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Klosterkirchhofe beerdigt zu sein und damit dauernd in das Gebet der frommen Mönche für die Ruhe der Seele eingeschlossen zu werden, galt als eine sichere Bürgschaft für die Erlösung aus dem Fegefeuer. Dieser Umstand war ein weiteres Bindeglied zwischen Bürgertum und Orden, denn die Familie, welche einen geliebten Toten in dem Kloster ruhen und eine jährlich wiederkehrende Gedächtnismesse gestiftet hatte, blieb zumeist auf viele Geschlechter hinaus mit dem Kloster in Verbindung.

In Dresden wird das Kloster der Franziskaner zuerst in einer Urkunde, die Seußlitzer Pfarre betreffend, aus dem Jahre 1272 genannt, unter der Bezeichnung „in domo minorum fratrum“[1] und in einem 1279 datierten Briefe des Abtes Burchard von Cella, der über die Abtretung der Seußlitzer Parochie handelt, wird ein Bruder Johannes als Guardianus zu Dresden genannt. Über die genaue Stiftungszeit des Dresdner Klosters sind wir urkundlich nicht unterrichtet, es ist jedoch anzunehmen, daß das Kloster bereits geraume Zeit vor 1272 bestanden hat, denn um das Jahr 1265 hielt der sächsische Provinzial ein Kapitel in Dresden ab, was den Bestand eines Klosters daselbst voraussetzt. Ein weiterer Hinweis dafür ist Heinrich des Erlauchten Stiftungsurkunde vom Jahre 1268 über das Klarenkloster zu Seußlitz, der weiblichen Ordensgenossen der Franziskaner, die vermutlich die Nachfolger und nicht die Vorläufer ihrer männlichen Ordensgenossen waren.

Franziskanerkloster. Nach einer Skizze von 1550.

Die Gründung des Klosters dürfte im wesentlichen auf die Veranlassung Markgraf Heinrichs zurückgehen, der den Brüdern einen Platz dicht neben dem Schlosse zu ihrer Niederlassung anwies. Das Kloster lag am nordwestlichen Ausgange der großen und kleinen Brüdergasse und gab diesen Gassen ihren Namen. Ältere Stadtpläne und eine im Kgl. Hauptstaatsarchiv erhaltene Skizze vom Jahre 1550 lassen die Anlage des Klosters erkennen, dessen Gebäude, solange das Kloster bestanden hat, anspruchslos und bescheiden waren. Der Eingang des Klosters befand sich der kleinen Brüdergasse gegenüber. Der kleinere Klosterhof war von drei zweigeschossigen Flügeln umgeben und schloß sich an die Nordseite der Klosterkirche an. Ein anderer Hof mit einem im Jahre 1486 errichteten Sommerhaus, nach den Rechnungen vermutlich mit sieben Zellen, lag


  1. Hasche, Diplomatische Gesch. Dresdens. Urkundenbuch, Dresden 1821. S. 13. O. Richter, Verfassungsgesch. d. Stadt Dresden. Dresden 1885. S. 20.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/14&oldid=- (Version vom 8.1.2026)