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Besiegten die Waffen streckt. Deutschland kann den König von Preußen mit seinen großmüthigen Anerbietungen nicht brauchen; das deutsche Volk wird sich sein Parlament selbst bilden, anstatt es von der Gnade eines Monarchen, der unter sein Volk mit Kartätschen schießen läßt, seßen zu lassen. – Die Berliner haben mit Recht den Namen „die guten Berliner,“ sie sind „zu gut,“ zu besorgt, denn kaum sind ein paar Tage vergangen, daß auf ihr Begehren die Truppen, durch welche so viele Hunderte hingemetzelt worden, die Stadt verlassen haben, so kommen sie schon wieder mit devoten Bitten zu ihrem großen König und begehren deren Zurückrufung. – Das Großherzogthum Posen ist von dem König von Preußen freigegeben worden. Möge diesem Beispiele bald der Kaiser von Oesterreich folgen! – Von Unruhen in Polen hört man nichts weiter.

Die Bewilligungen des Königs von Hannover genügen dem Volke nicht, man verlangt mehr; bei dem Starrkopfe desselben kann man an fernerer Nachgiebigkeit zweifeln und eher glauben, daß er bei größerer Bedrängniß, wie der König von Baiern, abdanken werde.

Der Herzog von Braunschweig stellt dem deutschen Bunde seine Souveränitát zur Verfügung, er will als Deutscher in den Reihen der Krieger kämpfen.

In Schleswig-Holstein hat man sich auch geregt, die alte dänische Regierung vertrieben und eine provisorische gebildet, an deren Spizze Beseler, Prinz Friedrich von Augustenburg, Reventlow, Schmidt und Adv. Bremer stehen. Man will die Herzogthümer in ihrem Anschlusse an Deutschland und in ihren Rechten wahren und den König-Herzog, der sein bisheriges Ministerum (veranlaßt durch eine Deputation von 15,000 Personen) hat auflösen müssen, gegen die Uebergriffe und Forderungen der Dänen schützen. Allgemeine Volksbewaffnung wird sofort ins Leben treten und bereits haben in Kiel, wo der Magistrat zur Bewaffnung 7000 Thlr. verwilligt, sehr zahlreiche Unterzeichnungen dazu stattgehabt. Ein Gleiches ist auch in vielen andern Städten geschehen. Zur Einübung der Mannschaften will man deutsche Offiziere. Die in Schleswig liegenden Truppen werden das Volk ebenfalls unterstützen, denn sie sind Deutschlands Söhne und nicht Soldlinge und Knechte der Dänen. – Auf der Kieler Eisenbahn sollen, sobald als dänische Soldaten landen, auf Befehl der provisorischen Regierung die Schienen aufgerissen werden, damit diese nicht weiter zu befördern sind. – Uebrigens hat der. König von Preußen die provisorische Regierung für die Herzogthümer bestätigt und versichert, daß er dieselben in Wahrung ihrer Deutschthümlichkeit unterstützen werde.

Italien. Durch die Zeitverhältnisse und durch Pius IX. Beharrlichkeit ist endlich gelungen, was unglaublich schien. Die Jesuiten sind aus Rom verwiesen und haben es bereits verlassen. Auch aus dem Königr. Neapel ist dieser Orden vertrieben worden, so daß ihm nun ganz Italien verschlossen ist. – Endlich hat der König von Neapel alle Forderungen der Sicilianer bewilligt und die Citadelle von Messina von den Truppen räumen lassen, jedoch sind die Sicilianer damit nicht mehr zufrieden, und es versammelt sich das sicilische Parlament, um ohne weitere Rücksichtnahme auf den König über das Wohl Siciliens zu berathen. – In Mailand ist der Aufstand gleichzeitig mit Berlin ausgebrochen, am 18., und soll der Vicekönig vom Volke gefangen seyn. In der ganzen Lombardei wüthet der Aufstand ebenfalls und Alles erklärt sich für den Anschluß an Sardinien. Auch hierher kam die Nachricht von den Concessionen des Kaisers zu spät! nicht so in Venedig, wo die Wiener Nachrichten allgemeine Freude erregten.


Ein Herzenswunsch. Der gleiche Wunsch durchglühet ohne Zweifel das Herz jedes Sachsen, nämlich der Wunsch: das Königshaus wieder der dessen Anherr Kurfürst August im Jahre 1697 unprotestantischen Kirche zugewendet zu sehen, welcher treu geworden, um dadurch seine Ansprüche auf den Thron Polens zu unterstüßen. – Fern von aller religiösen Unduldsamkeit, im Gegentheil die Gewissensfreiheit und die Wahl der Confessionen in gleichem Maaße für die Königsfamilie wie für den geringsten Staatsangehörigen in Anspruch nehmend, kann es meine Absicht nicht seyn, irgend ein Mitglied der Königsfamilie zum Abfall von ihrem Glauben veranlassen zu wollen, wenn nicht freie Wahl und innige Ueberzeugung sie selbst dazu treiben sollten. Der Glaube ist Sache des Herzens und tief

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Krausche, Carl Samuel: Camenzer Wochenschrift, 30. März 1848. C. S. Krausche, Kamenz 30. März 1848, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Camenzer_Wochenschrift_1848-03-30.pdf/3&oldid=- (Version vom 25.7.2025)