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mit Blattwerk, einer mit einem Kopf und Blattwerk, ein anderer mit einem Pelikan, der seine Jungen füttert und einer mit Tierdarstellung geschmückt.
Von einem alten Altare der Busmannkapelle haben sich einige Teile erhalten, die das Museum des Kgl. Sächs. Altertumsvereins aufbewahrt. Das Hauptstück ist ein heiliges Grab aus Sandstein (Inventar No 17a) mit einer dazugehörigen knieenden Frauengestalt. (Inventar No 38.) [Taf. III u. IV.] Wahrscheinlich wurde der Altar 1552 in der Busmannkapelle abgebrochen und nach dem Vermerk einer erhaltenen Rechnung des Bartholomäushospitals in die Bartholomäuskapelle versetzt.[1] Das heilige Grab stammt aus der Zeit 1410–1420, wie die Ausrüstung und Bewaffnung der vier Grabeswächter, die Haar- und Gewandbehandlung erweisen. Leider sind durch mehrfachen Anstrich und Erneuerungen manche Einzelheiten für die künstlerische Beurteilung der Arbeit zugrunde gerichtet worden. Trotzdem erkennt man eine tüchtige Leistung der Zeit, wie aus der Körperbehandlung des Heilandes, der Haltung der Frauenfiguren und der Behandlung der Gewandung mit den für die Zeit typischen Gewandsäumen ersichtlich ist. Bei der knieenden Magdalenengestalt, in der man wohl mit Recht die Figur einer Stifterin vermuten kann, ist der Kopf stark ergänzt, vor allem Nase und Kinn, ebenso die Hände. Ihr gegenüber auf der entsprechenden anderen Seite des Grabes kniete vielleicht früher die Figur eines männlichen Mitgliedes der Familie Busmann als frommer Stifter. Farbspurenreste beim Heiland und den Weihrauchkessel schwingenden Engelsfiguren an den Schmalwänden des Sarkophages weisen auf eine einstmalige Bemalung des ganzen Werkes hin, wie eine solche in der gotischen Zeit allgemein üblich und hier besonders am Platze war, weil auf dem als Altartisch dienenden Grabe ein gemalter Altaraufsatz stand, dessen Predella sich ebenfalls im Museum des Königlich Sächsischen Altertumsvereins erhalten hat und an der 35 cm hohen Seitenansicht auf beiden Seiten, links nur zur Hälfte erhalten, das Wappen der Busmann zeigt. (Taf. V, Abb. 1.) Auf der in Tempera gemalten Predella sind die Gestalten des Heilandes und zu dessen Seiten je sechs Apostel dargestellt. Die Malerei ist an ihrem unteren Rande stark beschädigt. Die Formengebung der untersetzten Gestalten mit den unverhältnismäßig dicken Köpfen, die wenig gewandte Art in der Bildung der großen ovalen Heiligenscheine, der Mangel fast jeglicher Charakterisierung, sowie die Farbengebung lassen das Werk als die Arbeit eines handwerkmäßigen Künstlers erkennen.
An den ältesten östlichen Teil der Kirche baute man im Jahre 1421 eine westliche Verlängerung um zwei Joche an, bei der die Pfeiler nur achteckig gebildet wurden. Ob die Dresdner Kirche wie andere heute noch erhaltene Franziskanerkirchen einen offenen Dachstuhl oder eine flache Decke hatte, ist nicht sicher festzustellen. An den Westecken fehlen Strebepfeiler, ein sehr starker Strebepfeiler
- ↑ „1 fl. Hans Werner dem Steinmetzen und den Helfersknechten den althar wider zu setzen unnd abzubrechen in Pussmans Capell vnnd die thür in der sakristen weitter zu machen.“
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/21&oldid=- (Version vom 24.1.2026)