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Sie strichen mir so dicht am Haar vorbei,
Daß jedes Mantel meine Schläfe rührt.
Dann still, wie Wild das nach dem Winde spürt,
Und dann, aus Weibes Brust ein schwacher Schrei:
„Ich mag nicht leben; doch von eurer Hand!
Nein, nicht von eurer Hand!“ Man flüstert, steht,
Und dann, ein Laut der mir die Seele bannt;
Du ahnest wohl, mein Sohn, wen ich erkannt.
„Bet, Theodora, sammle dich und bet'!“ –
„Ich kann nicht beten!“ – „Deine Hand ist rein,
Versuch' es nur; Gott mag dir gnädig seyn!“
Angstvoll Gemurmel glaubt' ich jetzt zu hören
Und Seufzer die das Blut im Herzen stören;
Nie wünsch' ich meinem Feinde solche Pein,
Als mir aus diesen Tönen schien zu klagen.
„Ich kann nicht sterben, schmachvoll und allein:
O bringt mich fort, nur fort, wohin es sey!“
Und hastig flüsternd fallen ein die Drei.
Was man gedroht, gefleht, ich nicht vernahm,
Doch ruhig ward's und eine Pause kam.
Gott gebe, daß sie sich zu ihm gewandt,
In dessen Huld ihr einzig Hoffen stand,
Mit einmal hört' ich's an die Klippen schlagen,
Und einen Schrei noch aus der Tiefe ragen; –
Vorüber war's, so todtenstill umher,
Der Nadel Fall mir nicht entgangen wär'.
Wo blieben jene Drei? Ich kann's nicht sagen,
Sie waren fort; kein Läubchen rauschte mehr!
Nun kommt in holprigem Galopp ein Hund:
Er will vorüber, nein, er stellt sich, knurrt;

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Annette von Droste-Hülshoff: Des Arztes Vermächtniß. J. G. Cotta, Stuttgart; Tübingen 1844, Seite 483. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anette_von_Droste-H%C3%BClshoff_-_Des_Arztes_Verm%C3%A4chtnis.pdf/27&oldid=- (Version vom 9.7.2025)