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das Ganze der gewollten Umschliessung den Grundzug einer regelmässigen Figur. Je übersichtlicher der Umriss dieser Gemarkung, desto sicherer wird der parallele Verlauf der Seiten, die symmetrische Gleichheit ihrer Länge durchgeführt, selbst örtliche Hindernisse von der menschlichen Regel überwunden. Auch hier also wirkt die natürliche Organisation des Menschen unbewusst und notwendig wie auf alle Erzeugnisse seiner Hand ebenso, wie in seinen Geräten und deren Verzierung oder im Schmuck seines eigenen Leibes die gleichartige oder abwechselnde Reihung, die symmetrische Wiederkehr, die regelmässigen Formen des Rechtecks, des Kreises u.s.w. hervortreten. Die weite Mulde eines Tales oder die enge Schlucht im Gebirge, die zufällig entstandene Höhle oder der Spalt im Felsen sind Raumeindrücke, die die Wirklichkeit dem Menschen bietet, und Anregungen für seine Raumphantasie; aber die Nachbildung im eigenen Schaffen regelt alle Linien und reinigt alle Formen nach der gesetzmässigen Organisation unseres Kopfes. In der geschichtlichen Entwicklung, die wir zu überblicken gewohnt sind, gehen Architektur und Mathematik unzweifelhaft Hand in Hand. Als Ideal schwebt immer die reine Form vor, wie sie sein soll, deren Gesetze die Raumwissenschaft ergründet, während die Raumkunst, die ihre Gestaltung in wirklichem Materiale durchführt, auch mit den Faktoren der natürlichen Umgebung, den physischen Gesetzen der Wirklichkeit sich abfinden muss.      Aber in beiden waltet das Grundgesetz des Menschengeistes, kraft dessen er auch in der Aussenwelt Ordnung sieht und Ordnung will.      Ueberall bei seinem Tun ist deutlich, dass

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August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/21&oldid=- (Version vom 15.8.2025)