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an der Nordwestecke der Kirche.[1] Nördlich vom Kloster, das sich westlich an die Stadtmauer anlehnte, dehnte sich der Klostergarten aus, an der Südseite der Kirche der Kirchhof, der wahrscheinlich von einer einem Kreuzgange ähnlichen gedeckten Halle umgeben war.[2]
Dem Kloster gegenüber in der großen Brüdergasse stand das Regelhaus, das eine kleine Anzahl Klarissinnen beherbergte, die aus dem Männerkloster den Beichtvater zugesandt erhielten und den Predigten, sowie dem Gottesdienste in der Klosterkirche an einem für sie bestimmten Platze beiwohnten. Im übrigen betätigten sie sich wie ihre männlichen Ordensgenossen in der Ausübung wohltätiger Verrichtungen.
Wenn auch nur sehr spärliche urkundliche Nachrichten über das Kloster vorhanden sind, so ist es doch möglich, sich daraus ein wenn auch lückenhaftes Bild der Einrichtungen und des Lebens im Dresdner Franziskanerkloster zu machen, das wiederum bemerkenswerte Hinweise auf die Kultur des Mittelalters bietet.[3] Außer dem Klostergebäude besaß der Dresdner Konvent einige dem Kloster benachbarte Obstgärten, die aber unter Herzog Georg dem Bärtigen der gründlicheren Befestigung der Stadt wegen eingezogen wurden, und je ein Termineihaus zu Dippoldiswalde und Pirna, wo die Terminanten, das sind die Brüder, die innerhalb ihrer Bettelbezirke die Almosen einsammelten, übernachten konnten.
Unter Markgraf Friedrich dem Gebissenen wurde im Jahre 1321 das Kloster vergrößert, und Markgraf Friedrich der Strenge bewies dem Kloster dadurch seine Huld, daß er im Jahre 1351 anstelle einer kleinen unscheinbaren Kapelle den Bau einer neuen Kirche begann, die, wenn auch wesentlich verändert und durch verschiedene Ausbauten vergrößert, heute noch als evangelische Hof- oder Sophienkirche vorhanden ist. Auf Friedrich den Strengen 1349–81 und dessen Gemahlin Katharina, Gräfin von Henneberg (vermählt 1346, gestorben 1397) als Erbauer und Stifter der Kirche weisen einige Wappensteine hin, die nach dem Umbau der Kirche im Jahre 1864/68 an die Strebepfeiler der südlichen Langseite versetzt wurden. Es sind vier Steine, abwechselnd zwei mit dem Thüringischen Löwen und zwei mit der Hennebergischen Henne. Ursprünglich war die Anzahl und die Verteilung der Wappensteine eine andere, wie man auf den durch Veranlassung des Hoforganisten Friedrich George Kirsten im Jahre 1824 angefertigten zwölf noch später zu erwähnenden Ansichten der Sophienkirche sieht, die heute ein sehr wertvolles Dokument für das Aussehen der Kirche vor ihrem Umbau durch
- ↑ Ratsarchiv A. XVb No 35 Bl. 13a: „Jtem iiij β xiiij gr. Matis Hecht dem steinmetczen; Pauel Goltsmyt hatcz im vordinget vij fenster zcu hawen. Das andre hat im Pauel Goltsmyt gegeben. Jtem xv gr. Frantcz Blewel, hei hat och zcwü wochen fenster gehawen, obir das somerhauß in die tzellen.“
- ↑ Ratsarchiv A. XVb No 35 Bl. 13a: „Jtem xviij gr. vor bawholcz den montagk . vor der brüder kirmeß, do mette dy mawer zcu degken umb den kirchhoffe.“
- ↑ Ich verweise darüber auf Georg Müller, Das Franziskanerkloster in Dresden, in den Beiträgen zur Sächsischen Kirchengeschichte Heft 5 (1890), S. 91 flg.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/15&oldid=- (Version vom 8.1.2026)