RE:Teisias 6
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Begründer der sizilischen Rhetorik | |||
| Band V A,1 (1934) S. 139–149 | |||
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6) Wird allein oder mit Korax (Aulitzky o. Bd. XI S. 1379—1381) als Begründer der sizilischen Rhetorik genannt. Bei Grillius (Commentum in Ciceronis rhetorica ed. Joseph Martin, Paderborn 1927, 19, 19) erscheint er mit Mercurius, Orpheus und Corax, eine Zusammenstellung, die Grillius wohl aus einer griechischen Vorlage hat (Orth Berl. Phil. Woch. XIII 1930, 399). Er ist um 480 v. Chr. geboren (Blass Att. Beredsamkeit I² 20ff.) und soll der Schüler des Korax gewesen sein (nur Hermeias dreht das Verhältnis um: vgl. Spengel Art. script. 33), was in der Anekdote von dem Rechtsstreit wegen Verweigerung des Lehrgeldes zum Ausdruck kommt. Das ist aber eine Wanderfabel, die auch von Protagoras und Euathlos (bzw. Pythodoros) galt (Joh. Geffeken Griech. Lit.-Gesch. I 285, 179) und die nicht auf Aristoteles zurückgeht, sondern sich nicht vor dem 2. Jhdt. n. Chr, findet [140] (H. Rabe Proleg. Syll., Leipzig 1931, praef. Xf. gegen Radermacher Rh. Mus. XLII, 1897, 418f., der die Geschichte auf Timaios zurückführt und als die offizielle stoische Legende bezeichnet. — Vgl. ferner Westermann Gesch, d. gr. Bereds. I 38, 2. Blass 20. Radermacher 413f. Gercke Herm. XXXII, 1897, 854. Christ-Schmid I⁶ 544, 7. Spengel hielt es sogar für möglich, daß in der τέχνη ein solcher Prozeß als μελέτη erörtert wurde und daher die Legende entstanden wäre!). Spätere Mache ist die Angabe des Schol. Iambl. vit. Pyth., Korax und T. seien Schüler des Empedokles gewesen. Nach dem Beispiele seines Lehrers richtete er eine Redeschule ein, zuerst, wie es scheint, in Syrakus, und zwar nach einer politischen Umwälzung, der Vertreibung der Tyrannen (Westermann 37, 5 denkt mehr an den blutdürstigen Thrasibul als den weniger grausamen als unternehmenden Hieron; dagegen Geffcken 315: etwa nach Hierons Tod). In Syrakus schrieb er vielleicht auch Gerichtsreden für andere und war als λογογράφος in diesem Sinn tätig. Dies berichtet Paus. VI 17, 8 (πιθανώτατα τῶν καθ’ αὑτὸν γυναικὶ Συρακουσίᾳ χρημάτων ἔγραψεν ἀμφισβήτησιν), der allerdings seine Nachricht nicht aus der lautersten Quelle zu haben scheint (Blaß a. O.), so daß Kunst o. Bd. XII S. 1029, 47 s. v. λογογράφος wohl mit Recht darauf verzichtet, diese Stelle heranzuziehen als Beleg für die Sitte des Redenschreibens schon bei den sizilischen Vorgängern der attischen Redner. Später hat er in Thurioi unterrichtet (Westermann 88, 4: nach 443), wo Lysias seinen Unterricht genoß (s. u.; Blaß 346f. zweifelt den Aufenthalt in Thurioi an, da Lysias den T. auch später in Athen hätte hören können). Wenn neben T. hier noch ein syrakusanischer Rhetor Nikias genannt wird, beruht das wohl auf Korruptel (Spengel 38. Westermann I 38, 4. Blaß 1² 20ff.) In seinen späteren Jahren scheint er, wie die Sophisten, ein Wanderleben geführt zu haben, vielleicht, wenn eine Erzählung bei Paus. VI 17, 8 glaubwürdig ist, nachdem er aus Syrakus flüchtig geworden war. Denn Pausanias berichtet, daß T. mit Gorgias zusammen als Gesandter der Leontiner 427 v. Chr. nach Athen gekommen sei, um gegen die Syrakusaner Hilfe zu erbitten (Blaß a. O.). Doch ist die Nachricht so unsicher, daß sie zu allerhand Kombinationen geführt hat. Westermann 37 meint, T. habe sich zwar im Gefolge der Gesandtschaft des Gorgias mit nach Athen begeben, jedoch wohl ohne politischen Charakter, nur um als Lehrer der Khetorik sich in der Fremde zu versuchen, und wendet sich 38, 5 gegen die Vermutung von Hardion, T. sei als Gesandter der Syrakusier nach Athen gekommen, um dem Gesandten der Leontiner Gorgias die‚ Wage zu halten, Sicher scheint die Angabe, daß T. der Lehrer des Isokrates gewesen sei (Blaß a. O.). Hiernach müßte er sich um 418 oder später in Athen aufgehalten haben. Die Dauer eines Aufenthaltes hier ist unbestimmt, und auch über Ort und Zeit seines Todes haben wir keine Nachrichten.
Werke
Wenn man von der unsicheren Nachricht über für andere verfaßte Gerichtsreden und [141] der unbegründeten Äußerung von Burgess Studies in Class. Philol., Chikago 1902, vol. III Epideictic literature 199, Korax, T. und Gorgias seien Gründer der sizilischen Schule der Geschichtsschreibung ebenso gut wie der Rhetorik gewesen, absieht, bleibt nur die τέχνη des T. (Blaß a. O.). Daß er eine geschrieben hat, ist sicher, unsicher aber, ob das die erste überhaupt war (so R. Volkmann Die Rhet. d. Gr. und Römer² 3) oder ob ihm Korax oder Empedokles hierin vorausgegangen ist.
Der jugendliche Aristoteles (frg. 65 R) machte zwar in seinem Dialog Σοφιστής Empedokles zum ‚Erfinder‘ der Rhetorik, hat diese Aufstellung aber in der Συναγωγὴ τέχνη (frg. 137 R) nicht festgehalten, sondern diese Kunst von Korax und T. abgeleitet (H. Usener Rh. Mus. XXVII, 1873, 434. Schmid-Stählin Gesch. d. gr. Lit. I⁷ 1, 743f., 5. 323, 4). Nun hat zwar Empedokles als Lehrer des Gorgias (Satyros bei Diog. Laert. VII 58. Quint. III 1, 8. H. Diels Berl. Ak. St. 1884, 385ff.) ohne Zweifel die Rhetorik beeinflußt (auch wenn Geffceken 314. 316 von einem Irrweg des Gorgias und der Last des philosophischen Dilettantismus spricht), aber dieser Unterricht erstreckte sich nur auf Physik und Medizin. Statt sich nun die Bildungslaufbahn des Gorgias als einen Übergang von der philosophischen Physik und Medizin zur sophistischen Rhetorik vorzustellen, hat man im Altertum von dem gereiften Gorgias, dem berühmten Rhetor, auf den Lehrer Empedokles zurückgeschlossen und diesen zum Redelehrer gemacht (später auch des Korax und T., s. o.), was er schwerlich gewesen ist (Schmid-Stählin 323). Auch unterscheidet ja Quintilian a. O. ausdrücklich das movisse aliqua circa rhetoricen von den artium scriptores (vgl. noch Radermacher Rh. Mus. LII 412).
Kommt also Empedokles als Verfasser der ersten τέχνη nicht in Frage, so bleibt dieses Verdienst entweder Korax oder T. Wer von ihnen die τέχνη verfaßt hat oder ob sie alle beide eine besondere τέχνη geschrieben haben (so Westermann 38) oder schließlich beide zusammen eine einzige (wie man aus Aristoteles bei Cic. Brut. 46 artem et praecepta … Coracem et Tisiam conscripsisse geschlossen hat), ist mit unseren Mitteln nicht mehr zu entscheiden. Aristoteles redete sehr allgemein; rhet. II 24 p. 1402 a 17 spricht er kurz von Κόρακος τέχνη, während er soph. el. 33 p. 183 b 31 bei der Besprechung der ἀρχαί der Rhetorik T. nennt, den auch Piat. Phaidr. 267a summarisch (spezieller 273a) anführt und Cic. de inv. II 2, 6 den inventor der Redekunst nennt (Geffcken 285, 179. Aulitzky o. Bd. XI S. 1379ff.). Neuerdings sind zwei, freilich auch nicht zu beweisende, Annahmen aufgestellt werden, T. habe entweder Korax’ mündlich erteilte Lehren schriftlich aufgezeichnet (Susemihl Die genet. Entw. d. plat. Philos. I 1855 Zusatz zu S. 262, 20. Usener Rh. Mus, XXVIII 434. Blaß a. 0. Navarre Étude sur la rhét. gr. avant Aristote, Paris 1900, 14. P. Hamberger Die rednerische Disposition in der alten τέχνη ῥητορική, Diss. Erlangen, Paderborn 1914, 12) oder dessen Buch neu bearbeitet (Spengel Art. script. p. 29 von Korax: [142] scriptam reliquit. Tolkiehn Wochenschr. f. klass. Phil. 1915, 898. G. Lehnert Berl. phil. Woch. 1916, 738). Ich möchte mich ebenfalls für die erstere der beiden Möglichkeiten entscheiden, da die Gestalt des Korax tatsächlich etwas Verschwommenes hat im Vergleich zu der des T. und erst in der Tradition der späteren Rhetorenschule bestimmter gestaltet wurde (vgl. Usener a. O. Noch bei Mart. Cap. 3 p. 453, 2ff. H. ist T. die Hauptperson und Korax wird nur durch den corax oris aurati in eius virgae culmine angedeutet. Auch in den Proleg. in Hermog. Spengel Art. script. p. 27 wird dem T. das διδάσκειν καὶ πλατύνειν τὴν ῥητορικήν zugeschrieben, dem Korax nur das διδάσκειν; vgl, Navarre 13, 1. — T. steht übrigens, wenn auch öfter nach, so doch manchmal an erster Stelle vor Korax: z. B. Quintil. II 17, 7 circa Tisian et Coraca. Himer. or. XXVI p. 97, 36 Dübner: … ἀμφὶ Τισίαν καὶ Κόρακα. Proleg. in Hermog. bei Spengel Art. script. 34: οἱ περὶ Τισίαν καὶ Κόρακα bei der Definition πειθοῦς δημιουργός). Abzulehnen ist die Ansicht von K. Roberts (Class. Rev. XVII 18–21; ebenso Drerup [Ἡρώδου] Περὶ πολιτείας 1908, 70), als hätten wir im Pap. Oxyr. III 410 ein Fragment dieser Korax-Teisias-τέχνη erhalten. Die Zitate, z. B. schon aus Soph. p. 28, 58, weisen auf viel späteres Wissen (Gefficken 285, 179. Schwankend noch Lehnert Berl. phil. Woch. 1916, 737 und Aulitzky o. Bd. XI S. 1381), Eher könnten Wendland Anax. 39, 3 und Hamberger 20 recht haben, die diesen Papyrus mit der τέχνη des Theodektes in Verbindung bringen.
Anlage der τέχνη: Diese erste τέχνη mag noch ein Bau von geringem Ausmaße gewesen sein (Geffcken 315. Gercke Berm. XXX 358). Sie bestand wahrscheinlich aus zwei Teilen, einem theoretischen, der ziemlich kurz war (P. Wendland Anaxim. 30ff.) und nach einer allgemeinen Vorbemerkung über das εἰκός (Gereke 357) die εὕρεσις mit der τάξις verquickte dergestalt, daß der Stoff an Hand der Unterteile der Rede behandelt wurde (Hamberger 2), und zweitens den Beispielen, die in den ältesten τέχναι den weitesten Raum einnahmen.
Lehre
(Quellen dazu: 1. die zerstreuten polemischen Bemerkungen bei Platon und die historischen bei Aristoteles; 2. die Berichte in den Walzscholien; 3. als indirekte Quelle kann die Rhet. ad Alex, des Anaximenes dienen, in welcher viel älteres Gut aufbewahrt ist):
Nach einer antiken Tradition soll die Definition der Rhetorik als πειθους δημιουργός auf die Begründer der sizilischen Techne, aui Korax und T., zurückgehen. So berichtet der anonyme Verfasser der Proleg. in Hermog. IV 13, 29. 19, 18 W, abgedruckt von Rabe Rh. Mus. LXIV 580. Doxap. VI 14, 2 W. Wäre dies richtig, dann könnte sie bloß am Anfang dieser Techne gestanden haben. Spengel Art. script. 34. Sauppe O. A. II 224. R, Volkmann Die Rhet. d. Gr. u. R.² 3 nehmen wirklich diese späte Nachricht als echt, und Pohlenz Aus Platos Werdezeit, Berl. 1913, 132, 3 läßt sie allgemein von Rhetoren aufgestellt sein. Aber mit Recht [143] sind schwere Bedenken dagegen erhoben worden. Mag das Wort eine damals allgemein gebrauchte Formel gewesen sein (Wendland Anaxim. 30, 2. Gef f cken a. O. A. 181) oder eine absichtliche weite Definition des Platon selbst (Thiele Herm. XXVII 13: Su semi hl II 481, 93c. Mutschmann Herm. LIII 440–443. Hamberger 52fl. Aulitzky o. Bd. XI S. 1379ff.), evtl, entlehnt aus einem medizinischen Schriftsteller (so Mutschmann a. 0-), jedenfalls hat es mit Kcrax und T., den ἀρχηγέται der rabuli-stischen Advokatenrhetorik, nichts zu tun, auf die vielmehr der Vorwurf im Platonischen Phaidros mit zu beziehen ist, daß sie die Begriffsbestimmung bisher versäumt hätten.
Von den Genera der Rhetorik hat T. nur das δικανικόν behandelt. Allerdings haben wir hier zwei Gruppen in der Überlieferung zu unterscheiden. Die spätgriechischen Rhetoren (Proleg. in Hermog. IV 11, 12fi. W. Doxapatr. Prol. VI 12, 14ff. W. Troilos Prol. 48, 26) nehmen eine thera-peutisch-symbuleutische Tätigkeit des K. an. Dieser Bericht geht durch Vermittlung einer stoischen Quelle im wesentlichen auf eine wohl etwas lokalpatriotisch gefärbte (Christ-Schmid I⁶ 544. Nach Münscher Berl. phil. Woch. 1917, 180ff. war schon von Aristoteles die Schätzung der sizilischen Beredsamkeit bzw. Theorie [Cic. Brut. 46] übertrieben worden) Darstellung des Timaios zurück (Radermacher Rh. Mus. LII 414f. LIV 285. Aulitzky o. Bd. XI S. 1379. Geffcken 285, 179), der als Isokra-teer (Hamberger 16) die Demagogie, deren erster Vertreter Isokrates ist, fälschlich an den Ursprung der kunstmäßigen Beredsamkeit hinaufrückte. Vielleicht hat die Stoa diese Version, die das συμβουλευτικόν zum ältesten Genus macht, unterstützt, weil es bei Homer zu überwiegen schien. Trotzdem werden wir, wiewohl auch R a -dermacher Rh. Mus. LII 4141 durchschimmern läßt, daß er den Timaios für besser unterrichtet halte als den Aristoteles, aus allgemeinen Erwägungen und Würdigung der besseren Überlieferung für das Zeugnis Aristot. p. 1354 b 17 einzutreten haben (Gercke Herm. XXXII 350, 354. Jänecke De statuum doctrina ab Hermogene tradita, Diss. Lpz. 1904, 3f. 16. Hamberger 13f. Aulitzky o. Bd. XI S. 1379ff. Geffcken 285, 179. Croiset bei Navarre 20), der die Gründe angibt, warum sich die Technographen bisher nur mit dem θκανικόν beschäftigten: Weil sich bei ihm mehr als beim γένος συμβουλευτικόν Gelegenheit zum λέγειν ἔξω τοῦ πράγματος = zur Erregung der πάθη biete. Da dieser Grund nicht zutrifit (Spengel 19), werden wir als wirkliche Ursachen der zweifellosen Priorität der technischen Ausbildung der Gerichtsrede betrachten müssen, daß 1. das γεν. δικ. im bürgerlichen Leben häufiger und von viel mehr Leuten gebraucht wurde als das γεν. συμβ. (Hamberger a. O., Croiset s. o.) und 2. daß es leichter war, für die Erforschung von Geschehnissen Lehren aufzustellen als für Gegenstände der Beratung, die ihrer Natur nach der Zukunft anheimfallen. Auch die schon bei Spengel 13 angeführten Zeugnisse bei Platon und Isokrates selbst passen dazu, daß Isokrates zuerst die rhetorischen Gesetze [144] der Demegorie aufgestellt hat. Auch die τέχνη des T.-Schülers Gorgias ging sicherlich nicht über das Ziel der Gerichtspraxis hinaus (Gercke 354). Und wenn auch die Lobpreisungen Athens bei den ältesten Rhetoren ein einheitliches Gepräge tragen und auf einer Tradition fußen, so scheint doch erst Gorgias sie zuerst schriftlich fixiert zu haben, so daß wir in T.’ Techne jedenfalls noch nichts von diesem zumspäteren γένος ἐπιδεικτικόν gehörenden Stoffe voraussetzen dürfen (0. Schröder De laudibus Athenarum a poetis tragicis et ab oratoribus epidicticis excultis, Diss. Gott. 1914).
Innerhalb des δικανικόν hat sich die Techne des T. hauptsächlich mit der Lehre vom εἰκός befaßt (Plut. Phaidr. 273 a f. Aristot. rhet. II p. 1402a 17. I 1372a 22. Navarre 1611 Blaß 19. 22. Wendland Anaxim. 29ff. Jäneke 15ff. Süß Ethos 2ff. 112f. 136ff.).Für den Redner kommt es vor allem auf die Wahrscheinlichkeit, nicht auf die Wahrheit an. Vielleicht gehen sogar die drei Arten des εἰκός bei Anaximenes schon auf die erste Techne des Korax-T. zurück; vgl. Spengel Art. script. 30f. Das εἰκός wurde an dem Musterbeispiel klar gemacht, daß ein Schwacher, aber Mutiger, einen Stärkeren, aber Feigen, mißhandelt hat. So zeigt sich hier gleich am Anfang der Rhetorik die merkwürdige künstliche Zuspitzung derRechtsfälle, die wir viel später in den Deklamationen wiederfinden (Gercke Hermes XXXII 354); aber darum ist noch nicht, wie Fr. Solmsen N. philol. Unters. VIII 58 will, das sizi-lische εἰκός ,mehr ein dialektischer Bluff als eine wirkliche rationale Konstruktion*. In diesem Beispiel wird erst gefragt, ob der Angeklagte das Verbrechen habe begehen können (ἀσθενήςισχυρός) und dann, ob er es gewollt habe (δειλόςάνδρικός)θ eine Art der Beweisfüh-rung, die wir ganz entsprechend im Palamedes des Gorgias wiederfinden (Jäneke 20f., der als spätere Parallele Quintii, VII 2, 27ff. und Hermog. Sp. II 144, 22 βούλησιςδύναμις anführt). Nach Spengel Art. script. 33 ist Korax der Erfinder dieses Beispieles, und T. hat es vielleicht hier und da erweitert; nach Navarre 18 stammen vielleicht auch die anderen von Anaximenes genannten Beispiele aus der Techne des K.-T. Jedenfalls arbeitete die älteste Techne nur mit selbstgemachten Beispielen (Wendland Quaest. rhet. Gött. 1914 verfolgt, ausgehend von der Behauptung des auct. ad Her. IV, er arbeite abweichend vom gemeingriechischen Usus nur mit selbstgemachten Beispielen, Praxis und Theorie der Griechen von Korax und Gorgias an, die mit selbstgemachten Beispielen operieren mußten, über Aristoteles, der als Philosoph zuerst Beispiele der Klassiker bringt für die psychologische Wirkung derRedekunst und mit dieser peripatetischen Richtung die hellenistische Zeit beherrscht hat). Wer aus der Wahrscheinlichkeit Urteile ziehen will, muß das kennen, was später die περιστασις hieß, die besonders beim status coniecturalis wichtig ist. In dieser Hinsicht werden die Keime zur Statuslehre schon in der sizilischen Techne gelegt sein, wenn auch die Spuren erst bei Antiphon sicher werden (Jäneke 16) und bei Aristoteles [145] (Jäneke 22). Auch die Höherstellung derswiora über die μάρτυρες bei Aristot. rhet. A 15 p. 1376a 17 ist wahrscheinlich der sizilischen Techne entlehnt. Und wenn wir das noch ähnlich bei Hermog. Sp. II 144, 18 finden, wird uns klar, welche engen Beziehungen die älteste Rhetorik mit der späteren verbanden (Jäneke 17). Auch die Ἴλεγχων ἀπαίτησή dürfte schon in der sizilischen Techne berücksichtigt worden sein, da wir sie schon bei Gorgias’ Palamedes und Antiphon finden (später auch bei Hermog. Sp. 11, 144; vgl. Jäneke 21, 1). Diese sehr anfechtbare Lehre vom Wahrscheinlichen, einmal aus der mehr oder minder bewußten Praxis in die bewußte Theorie eingeführt, entwickelte sich bald zu einem Dasein von stärkster und, wenigstens in den Augen der Philosophen, verderblichster Wirkung (Geffcken 315). Platon und Aristoteles tadeln ernstlich dieses von den Sophisten aus der sizilischen Rhetorik übernommene εἰκός, bei dem die Wahrheit Nebensache ist. Aber zunächst liegt in dem der sizilischen Rhetorik und der sophistischen Eristik gemeinsamen Ziele τὸν ἤττω λόγον κρείττω ποιεῖν gar nichts Unmoralisches (E. Drerup J. J. Suppl. XXVII, 1903, 2190.) und auch vom heutigen Standpunkt aus ist diese ganze Lehre vom Wahrscheinlichen durchaus zu begreifen und zu entschuldigen (Blaß I² 23. Reuter Herm. XXXVIII 497).
Disposition
Süß Ethos 74 hatte behauptet, daß die ftxdi-Theorie eine Disposition weder habe, noch haben könne und daß Gorgias, bei dem sich eine Überwindung dieser rhetorischen Theorie mit der Vorstellung von dem λόγος als ὄωμα verband, die Lehre von der Disposition begründet habe. Daher erklärte er die späten Nachrichten in den Walzscholien über angebliche Dispositionen des Korax für sichtlich konstruiert. Aber Hamberger (Carl Hiddemann De Antiphontis, Andocidis, Lysiae, Isocratis, Isaei oratorum iudicialium prooemiis, Diss. Münster 1913, 8 nimmt zu der Streitfrage nicht Stellung) hat Süß’ Behauptungen dar durch widerlegt, daß er eine durch die Wahrscheinlichkeitslehre besonders scharf entwickelte Disposition in Gorgias Helena und Palamedes (680.) und in Antiphons Rede π. τ. Ἠρώ· δον φόνου (1055.) nachweist. Und wenn man bedenkt, daß in der alten Techne der λεκτικὸς τόπος völlig hinter dem πραγματικὸς τόπος zurücktritt (s. u.), kann man verstehen, daß bei dieser Konzentration des Interesses auf die πράγματα auch die Disposition gut sein mußte, zumal diese alten Rhetoren, geschult durch die elea-tische Dialektik (s. u.), zu logischem Aufbau durchaus fähig waren. Hat man also das Vorhandensein einer Disposition in der alten Techne durchaus anzuerkennen, so erhebt sich nun die zweite, weit schwerere Frage, wieviele und welche Teile der Rede die alte Techne aufgéstellt hat. Hier stimmen nun allerdings die Nadirichten in den Walzscholien gar nicht überein.
Doxapatr. VI 13, 10. kennt 3 Teile: προοίμινν, ἀγώνεςθ ἐπίλογος; ebenso Anon. III 610 W. Navarre 16 und Lübker Reallex.⁸ 888 entscheiden sich für diese primitive Dreiteilung. Die Proleg. in status bei Spengel Art. script. 211, 15 (= W. VII 1, 20) kennen 4 Teile: [146] προοίμια, διηγήσεις, ἀγώνες, ἐπίλογοι; für diese Losung entscheidet sich Radermacher Rh. Mus. LII 413, 2. 5 Redeteile haben die Proleg. IV 12, 17 W.: προοίμιον, διήγησις, ἀγώνες, παρέκβασις, ἐπίλογος. Die größte Zahl, nämlich 7, hat Troilos VI 49, 1ff. W.: προοίμια (Vorreden), προκατασκευή (so verbessert aus πρὸς κατασκευήν von Drerup bei Hamberger, was aber Schissel DLZ 1916, 1400 für unnötig 10 erklärt; ,denn es handelt sich um eine κατασκευὴ τοῦ προοιμίου, d. h. um den Versuch, das im Vorwort vom Redner angestrebte Wohlwollen des Zuhörers durch Entkräftung der gegen den Redner bestehenden Vorurteile des Hörers als berechtigt zu erweisen und so gewissermaßen die Bitte des Vorwortes zu begründen*), προκατάστασις (überleitende Einführung des Tatsachenberichtes), παρεκθεσις (Abschweifung auf das Leben des Angeklagten), ἐπίλογοι (Rückblick auf die 20 Ausführungen der Rede). In dieser komplizierten Einteilung will Hamberger 34 trotz der Vielheit der Teile die älteste Disposition der Gerichtsrede sehen, indem er Troilos VI 49, 1ff. W. wegen teilweiser Übereinstimmung mit So-patr. V 6, 18 W. und Cic. Brut. 46 auf Aristoteles zurückzuführen sucht.
Aber Schönberger Lit. Zentralblatt 1916, 169f. kann schwer an eine so späte, isolierte Benutzung der aristotel. Schrift 2υναγ. 3θτθν. glauben. Und auch Schissel DLZ 1916, 1400L hat gegen Hamberger Einspruch erhoben, weil die Lehre von den Redeteilen, die nur einen kleinen Teil der rednerischen Anordnungslehre bilde, im Aufbau der Reden keine deutlichen Spuren hinterlasse, und weil die ursprünglichen Fachwörter des Korax im Laufe der langen und vielfältigen Überlieferung durch verschiedene Deutungen verdrängt wurden. A u -litzky o. Bd. XI S. 1380, 67ff. schließt sich 40den Zweifeln Schissels an und Geffcken a.O. A 182 geht so weit, nur das προοίμιον für die alte Techne als gesichert anzuerkennen, das allerdings nach Hiddemann 8 der einzige Redeteil ist, der in den in Euripides’ Tragödien enthaltenen Reden stets da ist. Mit Sicherheit ergibt sich also nur, daß T. (bezw. Korax) schon über die Redeteile gehandelt und dabei dieselben im wesentlichen wie die späteren Theoretiker voneinander unterschieden hat. Über die Zahl 50 der Teile läßt sich nur so viel sagen, daß man sich durch allgemeine Erwägungen nicht verleiten lassen darf, diese recht klein anzunehmen, da die sizilischen Rhetoren bekanntermaßen zu Spitzfindigkeiten neigten.
Elocutio
Roberts The class. Rev. XVIII 19 will dem T. Verdienste in der λεξις zuweisen, weil Lysias, der Meister des schlichten Stiles, sein Schüler war. Dagegen hat Drerup Jahrb. f. kl. Ph. Suppl. XXVII 254 (vgl. die bei W. 00Bartzat De figurarum disciplina atque auctoribus, Diss. Gött, 1914, 9, 4 angeführte Lit.) mit Recht betont, daß die sizilianische Rhetorik über dem εὐρεῖν das εἰπεῖν vergessen hat. Auf die formelle Seite haben erst die Sophisten, vor allem Gorgias, Wert gelegt (Hamberger 19).
Schüler und Nachleben
Lysias hat nach [Plut.] p. 835 D. in Thurioi (nach Blass I 346f. vielleicht erst in Athen) den [147] Unterricht des T. genossen. In seinem ἐρωτικὸς λόγος, den Plato im Eingang des Phaidros nachgebildet oder eingelegt hat, ist die εἰχόίTheorie deutlich erkennbar (Spengel Art. Script. 30, 46. Gercke Herm. XXXII 354. Plöbst o. Bd. XIII 8. 2537, 22ff.). Auch stilistisch bildet L. einen gewissen Abschluß der von Korax und T. ausgehenden stilistischen Entwicklungslinie (Diels S.-Ber. Akad. Berl. 1884, 361. 1898, 397, 3. Abh. Akad. Berl. 1886, 29, 1. Saupe Anfangsstadien der gr. Kunstprosa in der Beurteilung Platons, Diss. Lpz. 1916, 54). Gorgias wird ebenfalls als Schüler des T. bezeichnet (Radermacher Rh. Mus. LII 4, 13). Diese Nachricht erscheint Westermann I 39, 4 verdächtig, da Isokrates beide, T. und Gorgias, in Athen hörte, Gorgias aber daselbst bei seiner Ankunft 68 J. alt gewesen sei. Westermann möchte ihn darum eher zum Schüler des Korax machen. Da aber die Lebenszeit des Gorgias jetzt weiter heruntergerückt wird, würde Gorgias im J. 427 15 Jahre jünger gewesen sein. Auch könnte er ja schon in Sizilien den Unterricht des T. empfangen haben. Gorgias hat durchaus nicht gegen die xθLehre angekämpft (so Süß Ethos und ähnlich Drerup 267: die Rede des Palamedes stellt sich zu den Musterbeispielen der Technographen insofern in bewußten Gegensatz, als sie das εἰκός im allgemeinen vermeidet und für den Begriff des Wahrscheinlichen und Unwahrscheinlichen den Begriff des Möglichen und Unmöglichen substituiert, der in seiner Verwendung allerdings dem εἰκός nahe kommt; vgl. S. 254). Er befand sich durchaus in demselben Fahrwasser und wird auch von Plat. Phaidr. 267 A mit T. zusammengeworfen. Auch Gorgias wird zunächst fingierte und künstlich zugespitzte Fälle vorgebracht haben (Gercke 354ff.), wenn auch dann seine Techne sich schon mehr zu der einfacheren Art Antiphons hingeneigt haben mag. Seine Helena und sein Palamedes sind noch Musterbeispiele der «ixos-Theorie (Jäneke 20. Hamberger). Daß Gorgias speziell im Palamedes der Beweisführung der alten Techne gefolgt ist, wird um so wahrscheinlicher, als Gorgias sich sonst nicht in dem δικανικόν, sondern im ἐπιδεικτικόν auszeichnete (Jäneke 21, 1). Als selbständige Neuerung fügte Gorgias nach Hamberger dem Epilog das ἐπαινεῖν καὶ ψέγειν hinzu, das sich mit dem πόσον verbunden zur ἄνξησκ entwickelte. Isokrates hat neben Gorgias und Theramenes auch T. gehört (W e-stermann I 37. Blaß I 20ff. Christ-Schmid I⁶ 565). Er trat ja auch anfangs als Schreiber von Gerichtsreden auf und gab, wie die sizilische Rhetorik, Musterbeispiele, wenn er auch sonst sich gegen die systematische Rhetorik wendet (Christ-Schmid 567).
Protagoras soll selbst nach Sizilien gegangen sein, um die dortige Rhetorik kennenzulernen. Theodoros, Likymnios und Euenos haben neue termini technici für die Einzelbegriffe der rhetorischen Techne geprägt (Hamberger a. O. Tolkiehn Woch. f. kl. Phil. 1915, 897). Das Verhältnis des Thrasymachos zur sizilischen Rhetorik übersehen wir noch nicht (Geffcken316). Hamberger 45 läßt ihn die Redeteile des Korax (Teisias) bereichern (das παθητικὸν εἰδος im [148] ἐπὶλογος), nach Geffcken 286, 188 ohne Gewähr. Alkidamas, der Schüler des Gorgias, wird von Hamberger nachdrücklich auf die Seite der alten Techne gestellt. Auch Antiphon von Rhamnus ist ohne die Sikelioten nicht denkbar (Geifcken 318f.). Der sizilischen Technik entsprechend gibt er Muster für Proömien und Epilog (frg. 68–70) und entwirft Vorbilder für Prozeßreden. Vor allem aber hat er die alte 10 Wahrscheinlichkeitslehre der Sikelioten zur Geltung gebracht (Blaß I 123. Navarre 1355. Süß Ethos 45. Hamberger 995.). In der strengen Disposition richtet er sich nach dem Vorbild der sizilischen Techne, wenn er auch in Einzelheiten schon darüber hinausgeht (vgl. Hambergers Analyse 1055. der Rede π. τ. Ἠρώδου φόνου-, Zusammenstellung der Neuerungen aus Hamberger bei Tolkiehn Woch. f. kl. Phil. 1915, 897). Drerup N. Jahrb. f. Phil. Suppl. XXVII 1902, 2765. hat in den Tetralogien eine ältere schriftstellerische Stufe des Antiphon erblicken wollen, auf der der Redner von der älteren sizilischen Rhetorik abhängig sei, aber noch nicht von Thrasymachos und Gorgias, deren Einfluß sich erst in den Gerichtsreden bemerkbar machte. Aber mit Becht lehnen Thiele Woch. f. kl. Ph. XXII 288 und Geffcken 290, 31 diese Zweiteilung ab mit dem Hinweis auf eine gorgianische Figur schon in den Tetralogien. Überdies scheidet Hiddemann 21f. auch innerhalb der Tetralogien das 11, vom I. Buche, weil in den Proömien des einen das εἰκός überwiege, in denen des andern nur einmal genannt werde. So ist bei Antiphon der Einfluß der sizilischen Techne nicht gering anzuschlagen, wenn auch die Hauptkomponente seines Wesens durch seine Advokatenpraxis und die allgemein griechische Spitzflndigkeit gebildet wurde (Geffcken 319) und neuerdings sogar jeder Zusammenhang zwischen dem sizilischen ἐΙκός und den Argumentationsformen Antiphons geleugnet wird (Fr. Solmsen N. pilolog. Unters. VIII 58). Über das εἰκός in den Proömien des Andokides vgl. Hiddemann 28. Bei Anaximenes ist die Nachwirkung der sizilischen éfooç-Theorie in seiner Behandlung des Wahrscheinlichen zu erkennen (E. Maaß DLZ 1896, 105. Wendland Anaxim. 34, etwas zurückhaltender Hamberger 20f.). Möglicherweise war hier in einer Vorrede sogar die Techne des Korax zitiert. Die Versuche allerdings, diese Rhetorik ad Alex, ganz oder teilweise dem Korax und T. zuzuschieben oder in ihr eine den attischen Verhältnissen um 340 angepaßte Neuauflage der Ausgabe des T. von Korax’ Techne zu erblicken (die Literatur hierüber bei A. Ipfelkofer Die Rhetorik des Anax. unter den Werken des Aristoteles, Würzb. 1889, 895.; vgl. Gercke Herm. XXXII 357, 1. Hamberger 17. Aulitzky o. Bd. XI S. 1381. Maaß a. O.) sind gescheitert, und Wendlands Zuweisung an Anaximenes scheint gesichert In der späteren Zeit wurde die sizilische Techne nicht mehr selbst gelesen und ging verloren, da sie durch den Auszug in Aristoteles’ Συναγωγὴ τεχνῶν verdrängt war. Ob Cicero oder sein Gewährsmann das Werk des Aristoteles und damit auch den Auszug aus der sizilischen Techne noch [149] gelesen hat, ist strittig. AngermannDe Aristotele rhet. auctore, Diss. Lpz. 1904, lehnt das ab und ebenso zuletzt H. Rabe Proleg, Syll. praef. VIII, aber Hamberger 17 hält das nicht für ausgeschlossen mit Berufung auf de or. II 88, 160 (ähnlich Ammon Burs. Jahresb. 179 S. 43 gegen Paul Sternkopf De M. Tulli Cic. partit, or., Diss. Münster 1914).
Daß manche Lehren der sizilischen Techne sich noch bei Hermogenes nachweisen lassen, hat Jäneke 17. 21 gezeigt.
Die Entwicklung der Rhetorik, wenn auch durch die bodenständigen Bedingungen Siziliens begünstigt, zeigt - und das ist das Interessante - doch schon gleich am Anfang einen philosophischen Einschlag. Denn mit Recht nimmt Schm.id-Stählin I⁷ 743f. an, daß, wiewohl ein direktes Zeugnis fehlt, von der eleatischen Dialektik ein Verbindungsfaden zu der philosophisch-rhetorischen Rabulistik lief, deren Verbreitung im Westen wir aus Epicharmos’ Anspielungen kennen und die von Korax und T. für den Gebrauch der Prozessierenden in ein System gebracht worden ist. Für Gorgias steht dann fest, daß er mit seiner Schrift περὶ φύσεως ἡ περὶ τοῦ μὴ ὄντος die Schrift des Melissos περὶ φνοεως ἡ περὶ τοῦ ὄντος im Auge hat (ders. A 5; vgl. auch Geffcken 314 und schon Westermann I 40). Mit dieser ersten Befruchtung durch die Philosophie hat sich die Rhetorik selbst ihr Schicksal vorgezeichnet. Denn die meisten entscheidenden und systembildenden Gedanken gingen auch später von der Philosophie aus. Gab die sizilische Rhetorik auch eine noch durchaus einseitige praktische Bildung, die von dem Streben der Sophisten nach einer allgemeinen Verstandesbildung und nach Formvollendung in den Schatten gestellt wurde, so bleibt doch die Ausbildung der «xc-Theorie ein Verdienst, das sich Korax und T. um die gerichtliche Beredsamkeit erworben haben (Blaß I 23).