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Perle noch mit 36 Groschen bis zwei Gulden in Rechnung gesetzt.[1] Auch aus nichtsächsischen Städten, wie Prag, Nürnberg und Augsburg, in denen zur damaligen Zeit das Goldschmiedehandwerk in hoher Blüte stand, kommt eine Anzahl von Goldschmieden in den Urkunden vor, die für den sächsischen Hof lieferten. Aus der Beschreibung der einzelnen Stücke in den Akten könnte man nicht allzuschwer noch Erhaltenes feststellen. Eine eingehende Bearbeitung der sächsischen Goldschmiedekunst unter Kurfürst Christians II. Regierung dürfte aus den erhaltenen Akten manchen belehrenden Hinweis auf die Entwicklung dieses Kunsthandwerks beibringen können.[2]
Stellen die oben erwähnten, in das Stadtmuseum zu Dresden verbrachten
Goldsachen sich als ein im Jahre 1910 neu gefundener Schatz dar, so muß, um
das Bild des der Kirche gehörenden Gutes aus dem 17. Jahrhundert, der
vorhergehenden und nachfolgenden Zeit, nach anderer Richtung hin noch zu
vervollständigen, auch des reichen Silberschatzes, des Altargerätes, Erwähnung getan
werden, das, als der Hofgottesdienst aus der Schloßkapelle in die Sophienkirche
verlegt worden war, dorthin überführt oder als Geschenke der Kirche gestiftet
wurde und seit dieser Zeit in der Kirche aufbewahrt wird. Das im Heft XXI der
Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen (S. 154 u. flg.) aufgeführte
und beschriebene Altargerät besteht aus neun Abendmahlskelchen, acht Patenen,
sechs Hostienbehältern, neun Taufkannen und drei Schüsseln, vier Kruzifixen,
drei Altarleuchtern und einem 86 cm hohen und 53 cm breiten Hausaltar. Hierzu
gehören noch Altarbekleidungen und Kirchengewänder, zum Teil aus kostbaren
Stoffen mit Spitzen besetzt und kunstvoll gestickt. Einige dieser Altarbekleidungen,
Vorhaltetücher usw. sind Geschenke der Kurfürstin Hedwig. So führen unter
anderen die darüber erhaltenen Akten[3] eine Altarbekleidung aus schwarzem Tuch
auf mit der gestickten Inschrift: „Hedwig Geb. Aus Königl. Stamm C. Dänemark
Herzogin Und Churfürstin Zu Sachsen“ und darunter der Fürstin Wahlspruch:
„Alles Wie Es Gott Gefällt, Er Wirds Wohl Schaffen Nach Seinem Willen 1611.“
Eine Kanzelbekleidung zeigte das in Gold gestickte kurfürstlich sächsische und
das königlich dänische Wappen, zwischen denen die Worte „Ich liebe das Wort“
und die Jahreszahl 1611 zu lesen waren. Bemerkenswert sind die im ganzen
in geringer Zahl erhaltenen geistlichen Gewänder, die ebenfalls aus alten
wertvollen
- ↑ Eine Krone = 36, 36½ oder 37 Groschen gerechnet, 1 Dukaten = 42 bis 44 Groschen, 1 Thaler = 24 Groschen.
- ↑ Für einen späteren Zeitraum, den von 1624–1652, verweise ich auf die Forschungen von E. Wernicke, Zur Geschichte der Goldschmiedekunst in Sachsen in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde Bd. XIII, S. 132 u. flg., Dresden 1892, und als wichtigste Quelle für die Geschichte der Goldschmiedekunst auf das Werk von Marc Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen. II. Auflage Frankfurt a. M. 1911, in dem auf Seite 274 bis 302 die bekannten Meister der Dresdner Goldschmiedekunst aufgeführt werden.
- ↑ Ratsakten B. III. 107 y.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 90. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/102&oldid=- (Version vom 17.3.2026)