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Auch das an einer doppelten Frauenhalskette hängende schwarz emaillierte Kreuz mit einem weißen Totenkopf in der Mitte und gekreuzten Knochen am unteren Kreuzesstamm, von dem ursprünglich noch eine Perle oder etwas ähnliches herabhing, kann vielleicht als ein Ordensabzeichen angesehen werden. (Taf. LX.) Das Zeichen ähnelt dem des im Jahre 1652 von Sylvius Herzog zu Württemberg und Teck, sowie Oels in Schlesien, und der Sophia Magdalena verwitweten Herzogin zu Münsterberg und Oels gestifteten Ordens des Totenkopfes, dessen Abzeichen in verschiedener Form, als ein silberner Totenkopf an schwarzer Schleife, oder ein Ring mit einem Totenkopf an einem schwarzen Bande, bekannt ist. Dem Orden gehörte eine große Anzahl vornehmer Damen an. Sein Zweck war, die Mitglieder dauernd an die Unerbittlichkeit des Todes zu, erinnern, sie zur gegenseitigen Liebe und Hilfe zu verpflichten und sie zur Mäßigkeit in Lust und Freude zu gemahnen, weshalb alles üppige Speisen, sowie Spiel und Tanz und ausgelassene Fröhlichkeit den Mitgliedern des Ordens versagt waren.
Unter den gefundenen Anhängern, von denen zwei das Bildnis des Schwedenkönigs Gustav Adolf aufweisen, fällt ein grün emailliertes Kleeblatt in einem ovalen von ineinandergesteckten Blättern gebildeten Kranze auf, das einen feinen Goldlinienrand hat und die goldenen Buchstaben S in einem C, links ein D, rechts ein S und unten auf dem Blattstengel ein B in einem C zeigt. (Taf. LVII.) Vielleicht ist das Kleeblatt mit dem sächsischen Orden der Treue in Verbindung zu bringen, der im Jahre 1719 von der Königin Christiane Eberhardine von Polen für Kavaliere und Damen ihres Hofes gestiftet worden war.[1] Das Ordensabzeichen bestand in einem goldenen, grün emaillierten Kleeblatte, das an goldenem Kettchen im Knopfloch oder am Brustband des Kleides getragen wurde.
Eine Kette des kunstliebenden Herzogs Friedrichs III. von Schleswig-Holstein (geb. 1597, † 1659) kam jedenfalls durch dessen enge verwandtschaftliche Beziehung zu dem sächsischen Fürstenhause nach Dresden. (Taf. LX.) Friedrich III. vermählte sich im Jahre 1630 mit Maria Elisabeth, Tochter des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen.
Die Kette zeugt von dem Kunstsinn und dem feinen Geschmacke des Fürsten. Sie wird von zweiundzwanzig emaillierten Gliedern gebildet, deren Verbindung je ein geriefter Ring herstellt. Die Glieder bestehen aus neunfachen, an zwei Seiten mit der Krone besetzten Sternen mit rot emailliertem Mittelknopf und ebensovielen damit abwechselnden, die blauschwarz emaillierten Buchstaben „F Z S H“ (Friedrich zu Schleswig-Holstein) aufweisenden Gliedern. Bei den Buchstaben ist in sehr feiner Art ein schmaler goldner Rand stehen geblieben und auch sie zeigen oben und unten die Krone. Eines der sternartigen Glieder ist als Schließe mit dem herzoglichen Wappen in Email und ein zweites als unteres Mittelstück, von dem an einem größeren Ringe das Kleinod hängt, verwendet worden.
- ↑ von Biedenfeld, Geschichte und Verfassung aller geistlichen und weltlichen, erloschenen und blühenden Ritterorden. Weimar 1841. 1. S. 176.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 88. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/100&oldid=- (Version vom 16.3.2026)