia aus bester Quelle, von Tymnes, dem Vertrauten des Ariapeithes, bezogen; die Vorgänge liegen einige Jahrzehnte vor Herodots Besuch in Olbia.
Wieweit sich das Reich des O. erstreckte, ist ungewiß, da die Schwarzmeersteppen nur an den [2393] wenigen Wasserläufen über Landmarken verfügen und Berichte ganz fehlen. Nach Westen mag die Machtsphäre des O. bis an die Donau gereicht haben. Die Dauer seiner Herrschaft und die weh teren Geschicke des skythischen Dynastenhauses im Einflußgebiet von Olbia sind noch unbekannt. Zwischen der ersten bekannten Königsreihe Herodot. IV 76f. Spargapeithes - Lykon - Gnuros - Saulios (Bruder des Aniacharsis) - Idanthyrsos und der Folge Ariapeithes - Skyloe - O. klafft eine Lücke. Minns 116 hält Ariapeithes für einen Sohn des Idanthyrsos, doch fehlen die Beweise. Daß Herodots Schilderung des Leichenbegängnisses eines Skythenkönigs das des O. spiegele (Minns 88), ist durchaus plausibel. Fände man das Grab des O., so würde der Befund wohl genau zu Herodots Beschreibung stimmen.