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Familie Busmann, die ihr auch als Begräbnisstätte gedient hat. Ein Lorenz Busmann trat 1387 in den Rat und starb vor 1412, nachdem er viermal Bürgermeister gewesen war. Ein zweiter Lorenz Busmann starb 1440 und wurde in der Kapelle begraben.[1] In den Jahren 1471, 1472, 1475, 1478, 1481, 1484, 1487, 1490 und 1491 wird ein Lorenz Busmann als Ratsmitglied genannt.[2] Die Gemahlin eines Johannes Busmann, Elisabeth † 1478, fand ebenfalls in der Kapelle ihre Ruhestätte. Ein Heinrich Busmann begleitete Herzog Albrecht 1476 nach dem gelobten Lande und starb auf der Reise.[3]
Bei der Anlage einer Krypta unter der Busmannkapelle im Jahre 1910 fand man in 4½ m Tiefe Grüfte, in denen, außer geringen Knochenresten, Frauentrachten des XV. Jahrhunderts und die Tracht der grauen Brüder sich noch gut erkenntlich erhalten hatten. Da in der Busmannkapelle ursprünglich wohl nur Mitglieder der Familie Busmann bestattet worden waren, so müssen die gefundenen Grüfte Grabstätten dieser Familie gewesen sein. Daß sich keine Grabsteine vorfanden, erklärt sich aus den baulichen Veränderungen der Kapelle in späterer Zeit, in der man alten Denkmälern keine Beachtung schenkte. Der Umstand, daß die männlichen Mitglieder dieser Familie in der Tracht der Minoriten bestattet worden sind, dürfte seine Aufklärung in dem Bestehen der Franziskanerbruderschaft finden.
Die Bruderschaften des Mittelalters waren Vereinigungen von Klosterbrüdern und Laien zum Zwecke mildtätiger Handlungen. Bürger traten als Laienbrüder in irgend einen Orden ein. Wie im Mittelalter in Italien, so bestanden solche Bruderschaften auch in den Niederlanden und in Deutschland. Besonders gern wurden die Wohltäter eines Klosters in den Orden aufgenommen. Mitglieder von Adels- und Patrizierfamilien, sowie bürgerliche Namen werden in den Verzeichnissen der Bruderschaften genannt, Rang und Stand hatten für die Mitgliedschaft keine Bedeutung. Die Mitglieder trugen gewöhnlich irgend ein Abzeichen, das die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bruderschaft erkennen ließ und wurden nach ihrem Tode zumeist in der betreffenden Tracht des Ordens bestattet. Die Mitglieder der Familie Busmann wären demnach als zur Bruderschaft der Franziskaner gehörig in der Tracht der grauen Brüder beigesetzt worden.
Aus den Klosterrechnungen ersieht man, daß in Dresden ganze Handwerkervereinigungen der Franziskanerbruderschaft angehörten, so die Schneider- und Schustergesellen. Aus den Begräbnissen dieser Mitglieder hatte das Kloster gewisse Einnahmen. Die Schuster zahlten für ein Begängnis 5 und 6 Groschen, die Schneider 10 Groschen. Vielleicht bietet auch die Nachricht, daß die Schneider
- ↑ Hauptstaatsarchiv XIV. Abt A. Bd. 7. Fol. 505–510.
- ↑ O. Richter, Verfassungsgesch. S. 413 flg.
- ↑ In den Klosterrechnungen aus dem Jahre 1487 Ratsarchiv A. XVb No 35 Bl. 23b und 24a sind die Einträge vermerkt „bethen zcu Bussmanns capelle“, „Jtem xj gr. vij₰. j hlr. hat man derbethen an sancte Barbarantage zcu Bussmans capelle“.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/19&oldid=- (Version vom 22.1.2026)