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Dresden und Berichte über glänzende Feste, Einzüge und Vermählungsfeierlichkeiten stehen in einem gewissen Gegensatze zu der allgemeinen Ansicht über die Verarmung im dreißigjährigen Kriege. Allerdings wurde das Land Sachsen unter den Drangsalen des großen Krieges empfindlich getroffen, die Festung Dresden aber hatte weder durch Einnahme noch Plünderung oder Brand irgendwelchen erheblichen Schaden erlitten, ein Umstand, der Adel und Bürgerschaft bei immerhin verhältnismäßig größerer Wohlhabenheit erhielt, die wiederum der Kunst in Dresden durch die Beschäftigung der Künstler zugute kam, wie die wertvollen Funde an Geschmeide und die für damalige Verhältnisse teuren Grabdenkmäler als Beispiele bekunden.
Die hervorragende Leistungsfähigkeit Sachsens und weise Verordnungen und Maßnahmen des Kurfürsten brachten es zuwege, daß trotz der gewaltigen Summen, die der dreißigjährige Krieg erforderte, nur wenige Jahrzehnte nach Beendigung desselben eine Kunstblüte sich entfaltete, der Dresden heute noch seinen weiten Ruf als eine erste Kunststadt verdankt.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 93. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/105&oldid=- (Version vom 17.3.2026)