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Lyrik


VORFRÜHLING
Von Berthold Viertel

Ein Himmel, der nicht weiß,
Ob er blühen mag.
Erwachend weht der Tag –
Und leis

5
Verwirrt er jeden Herzschlag.


ÖLBERG
Von Ludwig Ullmann
( gemeinfrei ab 2030)


DAS LIED
Von Felix Grafe

Und mit einem leichten Liede
auf den Lippen kam sie her;
hart und schwer
klangen Schläge aus der Schmiede.

5
Eines Ritters graue Pferde,

der Gesell beschlug sie gut;
rot wie Blut
wurde sie und sah zur Erde.

Und aus ihrem jungen Munde

10
schwieg das Lied – doch der Gesell

sang es hell
in der roten Abendstunde.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Kraus (Hrsg.): Die Fackel Nr. 301–302. Die Fackel, Wien 1910, Seite 36. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Fackel_Nr._301%E2%80%93302.djvu/38&oldid=- (Version vom 21.3.2026)