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zur baulichen Instandhaltung der Kirche aus ihren Mitteln. Im Jahre 1603 wurde für 345 fl. 20 gr. 4 pf. ein Gewölbebau unter dem Altare als fürstliche Begräbnisgruft hergestellt, in der in der Folge einige fürstliche Persönlichkeiten beigesetzt wurden.

Herzog Johann Wilhelm von Sachsen, † 1632.

Herzogin Sophie von Pommern, Schwester des Kurfürsten Johann Georg I., † 1635.

Sophie Hedwig von Schleswig-Holstein, Gemahlin Herzogs Moritz von Sachsen, † 1652 nebst ihren Kindern Herzog Johann Philipp und Herzog Moritz.

Eleonore Magdalena, Tochter des Herzogs Moritz, † 1661.

Außer diesen Sophia Agnesa von Radzivil, † 1636 während der Pest in Dresden.

Wenige Tage nur war die Gruft die Ruhestätte der am 12. April 1694 unter dem Geläute der Glocken mit fürstlicher Pracht daselbst beigesetzten Sibylla von Neidschütz, die 1693 vom Kaiser zur Reichsgräfin von Rochlitz erhoben worden war. Die Schilderung ihres Begräbnisses und der sich an ihren Tod knüpfende Prozeß sind kulturell von Interesse. Die Bürger Dresdens mußten schwarz gekleidet von dem Hause der Gräfin bis zur Sophienkirche sich aufstellen, alle sechs Schritte brannte eine Fackel und an allen Ecken leuchteten Wachtfeuer und Pechkränze. In dem Zuge, den sechs Hofbedienstete in langen Trauermänteln, zwei Marschälle zu Fuß mit langen Mänteln und schwarz überzogenen Stäben und einunddreißig Paar Schüler mit weißen Wachsfackeln eröffneten, folgten der Kurfürst in seinem sechsspännigen vergoldeten Staatswagen und der Herzog Friedrich August ebenfalls in einer sechsspännigen Kutsche; in über fünfzig anderen Karossen schlossen sich die verschiedenen Kavaliere an. Die Geliebte des Kurfürsten war zwanzig Jahre alt an der Blatternkrankheit gestorben und sechs Tage später erkrankte und starb der Kurfürst Johann Georg IV. an derselben Krankheit. Nach dem Tode des Kurfürsten erhoben sich Anklagen gegen die Mutter der Neidschütz, sie habe durch Ränke und allerlei Zauberkünste die Liebe des Kurfürsten zu ihrer Tochter und dadurch den vorzeitigen Tod des Fürsten herbeigeführt. Der Hexenprozeß erregte großes Aufsehen, um so mehr als viele Personen der höheren Stände in ihn verwickelt waren. Wenige Tage nach dem Tode des Kurfürsten wurde die Leiche der Gräfin von Rochlitz wieder aus der Hofgruft genommen und außerhalb der Kirche heimlich vergraben.

Im Jahre 1606 kam als Stiftung der Kurfürstin das vornehmste Denkmal der Kirche zur Aufstellung, der heute noch erhaltene kunstreiche Altar von Giovanni Maria Nosseni, für den die Kurfürstin 3500 fl. zahlte.

Bis zur Verlegung des protestantischen Hofgottesdienstes aus der Schloßkapelle in die Sophienkirche im Jahre 1737 haben keine größeren Bauausführungen an der Kirche stattgefunden. Den an der Süd- und Ostseite der Kirche sich anschließenden Kirchhof umgab man 1619 mit einer Mauer, an der mehrere

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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/28&oldid=- (Version vom 12.2.2026)