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der städtischen Einwohnerschaft immer dringender geltend. Die bislang hierzu verwendete Frauenkirche und deren Kirchhof bot keinen Raum mehr, die Kreuzkirche war „unausreichender Gründung und anderer Ursache halber“[1] ungeeignet. Immer noch bestand altem Gebrauche gemäß der Wunsch bei allen, welche die Mittel dafür aufbringen konnten, in oder wenigstens bei der Kirche bestattet zu werden. Der Rat bemühte sich deshalb von neuem um die Wiedererlangung der Klosterkirche und bat den Kuradministrator in einem vom 23. September 1596 datierten Schreiben um Rückgabe der Kirche, die er „fein sauber und zierlich“ instandzusetzen und in der er außer den Leichenpredigten einen wöchentlichen Gottesdienst einzurichten beabsichtigte.

In seiner Eingabe[2] wies der Rat auf die frühere Benutzung der Klosterkirche zu Begräbnissen hin[3], erinnerte an die Schenkung des Klosters und der Kirche durch Herzog Heinrich und hob hervor, daß nunmehr durch die Errichtung eines neuen Zeughauses die Kirche für die Zwecke der Kriegsverwaltung entbehrlich geworden sei. Er bat nur um Rückgabe der Kirche, nicht der Klostergrundstücke:

„ihm von solchem gemeiner Stadt aus Gnaden verehrten und geschenkten Kloster nicht mehr denn die Kirche mit den beiden Getraideböden und das kleine Vorhöfchen gegen die große Brüdergasse zu zu einem Begräbnisse für die von Adel und anderes vornehme Hofgesinde und Bürger zu räumen und einzuthun.“

Die Bitte des Rates wurde vom Kuradministrator, nachdem dieser vorher die für den Rat günstig lautenden Gutachten der kurfürstlichen Kammerräte und Rentmeister eingefordert hatte, mit Reskript vom 22. November 1597 bewilligt und dem kurfürstlichen Zeugmeister Paul Buchner die Räumung der Kirche und deren Übergabe an den Rat anbefohlen.[4]

Buchner säumte mit der Räumung der Kirche und erst im Juni 1599 konnte der Rat von dem Kirchengebäude Besitz ergreifen. Jetzt wurden die Schäden des Bauwerkes ersichtlich, die durch die langjährige profane Benutzung desselben entstanden waren. Der Rat sah sich genötigt, gleichzeitig mit der Abstattung seines Dankes für die Überlassung der Kirche den Kuradministrator um eine Unterstützung für den notwendigen Erneuerungsbau zu bitten. Sein Gesuch wurde jedoch abschläglich beschieden bezw. er wurde auf eine spätere Entschließung vertröstet.

Durch die Vermittlung des ersten kurfürstlichen Hofpredigers Dr. Polycarp Leyser suchte nun der Rat die Unterstützung für die Instandsetzung der Kirche von der verwitweten Kurfürstin Sophia, Gemahlin Kurfürst Christians I., Mutter des Kurprinzen, zu erhalten.[5] Dr. Polycarp Leyser war die geeignetste Persönlichkeit,


  1. Ratsakten B. III. 1. Bl. 5.
  2. Ratsakten B. III. 1. Bl. 2–4b.
  3. Hauptstaatsarchiv Abt. XIV, Band 7, S. 500 Notariatsinstrument Stephan Hausmanns vom 14. Juni 1599 über die in der Klosterkirche befindlichen Leichensteine.
  4. Akten des vormal. Finanzarchivs Rep. XXIII No 136 A. 1596 Bl. 5. Ratsakten B. III. 1. Bl. 8 u. fl.
  5. Ratsakten B. III. 1. Bl. 24.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/24&oldid=- (Version vom 11.2.2026)