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Das Kleinod stellt die goldene ovale Bildnismedaille des Herzogs dar. Der Herzog ist nach rechts mit langem Haar im Harnisch mit breitem Kragen und um die Brust gelegter Feldbinde abgebildet. Am oberen Rande der Medaille liest man die Inschrift: „Fridericus D : G : Dux . Sles Et Holsat“, die Rückseite zeigt das Wappen von Schleswig-Holstein und die Inschrift: „Virtutis gloria merces 1626.“

Die Medaille wird von einer sehr zierlich gearbeiteten durchbrochenen emaillierten Rankenumrahmung, die oben und unten und zu beiden Seiten mit je einem in einem Emailknopf eingelassenen Diamanten besetzt ist, eingefaßt. Auch der kleine herabhängende Tropfen am unteren Ende des Kleinods hat sich erhalten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Kette Herzog Friedrichs in Sachsen angefertigt worden ist, da die Dresdner Goldschmiedekunst sich eines weiten Rufes erfreute. Im Kgl. Hauptstaatsarchiv ist ein Verzeichnis der Ringe erhalten, die der Goldschmied Ludwig de Münter zu der Hochzeit Friedrichs mit Maria Elisabeth von Sachsen geliefert hat.[1] Vielleicht könnte auch diese Kette aus seiner Werkstatt stammen.

Über die große Menge von Ketten, Kleinodien, Ringen, Geschmeide und Silbergerät, die im 17. Jahrhundert vom sächsischen Hofe bestellt und bezogen worden ist, würden wir uns heute keine annähernd richtige Vorstellung machen können, obwohl ein Teil davon im Kgl. Grünen Gewölbe in Dresden aufbewahrt wird, wenn uns nicht die erhaltenen Urkunden darüber Aufschluß bieten würden.[2]

Den Kavalieren des Hofes, fremden Gesandten, Gelehrten, Predigern, Ärzten, Musikern und Künstlern wurden Ketten, wie in unserer Zeit Orden, verliehen, die Namen der Empfänger, Wert oder Gewicht der Ketten sind verzeichnet. Auch in künstlerischer Hinsicht geben die Urkunden mancherlei Hinweis. Kurfürst Christian II. bezog seine Gesellschaftskette, die in drei Exemplaren gefunden worden ist, „wie Seine Kurfürstliche Gnaden dieselben jetzo auszutheilen pflegen“, in den Jahren 1605–1607 von den Dresdner Goldschmieden Michael Botza, der 1592 Meister, 1619 Ältester ward und bis 1633 erwähnt wird, und von Gabriel Gipfel. Dieser Meister kam von Nürnberg[3], wurde im Jahre 1591 in Dresden Meister und 1609 Ratsherr. Sein Name findet sich bis zum Jahre 1616 erwähnt. Die Ketten wurden im Gewichte von ungefähr 50 Kronen geliefert, für jede Kette 40 bis 47 meißn. Gulden Arbeitslohn berechnet und die an das Kleinod angehängte


  1. Loc. 8696 Belege-Zeddel zur Rechnunge um Einnahme und Ausgabe edeler Gesteine Kleinoder, Goldes ..... 1630–36. No 3.
  2. Akten des Königl. Hauptstaatsarchivs Loc. 8694 Inventaria über Schmuck und Silbergeschirr 1541–1662; Loc. 8695 Rechnung über Churf. Bildnisse ... wie solche von Joh. Georg I. weggegeben worden; Loc. 8695 Berechnung der Edelgesteine, Kleinoder, Goldes und güldener Ketten ... welches auf des Durchl. Churfürsten ... Bevelich ... vom 1. Jan. 1649 bis 1652 eingenommen und wieder ausgegeben; Loc. 8695 Rechnungen und Belege über die von denen Gold-Arbeitern gefertigten Kleinode betr. 1634–1654; Loc. 8696 Belege-Zeddel zur Rechnunge und Einnahme und Ausgabe edeler Gesteine, Kleinoder, Goldes ... 1624–29 und desgl. 1630–1636.
  3. Th. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe Bd. II. No 1053.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 89. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/101&oldid=- (Version vom 16.3.2026)