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Im Jahre der Fertigstellung dieser Wiederherstellungsarbeiten trat ein Umstand ein, der für die Zukunft der Kirche von Bedeutung war. Der Kurfürst beabsichtigte sein Schloß in Dresden instandsetzen zu lassen. Er ersuchte deshalb den Rat, da die für den Hofgottesdienst bestimmte Kirche im Schlosse während dieser Zeit nicht in Gebrauch genommen werden konnte, um zeitweise Überlassung der Klosterkirche. Der Rat entsprach nach einer Beratung vom 12. Juni 1602 dem Wunsche des Kurfürsten, der anordnete, daß die einstweilige Abhaltung des Gottesdienstes am Tage Johannis Baptistae (24. Juni) ihren Anfang nehmen und daß Dr. Leyser die erste Predigt halten sollte. In seiner Predigt bediente sich Dr. Leyser zum erstenmal der neuen Namensbezeichnung der Kirche, die als Kirche zu Sanct Sophien geweiht wurde. Mit dieser Bezeichnung war die Ehrenbezeigung verwirklicht, welche der Rat schon im Jahre 1599 der Kurfürstin-Witwe zugedacht hatte, zugleich war der Name in geistreicher Beziehung auf den Zweck der Kirche als Begräbniskirche gewählt. Im Einverständnis mit dem Rate hatte Dr. Leyser vorher sich wegen der neuen Benennung der Kirche mit dem Kurfürsten ins Einvernehmen gesetzt und ihm seine Gedanken darüber dargelegt. Das nachfolgende Reskript des Kurfürsten vom 22. Juni 1602 gibt darüber deutlichen Aufschluß.[1]

Befehl an den Oberhofprediger Dr. Polycarpum Leysern wegen Benennung der Sophienkirche.

„Von Gottes gnaden Christian der ander, Hertzog zu Sachssen, Churfürst zc. Wirdiger hochgelerter lieber andechtiger unnd getreuer, Wir seindt erinnert worden, was eure gedanken sein, damit der wieder renouirten Kirchen hinder unserm Schloß, auf der grossen brüder gassen, ein neuer nahme gegeben werde, Vnd nach dem billich, eines jeden Christen einige sorge vnd gedancken sein sollen, das derselbige die seelige und wahre sterbkunst, wann wir von dem Allmechtigen aus diesem Zeitlichen leben erfordert werden, lerne; dieselbe aber aus keinen andern büchern, denn aus dem heiligen wordt Gottes, und durch das gehör desselben, als der himlischen weißheit, studiret, und ergründet werden kan, Vnd in solche Kirche mit der Zeit viel ehrlicher Leut Leichnam sonder Zweiffell geleget werden möchten, So lassen wir uns nicht mißfallen, das angeregte Kirche zu S. Sophien hinfüro genennet werde, Zumassen dann Ihr dieses Tituls und nahmens halber in der Predigt so Zum ersten mahl auff S. Johannistage in solcher Kirchen gehalten werden soll, gegen die Zuhörer gebührende erinnerung Zuthun wissen werdet,

Wollten wir Euch gnedigster meinung nicht bergen, und seind euch mit gnaden gewogen.

Datum Pirna am 22 Juny Anno 1602 Christian Churfürst     

Nach Neubert[2] befand sich eine Inschrift, die an jene Weisheit erinnerte, in dem Treppenturme auf der Südseite der Kirche, der bei den Umbauten im Jahre 1868 abgebrochen wurde; sie lautete: „D. S. Sophiae illius perennaturae,


  1. Ratsakten B. III. 3.
  2. Heinrich Moritz Neubert, Zur Geschichte der Sophienkirche zu Dresden namentlich in Bezug auf deren rechtliche Stellung, Dresden 1881, S. 16 u. Anmerkg.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 14. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/26&oldid=- (Version vom 11.2.2026)