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Architekt Prof. Arnold (1864/68) bilden. Auf Blatt III bei Kirsten gewahrt man an dem dem Tore zunächst stehenden Strebepfeiler oben ein Wappen, ein Kübelhelm mit zwei Hörnern, an denen die thüringischen Lindenblätter hängen, darunter die beiden Löwenschilde, an dem benachbarten Strebepfeiler einen Stein mit einem Löwen unter einer Mitra und darunter die beiden Schilde mit der Henne. (Taf. I, Abb. 1.) In dem Hefte 21 der Beschreib. Darst. d. älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, bearbeitet von Cornelius Gurlitt, Dresden 1900, werden auf S. 81 die Wappen erklärt „als die des Markgrafen Friedrich, seiner Gemahlin und deren Vater Graf Heinrich XII. von Henneberg-Schleusingen († 1347); oder ihres Onkels, Graf Berthold († 1416), der Markgrafen Balthasar († 1406), Wilhelm I. († 1407) und des Erzbischofs Ludwig von Magdeburg († 1382)“.

Die Kirchenbauten der Franziskaner entsprachen völlig den Regeln des Ordens und seiner Aufgabe. Es sind schmucklose Bauten, wie es das Gelübde der Armut forderte und als Predigtkirchen mit einem möglichst einheitlichen und großen Raum im Inneren ausgestaltet, damit die in der Kirche versammelten Gläubigen von allen Plätzen gleich gut die Predigt hören konnten. Die so entstandenen saalartigen Predigtkirchen, in die, um eine noch größere Menge Andächtiger aufnehmen zu können, vielfach Emporen eingebaut wurden, zeigen in ihrem Typus als Predigtkirchen eine Art vorreformatorischer Bestrebungen. Die Bettelmönchkirchen dienten also nicht wie andere Mönchskirchen ausschließlich den Klosterbrüdern zur Abhaltung ihrer gottesdienstlichen Handlungen, Gebet und Messe, sondern sind die ersten Gemeindekirchen. Nicht ein Kultgebäude für Prozession und Opferfeier wollten die Bettelmönche schaffen, sondern sie bildeten einen einfachen Predigtraum aus. Als ein solcher war auch die Klosterkirche in Dresden von Grund aus erbaut worden.

Die Kirche ist eine zweischiffige Anlage, jedes Schiff mit einem aus dem Achteck gebildeten Chore geschlossen. Zumeist entstanden die im ganzen nicht sehr zahlreichen zweischiffigen Kirchen aus Erweiterungen bescheidener einräumiger, zum Teil ohne Choranlage gestalteter Saalkirchen. Reichte für eine wachsende Zahl der Zuhörer der Raum nicht mehr aus, so wurde durch Anfügen eines zweiten Schiffes dem Mangel abgeholfen.[1] Die Dresdner Klosterkirche beansprucht in der Geschichte der deutschen Baukunst eine besondere Stelle deshalb, weil sie sogleich bei der Gründung zweischiffig mit zwei Choranlagen erbaut worden ist. Die beiden Schiffe sind gleich hoch und werden von drei freien profilierten Pfeilern, vor die starke Dienste gelegt sind, getrennt, an dem Zusammenschlusse der beiden Choranlagen ist ein halber Pfeiler angegliedert. (Siehe Grundrisse Seite 5 und 6.)

Um 1400 ist vermutlich auch die an den Südchor angebaute Kapelle entstanden. Sie war, wie Gurlitt[2] erkannt hat, die Kapelle der sehr angesehenen


  1. Richard Abraham, Die Trinitatiskirche zu Danzig. Danzig 1910. S. 31. Hier wird der Bau der Dresdner Franziskanerkirche irrtümlich in das Jahr 1265 verlegt.
  2. Bau- u. Kunstdenkm. d. Kgr. Sachsen Heft XXI. S. 81.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 4. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/16&oldid=- (Version vom 22.1.2026)