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| Krausche, Carl Samuel: Camenzer Wochenschrift, 30. März 1848 | |
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Aufsätze, die mit unserer Tendenz übereinstimmen, werden gern unentgeldlich aufgenommen.
Zeitereignisse.
Camenz. Es kann gewiß von Niemanden verkannt werden, daß die Männer des öffentlichen Vertrauens, welche das neue Ministerium bilden, ein großes Opfer durch Annahme dieser dornenvollen Posten dem Vaterlande gebracht haben, und daß es deshalb auch der kraftigsten Unterstützung dieses Ministerii Seiten jedes Vaterlandsfreundes und der Kundgebung solcher Gesinnungen bedarf. Aus diesem Grunde hatte es die hiesige Behörde für angemessen gehalten, in der Person des Bürgermeisters Haberkorn und des Stadtverordnetenvorstehers Tilly eine Deputation abzusenden und durch dieselbe diesen Gesinnungen Namens der Stadt, Worte geben zu lassen. Demgemäß verfügten sich beide Abgeordnete am 22. d. M. nach Dresden und erhielten bei den Herren Staatsministern Braun und Georgi Vortritt; die Deputation stattete denselben den Glückwunsch der Stadt ab, sprach sogleich aber auch die zuversichtliche Erwartung aus, daß ein fortdauernd volksfreundliches Regierungssystem der Herren Staatsminister Leitstern, dies aber die sicherste Bürgschaft der steten Liebe des Volks und der kräftigsten Unterstüßung aller Regierungsmaaßregeln, Seiten jedes Einzelnen aus dem Volke seyn werde. Die Herren Staatsminister dankten für den Ausdruck dieser Gesinnungen, wiesen zugleich aber auch auf die von ihnen in dem Programme enthaltenen Zusicherungen hin und sagten nicht nur deren gewissenhafteste Erfüllung zu, sondern erklärten auch noch: daß sie, so weit es zum Wohle des Vaterlands gereiche, noch mehr als sie versprochen, wirklich auszuführen fest entschlossen und Willens seyen. Darum alle Unterstützung dem neuen Ministerio, so lange es volksfreundlich bleibt, woran Niemand zweifelt. –
Inland. Unterm 23. März ist vom Gesammtministerium eine Verordnung, die Angelegenheiten der Presse betr., erschienen. Ferner eine dergl. vom Ministerium der Justiz und des Innern, wonach sämmtliche Untersuchungen in Preßsachen niedergeschlagen und die deshalb zuerkannten und noch nicht vollstreckten Strafen erlassen werden. Durch Verordnung des Finanzministeriums ist die Ausführung von Pferden in andere als Bundesstaaten verboten worden.
In Leipzig wurde am 25. d., dem aus der Gefangenschaft zurückkehrenden Kragrügge von Erfurt zu Ehren, ein Banket gehalten. Demselben ward ein Ehrengeschenk überreicht, worauf er die Rednerbühne bestieg und den gewaltigen Kontrast schilderte: das Zuchthaus
27r Jahrgang.
Krausche, Carl Samuel: Camenzer Wochenschrift, 30. März 1848. C. S. Krausche, Kamenz 30. März 1848, Seite 1. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Camenzer_Wochenschrift_1848-03-30.pdf/1&oldid=- (Version vom 17.7.2025)