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     Der Weihnacht heil’ge Glocken sind verhallt,
Verloschen sind die hellen Freudenkerzen; –
Doch schwebt vom Himmel noch die Lichtgestalt
Der Weihnachtsengel uns zu freud’gen Herzen.
     Die Liebe, die – noch eh’ das Jahr entfloh’n –
Versammelt uns um festlich grüne Zweige,
In aller Herzen ist ihr ew’ger Thron,
Daß segnend sie zum neuen Jahr sich neige.
     Und noch umtönt uns laut der Engel Chor:
„Gott sei die Ehre und der Erde Frieden!“ –
Und immer dringt’s noch weihend uns zum Ohr:
„Sei Wohlgefallen aller Welt beschieden!“

     Nun denn! die Engel, die in heil’ger Nacht
Vom Himmel einst zur Erde niederstiegen,
Sie sind uns treu, und halten fromme Wacht,
Die Liebe führend zu den schönsten Siegen.
     Ihr Reden ist noch immer heil’ger Chor;
Sie reden durch der Töne Zauberschwingen,
Um so, durchjubelnd unser Menschenohr,
Zum Herzen uns, dem göttlichen, zu dringen.

Empfohlene Zitierweise:
Christian Gottlob Ernst am Ende: Der Weihnacht Engel. Ernst am Ende, Radeberg 1852, Seite 2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Weihnacht_Engel.pdf/2&oldid=- (Version vom 24.12.2025)