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als Mittelaxe der Ausdehnung nach links und rechts, verlangt also die Befriedigung seines symmetrischen Gesetzes, und sieht sich selbst der Höhenaxe des Raumgebildes gegenüber, mit seinen Ansprüchen an Proportion aller Verhältnisse. Das ganze Raumgebilde erscheint ihm nun als Körper ausser ihm im allgemeinen Raum, und damit verschieben sich alle Grundsätze für den Aussenbau, im Vergleich zu dem Innenraum, d. h. zur Umschliessung des Subjekts, von der wir ausgegangen.
Doch bevor noch vom Aussenbau die Rede sein kann, muss für den Zusammenhang des Subjekts mit dem umschliessenden Innenraum noch das Princip der weiteren Einzelbildung begründet werden. Schon die sprachlichen Bezeichnungen räumlicher Weite, die wir gebrauchen, wie „Ausdehnung“, „Erstreckung“,
„Richtung“ deuten auf die fortwirkende Tätigkeit des Subjektes, das sofort sein eigenes Gefühl der Bewegung auf die ruhende Raumform überträgt, und ihre Beziehungen zu ihm nicht anders ausdrücken kann, als wenn es sich selbst, die Länge, Breite, Tiefe ermessend, in Bewegung vorstellt, oder den starren Linien, Flächen, Körpern die Bewegung andichtet, die
seine Augen, seine Muskelgefühle ihm anzeigen, auch wenn er stillstehend die Masse absieht. Das Raumgebilde ist Menschenwerk und kann dem schaffenden und geniessenden Subjekt nicht als kalte Krystallisation gegenüber stehen bleiben.
Hier zeigt sich die grundsätzliche Verschiedenheit der Raumkunst von der Raumwissenschaft, selbst wenn
August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/27&oldid=- (Version vom 22.8.2025)