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Um manchen Baum und das Gebüsch entlang;
Dann endlich gehn sie, schleifen etwas nach,
Das dicht vor mir im Strauch verborgen lag.
Dem Himmel Dank! mir ward die Seele wach;
Es war gewiß, sie wußten nichts von mir.
Was sie gesucht, nie hab’ ich dran gedacht;
Vielleicht ein Raub hier ins Versteck gebracht.
Ich dacht' und wünschte Eins, den Jüngling hier
Der mich geleitet, und er war mir nah;
Kaum sind die Andern fort, so steht er da.
„Zu Pferd'! zu Pferd'! es ist die höchste Zeit!“
An mir gewiß nicht lag's, ich war bereit,
Saß auf; und über Stock und Stein wir traben
Wie solche, die den Feind im Nacken haben;
Nie macht' ich gleichen Ritt. So Nebel fliehn,
Wenn Stürme über braune Haiden ziehn,
So Schwalben, wenn die Wolke murrt und droht;
Am Sattel mich zu halten that wohl Noth,
Da wahrlich schlimmer als zuvor der Weg,
Wenn ich so nennen soll, wo weder Steg,
Noch Haag uns Hemmung schien: dies Wege waren,
Die heute wohl und nimmermehr befahren.
Bald rechts, bald links; bald offen schien das Land,
Bald peitschten Zweige mir Gesicht und Hand.
Den Führer nur verrieth des Hufes Ton;
Zuweilen doch, wenn stutzt das Roß im Trab,
Macht Sätze gleich dem Hirsch, und wenn's bergab
Sich kunstreich stemmend gleitet auf den Eisen,
Ist ihm ein kurzer Warnungsruf entflohn.
Annette von Droste-Hülshoff: Des Arztes Vermächtniß. J. G. Cotta, Stuttgart; Tübingen 1844, Seite 478. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anette_von_Droste-H%C3%BClshoff_-_Des_Arztes_Verm%C3%A4chtnis.pdf/22&oldid=- (Version vom 8.7.2025)