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polnische Reich mit fenen Lánterstrecken, deren fremdartige Beimischung nicht stark macht, muß wieder hergestellt werden; es ist die natürliche Schuhmauer gegen Rußland. In Krakau soll schon am 18. die Republik proklamirt seyn. Der Krieg darum wird unvermeidlich werden, der Sieg der Freiheit über die Barbarei kann nicht zweifelhaft seyn; die deutschen Ostseeprovinzen lassen sich wiedergewinnen, Rußland mag sich nach Asien weiter verbreiten. Bu diesem Kriege mögen die deutschen Soldaten herbeieilen, die seit 33 Jahren nichts thaten als öfters mit dem wehrlosen Bürger als Schergen der Fürsten Händel begingen, zu diesem Kriege mag Frankreich ein 100,000 Arbeiter schicken, die man dort nicht zu beschäftigen weiß.

Die neuesten Berichte aus Berlin melden, daß am Sonntag früh 7 Uhr das Feuern eingestellt, der Landtag einberufen und Amnestie für alle politischen Vergehen bewilligt, in Folge Letzterer am 21. d. die gefangenen Polen freigegeben und eine allgemeine Bürgerbewaffnung gewährt worden. Auf dem Landtage soll zuerst über eine Constitution verhandelt werden. Ueberhaupt hat der König Alles, was die Bürger verlangen, zugesichert und er wird auch Wort halten müssen, da die Gewalt in den Händen der jetzt mit königlichen Waffen versehenen Bürger ist. – Das Ministerium ist entlassen, und der Dr. jur. Bornemann und der freisinnige Camphausen zu Ministern ernannt, zu den übrigen Ministerien werden eben falls volksthümliche Männer berufen.

Der König von Würtemberg hat erklärt,

daß er von nun an, ohne zu wanken oder zu weichen, den liberalen Principien huldigen werde, es hätten ihm nur die rechten Rathgeber gefehlt. Das ist ein ehrliches, offenes Wort!

Die Staatsbürgerztg. vom 22. d. enthält einen sehr guten Artikel von R. Blum, „Der Fürstencongreß,“ den wir vielleicht im Sonntagsblatte mittheilen werden. Wir heben daraus hervor, daß Gesandte von Baden, Hessen, Würtemberg, Nassau, Baiern in Leipzig angekommen, die erklärten, daß sie im Auftrag ihrer Regierung gekommen, um Sachsen und Preußen vorzuschlagen, sofort an die Neugestaltung Deutschlands durch augenblickliche Zusammensehung eines deutschen Parlaments mit ihnen Hand anzulegen. Mit Sachsen hoffte man einig zu werden, dann wollte man nach Berlin gehen. Sollte Preu- ßen sich weigern, dann gehen die Bevollmächtigten wieder nach Hause und der Plan ist, mit ausdrücklicher Zustimmung der deutschen Fürsten! – deutsche Föderativrepublik auszurufen und all die Maßregeln der Kraft und des Aufschwunges hervorzurufen, die nöthig sind, mit dieser Staatsform den Widerstand zu besiegen, zu zerschmettern. –


Redakteur und Verleger: C. S. Krausche.

Getreidepreis in Camenz,

am 16. März 1848.
Rthl. Ngr. bis Rthl. Ngr.
Korn 3 5 3 13
Weitzen 5 5 5 25
Gerste 3 3 10
Hafer 1 25 2
Heidekorn 3 3 8
Hirse 7 5 7 15

Butter, die Kanne 15 Ngr. — 3 Pf.


Gestorben sind:

In der Stadt. Den 20. März: Hr. Joh. Gottlieb Klengel, emer. Cantor und Organist aus Stolpen, alt 86 Jahr 5 Monate, gest. an Altersschwäche.

In den eingepfarrten Dörfern. Den 20. März: Johann Gottlob, Johann Gottlob Pötschke’s, Bauers in Cunnersdorf Sohn, alt 5 Wochen, gest. an Krämpfen.


In der Hauptkirche predigen:

Am Bußtage Vormittags Herr Past. Prim. Richter über 1. Joh. 2, 2; Nachmittags Hr. Archidiac. Lehmann über Hebr. 3, 12–14.

Am Sonntage Reminiscere Vormittags Hr. Collab. Schwarz über 1. Petri 1, 13–16; Nachmittags Hr. Archidiac. Lehmann über Ev. Joh. 11, 1–16.

'Dienstags darauf, Nachm. 3 Uhr, Hr. Arch. Lehmann.'


Benachrichtigungen.

[223] Oeffentlicher Verkauf.

Folgende Commungrundstücke:

1., die mit No. 692a. bezeichnete, vor dem Garten der Frau Gasthofsbesitzerin Bleyl gelegene Lehde,
2., die mit No. 718 bezeichnete am Hutberge gelegene Lehde von 43 □R. und
3., die mit No. 748 versehene, ungefähr 82 □R. enthaltene Lehde an der Lükkersdorfer

Grenze,

sollen künftigen

23. März d. J., Donnerstags,

Nachmittags um 3 Uhr, an Ort u. Stelle öffentlich an den Meistbietenden, jedoch unter Vorbehalt der Auswahl unter den Licitanten, verkauft werden.

Kauflustige haben sich zu gedachter Zeit am äusseren

Empfohlene Zitierweise:
Krausche, Carl Samuel: Camenzer Wochenschrift, 23. März 1848. C. S. Krausche, Kamenz 23. März 1848, Seite 5. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Camenzer_Wochenschrift_1848-03-23.pdf/5&oldid=- (Version vom 26.7.2025)