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beschränkt werde. Wir dürfen nicht vergessen, welche Wichtigkeit die altasiatischen Lager und Burgen, das römische Castrum und Castellum für den Städtebau und die Palastanlagen ganzer Kulturperioden besitzen, wie wenig die Einrichtung christlicher Klöster im Heidenland, wie wenig die Vorhöfe der Basiliken, die Kreuzgänge und Wandelbahnen. die Laubengänge der Lustschlösser, der Binnenhof eines italienischen Hauses oder die Hypaethralcella eines griechischen Tempels für das ganze Verständnis dieser Raumgebilde entbehrt werden können, und was auch uns heute, im Zeitalter der Bahnhöfe und Markthallen, solche Anknüpfungspunkte der historischen Entwicklung bedeuten. Wenn wir damit eine Erweiterung der herrschenden Lehre gewinnen, so befreien wir die Architektur als Kunst von manchem beschränkenden Vorurteil.[1]


Wol aber unterscheiden auch wir in dem weiten Umkreis ihres Wirkens eine engere Zone, wo sich der Uebergang zur strengen vollausgebildeten Monumentalkunst vollzieht, die als solche stets den Mittelpunkt und Gipfel des ganzen Gebiets behaupten darf. In jenen Anfängen draussen ist es gleichgiltig, ob eine Einhegung mit grünender Hecke, mit hölzernem Gatter oder Pallisaden, mit aufgeschichteten Feldsteinen oder mit festgefügtem Mauerwerk hergestellt wird, ob man eine Hütte aus lebendigen Zweigen mit frischen Blättern bedeckt oder ein Gerüst aus Bambusrohr mit Matten und Tierfellen bekleidet. Später dringt die Kunst zu dem Bewusstsein durch, dass die Wand nicht durchsichtig sein darf, wenn sie

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August Schmarsow: Das Wesen der architektonischen Schöpfung. Karl W. Hiersemann, Leipzig 1894, Seite 30. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Wesen_der_Architektonischen_Sch%C3%B6pfung.pdf/34&oldid=- (Version vom 23.8.2025)
  1. So fordert auch Schliepmann a. a. O. S.31, man sollte davon abkommen "alle Räume unter einen Hut zu bringen". Welche Grundgesetze der Raumkomposition sich aus unserm Princip, der Raumumschließung eines wirklichen oder idealen Subjekts, ergeben, ist Sache einer spätern Nutzanwendung, die wir vorbehalten. Die ganze Durchführung dieser Lehre habe ich schon seit zehn Jahren in Göttingen und Breslau als Bestandteile meiner Einleitung in die Kunstgeschichte vorgetragen.