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das Gehäuse, das Schlupfloch zum Wohnraum, in dem man sich nicht gefangen fühlt, sondern aus eigener Wahl sich aufhält und lebt. Es ist auch ein geistiges Bedürfnis, das befriedigt wird, indem wir genügenden „Spielraum“ gewinnen. Und die Gegenprobe bestätigt diesen Sachverhalt: legt sich der Körper zu Boden, so dass das Höhenlot aus der aufrechten Stellung in die horizontale Richtungsaxe fällt, so liegt darin sofort der Anlass, die Höhenaxe des Raumgebildes herabzumindern. Wo ein Zelt nur als Schutz für den Schlafenden errichtet wird, darf es niedriger sein, da drängt sich die Tiefenaxe, nach des Leibes Länge, als Dominante der Raumform hervor. Und wo sonst die Ausdehnung des Innenraumes in die Tiefe vorherrscht, da liegt in ihr zweifellos der entscheidende Charakter dieser Bauten, wie in der Basilikenform der abendländischen Kirchen und ihrer Ausbildung des perspektivischen Durchblicks vom Eintritt bis zum Hochaltar im Chore.
     Für die Breitendimension ergiebt die Ausspannung unserer Arme nach links und rechts einen Minimalmassstab, solange nicht das Auge mit der Weite des Blickes und dem Wechsel seiner Richtung einen grösseren Abstand von Wand zu Wand auch in dieser Axe fordert. So unterscheidet sich wiederum der Unterschlupf von der Wohnung, das Bedürfnis des Schlafenden von dem des Wachenden, die Bergung in dunkler Höhle von dem Leben im hellen Gemach. Die Betrachtung der beiden Horizontalaxen kann ferner miteinander abwechseln. Wenn ich die Längswand in gehörigem Abstand nach ihrer ganzen Breite überschaue, so treten sofort auch hier die Abmessungen

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August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/25&oldid=- (Version vom 22.8.2025)