Zum vierten Halbband zweite Reihe (II A,2):
- S. 2461, 35 ist einzuschieben:
Sikas, ein Name, der sich in dem nach Zeller (Gesch. d. gr. Phil. I⁵ 342) ,kritiklos zusammengelesenen‘ Philosophenverzeichnis Iamblichs (de vita Pythagorica 26), an dessen Unvollständigkeit nach den Ausführungen Praechters (Philol. 1902, 167), Brinkmanns (Rh. Mus. LXVI 616) und Wilhelms (Rh. Mus. LXX 164) kein Zweifel sein kann, als vorletzter der 43 der pythagoreischen Diadochen aus Tarent angeführt findet und von Fabricius in seinen auf Iamblich beruhenden Katalogus Pythagoreorum (Bibl. Graec. I 874) ohne weitere Bemerkung übernommen ist. Seit Naucks Ausgabe der Pythagorasvita des Iamblich (Petersburg 1884) muß es aber fraglich erscheinen, ob die Form des Namens mit Σίκας richtig wiedergegeben ist. In den drei Handschriften (FCP¹), die die Grundlage des Nauckschen Textes bilden, heißt der Mann Δίκας, und davon ausgehend hat auch Diels in seinem Abdruck des Pythagoreerkatalogs des Iamblich (Vorsokratiker³ I 269 nr. 45a) die Form Δικᾶς wiedergegeben. Welcher von beiden Lesarten der Vorzug gebührt, [1264] ist schwer zu sagen; der Autorität jener drei Handschriften, auf die sich die neuere Wiedergabe des Namens stützt, steht die Tatsache gegenüber, daß ein Δίκας oder Δικᾶς als Name sonst anscheinend nicht nachzuweisen ist, während als Σίκας außer dem in Frage stehenden Tarentiner noch ein Lykier in die Erscheinung tritt, dessen Sohn Kyberniskos von Herodot (VII 98) mit andern namhaften ‚Nichtpersern‘ neben den 10 Führern der Flotte des Dareios als ἐπιπλώοντες erwähnt wird. — Obwohl Iamblich in ausdrücklichem Gegensatz zu den ἄγνωτες und ἀνώνυμοι der Pythagoreer die von ihm aufgezählten Vertreter dieser Richtung als γνωριζόμενοι bezeichnet, wissen wir von S. oder Dikas wie von vielen andern, die dort als bloße Namen erscheinen, so wenig, daß es begreiflich ist, wenn Zeller (a. a. O.) das ganze Verzeichnis für wertlos erklärt.