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gewölbte Schwibbogen entstanden. Am Kirchhofsportal wurde ein Relief mit der Darstellung der Auferstehung Christi und das Dresdner Stadtwappen angebracht. An Baukosten für die Orgel und Instandsetzung des schadhaften Gewölbes, dessen Steine und Ziegel von dem auf ihm gelagerten Salze zerfressen waren, geben die Rechnungen aus den Jahren 1624/25 eine Summe von 1270 fl. 3 gr. 1 ₰ an. Umbauten an den Emporen erfolgten 1682/83 und 1692/93. Eine neue Empore für Soldaten und Standespersonen und eine königliche Empore errichtete man in dem Zeitraume von 1695–99.[1] Im Jahre 1696 wurde der hinter der Kirche befindliche Kreuzgang abgebrochen und eine Sakristei erbaut, wozu der Kurfürst auf ein Gesuch des Rates seine Genehmigung erteilt hatte. Der Kurfürst hatte anstelle der von der Kurfürstin angeordneten sonntäglichen Vesper im Jahre 1611 eine Sonntagspredigt befohlen. Eine zweite Sonntagspredigt war 1693 eingeführt worden. Mit dem starken Besuch derselben und dem dadurch verursachten Raummangel begründete der Rat sein Gesuch an den Kurfürsten.[2]
Umgestaltungen der Räumlichkeiten im Inneren des Schlosses nötigten den Kurfürsten Friedrich August im Jahre 1737, die Räume der alten Schloßkapelle, in der, auch nachdem die kurfürstliche Familie dem katholischen Bekenntnisse sich zugewendet hatte, der protestantische Gottesdienst durch die Hofprediger abgehalten worden war, zu Wohnzwecken mit zu verwenden. Das darauf bezügliche Reskript des Kurfürsten an den Superintendenten Löscher und den Rat zu Dresden vom 29. Mai 1737 (Neubert a. a. O. S. 134) verordnet die unverzügliche Verlegung des Gottesdienstes aus der Schloßkapelle in die Sophienkirche, um keine Störung im regelmäßigen Gottesdienste eintreten zu lassen. Das sämtliche Kirchen-Ornat und Zubehör nebst allem, was sonst in der Schloßkapelle vorhanden, sollte in die Sophienkirche gebracht werden. Ein besonderer Befehl des Kurfürsten (dat. Teplitz den 6. Juni) ordnet auch die Überführung der auf dem Schloßturme befindlichen vier Glocken in die Sophienkirche an. Am 10. Juni hielt Superintendent Löscher in der Schloßkapelle die letzte Predigt, am 16. Juni Dr. Marperger die erste Predigt zum Hofgottesdienst in der Sophienkirche, die von nun an auch Hofkirche genannt wurde.
Die nötigen baulichen Einrichtungen und Umgestaltungen an der Kirche wurden ohne Säumen vorgenommen. An die Südfront errichtete man unter Johann Christoph Knöfels Leitung einen Glockenturm, zu dem der Zimmermeister George Bähr schon vorher, 1736, einen Entwurf geliefert hatte. Außer Bähr arbeiteten an dem Turme Johann Gottfried Fehre als Maurermeister und Johann Friedrich Lutz als Steinmetzmeister. Mit einem vergoldeten kupfernen Knopf, in den man eine Denkschrift und Münzen eingeschlossen und den man zur Feier mit einem drei Ellen hohen Blumenstrauß geschmückt hatte, wurde
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/29&oldid=- (Version vom 12.2.2026)