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Erklärung aus einem immer lebendigen Motiv geht ihnen damit verloren.
     Wie nämlich die Regungen des Gemeingefühls als Ergebnis der äussern Ereignisse sich zu Stimmungen verdichten, in ihrem Steigen und Sinken, in ihrem Anschwellen zu wonniger Lust oder erschütterndem Schmerz dazu drängen, sich nach Aussen weiter zu bewegen und die nächste Umgebung mit den Schwingungen des Innern zu erfüllen, sie mitzubestimmen, sei es auch nur durch den schnellverhallenden Laut der menschlichen Stimme, — so drängen auch die rein anschaulichen Eindrücke und ihre Einordnung oder Zusammenschiebung in die dreidimensionale Anschauungsform unwillkürlich zu einer Projektion nach Aussen, zu einer Weiterbildung in sinnlich wahrnehmbarer Realität. Wie die Musik als Kunst dann ein schöpferisches Durchverfolgen von Gehörswahrnehmungen wird und eine gesetzliche Bewältigung der Tonwelt nach Analogie der Bewegungsgefühle des Menschen, zu seiner eigenen tausendfältigen Bereicherung, so beruht die Architektur als Raumgestalterin auf einer systematischen Bewältigung des räumlichen Anschauungsmateriales und ist ein schöpferisches Durchverfolgen des dreidimensionalen Gesichtsbildes zu eigenem Genügen und Genuss des Menschen. Wie dort im Zeitlichen die Bewegung in ihrer mannichfaltigen Abstufung und dynamischen Wirkung, so herrscht hier im Räumlichen die beharrende Ausdehnung und die ruhige Macht ihrer Verhältnisse. Aber worauf anders als auf Raumdichtung beruht der Reiz perspektivischer Durchblicke, der Raumentfaltung im wirklichen Gebäude, die erhebend

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August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/30&oldid=- (Version vom 21.8.2025)