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veräusserlicht worden, den Anfang zu machen zu einem Gang von Innen her. Die aesthetische Betrachtung unsrer einfachsten linearen Gebilde und die psychologische Erklärung ihres unmittelbaren Eindrucks oder des Spiels associativer Faktoren nimmt ja schon heute vom schaffenden und geniessenden Subjekt ihren Ausgang.
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Dieser Untersuchung des Einzelnen und Kleinen, die so leicht den stetigen Zusammenhang mit
dem Ganzen einbüsst, kommen wir nur helfend von der andern Seite entgegen, wenn wir nach dem Kern des Organismus suchen, dem alle Einzelformen und Glieder ihre Berechtigung danken. Es käme darauf grundlegender Prüfung, dem psychischen Ursprung des schöpferischen Tuns sein natürliches Vorrecht zu sichern, und die Überzeugung zu bewähren, dass auch in dieser Kunst die eigentliche Hauptsache nur zu
der Seele des Erfinders ihren Ausgangspunkt
und in der des Betrachters ihr Endziel finden kann.
Der Historiker freilich, der nach dem Wesen der architektonischen Schöpfung fragt, wird sich im Voraus sagen, dass die Antwort durchaus nichts Neues enthalten kann. Der triebkräftige Keim, nach dem wir forschen, muss in den unvollkommensten Versuchen, in denen kaum noch die Geschichte der eigentlichen Kunst ihre Zeugen sieht, ebenso notwendig vorhanden sein, wie in den Meisterwerken einer hochgestiegenen Blütezeit, die diesen Keim zum vielgestaltigen Organismus ausgebildet zeigen. Und dieses Alte, bewusst oder unbewusst immer Dagewesene, kann auch nur etwas Einfaches und Natürliches sein, eben weil es zu allen Zeiten in verborgner Stille oder voller Klarheit wirksam gewesen, in den schlichten
August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/12&oldid=- (Version vom 23.8.2025)
- ↑ Th. Lipps, Aesthetische Faktoren der Raumanschauung (Beiträge zur Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane, Festgruß für H. v. Helmholtz, Hamburg u. Leipzig 1891). Vergl. Aesthet. Lit. Bericht, Philos. Monatshefte XXVI 1890.