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aus dem Haupt des Menschen entspringt, noch eine andre Mitgabe ins Dasein auf den Weg, das ist die Anlage zu eigenem Leben, der Trieb, zum selbständigen Organismus sich auszubilden und abzuschliessen. Daher das Gegenspiel der Kräfte, der tragenden und getragenen Teile, welche die Raumabschliessung mit der schlichten Ausdehnung ihrer Wände durch innern Aufbau erst zu unabhängiger Existenz bringen, ihr Dasein und ihr Sosein für das menschliche Subjekt motivieren, und ihm damit eine neue Quelle genussreicher aesthetischer Betrachtung eröffnen. So sind unsere Kunstphilosophen gar auf den Irrtum verfallen, als sei die Architektur selbst die ideale Darstellung der das Weltall erhaltenden Gesetze der Schwere, eine Darstellung der Begriffe Kraft und Last für unser Gefühl, [1] als sei diese doch offenbar lehrhafte Aufgabe die Hauptsache an ihr, während sie doch höchstens in dem Gliederbau ihre Rechnung findet, d. h. erst der spätern Durchführung des Organismus angehören könnte.
     Deshalb wollen diese Aesthetiker der Architektur auch erst ein Bauwerk als solches gelten lassen, wenn es durch feste Dachkonstruktion die klare Gegenüberstellung von Kraft und Last, tragenden und getragenen Teilen aufweist, [2] d. h. wenn der Raumausschnitt als fest beharrender Raumkörper erscheint, und sie verweilen deshalb nur beim Aufbau und beim Aussenbau mit Vorliebe, lassen aber die Raumerfindung als solche, die Raumentfaltung, die Raumperspektive und Raumkomposition völlig ausser Acht. Die Innenseite des architektonischen Schaffens und ihre psychologische

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August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 25. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/29&oldid=- (Version vom 21.8.2025)
  1. Adamy, Architektonik I, Die Architektur als Kunst, Hannover 1881. S.74 f: "In der Architektur haben wir es mit der Darstellung der Begriffe Kraft und Last für das Gefühl zu tun." Vgl. auch Schnaase, Gesch. d. bild. Künste I, S. 32 f.
  2. Lotze, Grundzüge der Aesthetik. Leipzig 1884. S. 33 f. Redtenbacher, Tektonik, Wien 1881. S. 230 f.