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hehre Versammlung von wirklichen Menschenfreunden – dann wurde es auf einmal still – die Lichter erloschen …

– Kommen Sie jetzt! – sie stand vor ihm.

– Ah! Du bist es. Du hast alle meine Erwartungen übertroffen … Das einzige Mal in meinem Leben werde ich gut sein und nur für dich allein. Du wirst mir, weiß Gott, nicht in die Augen zu spucken brauchen …

Sie führte ihn durch einen langen, finsteren Korridor und endlich kamen sie in ein kleines, schmutziges und – wie es ihm vorkam – unflätiges Zimmer hinein.

Ein wackliger Tisch, ein zerschlissenes und unsäglich schmutziges Sopha – ein Bett, das wohl noch nie einen reinen Laken gesehen hatte, ein geborstener Spiegel gegenüber … Herr Gott, braucht man noch mehr, um gut, wirklich gut zu sein?

Das Kind setzte sich ihm auf die Knie.

– Mein süßer Tauberich wird mir etwas geben lassen – nicht wahr? Ich bin hungrig und habe großen Durst,

– Brauchst ja nur zu klingeln.

In einem Augenblick hatte ein Etwas, das in einer weit-weiten Erinnerung einem Kellner glich, eine Flasche Schnaps gebracht, irgend eine Speise oder so etwas ähnliches dann noch –

Aber was kümmerte es ihn, was da vor ihnen stand oder lag er schwamm im seligen Entzücken, daß doch endlich einmal die Zeit gekommen war, wo er wirklich gut sein konnte.

Das Mädchen aß und trank gierig und er sah ihr zu und war ihr unendlich dankbar, denn ihr hatte er es zu verdanken, daß er nun beweisen konnte, wie gut er sei.

Er betastete liebevoll die Westentasche und war zufrieden; noch nie hatte er das Mittel für die Verausgabung der höchsten Güte, das trostreiche, segenspendende Curare vergessen.

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Karl Kraus (Hrsg.): Die Fackel Nr. 301–302. Die Fackel, Wien 1910, Seite 25. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Fackel_Nr._301%E2%80%93302.djvu/27&oldid=- (Version vom 31.12.2025)