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Immerhin

Der Sachverständige:

»Wenn Professor Bossi sich auch nicht in die Einzelheiten des Falles einlassen konnte, da seine Mission ja doch äußerste Delikatesse erfordert, so ließ er dennoch erkennen, daß er den Fall Tarnowska für[WS 1] ein unschätzbares Beweismaterial hält in der überaus wichtigen Frage, welchen ungeheueren Einfluß das Geschlecht der Frau auf ihre Moral hat, ein Thema, das der Professor eingehend in seiner Revue ‚ La ginecologia moderna‘ behandelt. Die Vergangenheit der Tarnowska, welche bis in ihr 16. Lebensjahr zurückreicht, zeigt …«

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Jedennoch

Der Geheimrat Harnack:

»Für die Frauen, deren Geist nach dem Höheren und Höchsten strebt, wäre es im eigentlichen Sinne eine Unterdrückung ihrer Natur, wenn man sie zwingt, ihre Veranlagung unbenützt zu lassen. Und es wäre eine Sünde, wenn man in diesem Punkte von ihnen Entsagung forderte …«

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Reinliche Scheidung

Von Karl May sagt das Neue Wiener Journal:

Förmlich mit Schrecken ward man es gewahr, wem die keimende Blüte des deutschen Volkes, die Jugend, wem Eltern und Lehrer ihr Herz und ihr Vertrauen geschenkt haben, einem Strolch von seltener, von erster Güte, einem Dieb, der sich nicht nur mit literarischem Diebstahl befaßte, sondern auch einen Taschendiebstahl nicht verschmähte, wo die Gelegenheit sich darbot; einem Taschendieb, der auch einem Einbruch nicht aus dem Wege ging, wo er sich zu lohnen schien.

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Der Dichter

Ein italienischer Schmock hat Gerhart Hauptmann in Portofino besucht. »Natürlich weiß er in fesselnder Weise zu plaudern«. Der Anfang und das Ende des Berichtes lauten:

Dieses Jahr kam er Ende Januar hierher, und jetzt schickt er sich bereits zur Heimreise an. Der Dichter von »Hanneles Himmelfahrt« schwärmt für diesen blühenden, abseits vom Verkehr liegenden Winkel Italiens …

… Zu denen, die sich häufiger in der Villa einfinden, gehört Siegfried Wagner, der in Santa Margherita wohnt. Mehrere Wochen weilte auch Humperdinck im Lande und sang mit dem Dichter der »Weber« das Lob des blauen italienischen Himmels, wobei ein herrlicher Wein von Orvieto getrunken wurde.

Natürlich ganz falsch informiert. Der Dichter der »Weber«

schwärmt für den blühenden Winkel Italiens und der Dichter des

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: tür
Empfohlene Zitierweise:
Karl Kraus (Hrsg.): Die Fackel Nr. 301–302. Die Fackel, Wien 1910, Seite 58. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Fackel_Nr._301%E2%80%93302.djvu/60&oldid=- (Version vom 31.12.2025)