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des geschlossenen Bauwerks als eines Ganzen ausser uns im allgemeinen Raume bedeutet schon einen beträchtlichen Schritt auf dem Wege zur Nachbarkunst, nämlich zur Plastik. Sobald in dem fremden Koordinatensystem, das uns gegenübersteht, das Mittellot, das eigentliche Rückgrat feste Form gewinnt, sobald es die Ausdehnung der beiden Horizontalaxen absorbiert, so schrumpft der Innenraum des architektonischen Gebilds zusammen, und dieses verändert seine ganze Natur, indem wir es nun als massiven Körper verstehen. Es bleibt zunächst nur eine tektonische Gestaltung der Masse.[1]
     Hier muss der durchgreifende Unterschied einleuchten, den wir gewonnen haben, indem wir von der Vorstellung des architektonischen Kunstwerkes die ganze Ausführung in dauerhaftem Material einmal abzustreifen versuchten. Im Aussenbau und seiner wesentlich tektonischen Gliederung vermöchten wir von den Bedingungen des konstruktiven Gerüstes und der technischen Behandlung des Baumateriales viel weniger zu abstrahieren, weil im Spiel der Kräfte diese Bedingungen des Wirklichen viel unmittelbarer mitwirken. Alle artikulierten Formen und tektonischen Glieder‚ sind vom menschlichen Kraftgefühl belebt und durchdrungen, jemehr sie sich aus der abstrakten Regelmässigkeit ihrer Grundform, welche ihre Funktion im Ganzen vorschreibt, der plastischen Gestaltung nähern.


     Sowie sich aber mehrere solcher Raumkörper mit abgeschlossenem Aussenbau zusammenfinden, so tritt die Architektur als Raumgestalterin wieder in ihr

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August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/32&oldid=- (Version vom 22.8.2025)
  1. So z. B. der Obelisk. Er ist nur ein tektonisches, noch kein plasttisches Gebilde, das Symbol eines andern Wesens außer uns, das aufgerichtete Wahrzeichen eines eigenen Gedankenkreises, die Dominante einer Welt für sich.