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am 4. Juni 1737 der vollendete Turm bekrönt.[1] Am 15. Juni läuteten die Tags zuvor auf den Turm aufgezogenen Schloßkapellenglocken zum erstenmal zur Betstunde.

Über das Aussehen des Turmes, dessen oberer Teil mit Schiefer gedeckt war, unterrichten Zeichnungen bei Kirsten.[2] (Taf. IX.) Unter den aus der Schloßkapelle in die Sophienkirche überführten Glocken wird auch eine silberne (?) in einem Aktenstück von 1757 erwähnt.[3] Am 16. Februar dieses Jahres hatten zwei Diebe „die silberne Hofglocke, welche 2¾ Ctr. wog“, zu stehlen versucht. Sie hatten sie in den Hof hinuntergelassen, konnten sie aber ihrer Schwere wegen nicht fortschaffen und der Oberhofprediger nahm sie in Verwahrung.

An den Vorbau der Westfront wurde im Oktober des gleichen Jahres das reich verzierte und wegen seiner Vergoldung das „Goldene Tor“ genannte Portal, das bisher den Eingang zur Schloßkapelle im großen Schloßhofe gebildet hatte, versetzt. (Taf. X.)

Das nach dem Motiv des Triumphbogens gebildete Portal wird von vier auf Sockeln sich erhebenden kannelierten korinthischen Säulen gebildet, die ein vorkragendes Gebälk tragen und deren innere, von einer Archivolte zusammengefaßte Pilasterordnung eine in Eiche geschnitzte Eingangstüre umschließt. Die Zwickel über der Archivolte sind durch zwei in Relief gearbeitete liegende Genien, die linke einen Kranz, die rechte einen Zweig haltend, und in den Ecken durch Füllhörner ausgefüllt. Zwischen den Säulen stehen in Nischen vier Statuen, links oben Johannes d. T., darunter Johannes d. Ev., rechts Moses und darunter Petrus. Unter Johannes d. T. und Moses ist auf einem schmalen Bande je die Inschrift MDLV zu lesen und am linken Pilaster die Jahreszahl MDLIIII eingemeißelt. Das Gebälk mit Palmetten, Konsolen, Kymatien und Zahnstab besteht in seinem unteren Teile aus einem breiten Rankenfriese, dessen Ornament, von menschlichen und tierischen Gestalten belebte Akanthusranken, von einem Kopfe in der Mitte ausgehend, sich nach den Seiten bis zu den von Adlern betonten Ecken verzweigt. Über dem Gebälk ist eine etwas zurücktretende Attika aufgebaut. Sie zeigt in der Mitte die lebhaft bewegte Darstellung der Auferstehung Christi in Hochrelief und wird seitlich durch je ein Paar ornamentierte Pilaster, zwischen denen unter Rundbogen je eine Statue, links die des Jesaias, rechts die des Paulus steht, begrenzt. Das Portal war ursprünglich mit den Figuren des auferstandenen Heilandes mit der Glaubensfahne und der vier Kardinaltugenden bekrönt. Heute sind nur noch in der Mitte die Gestalt des Heilandes, an der linken Ecke die Figur des Glaubens mit dem Kelche und rechts die der Stärke mit der Säule vorhanden.


  1. Ratsakten B. II. 108y.
  2. Risse und Zeichnungen zum Turm 1735, Portal 1773 etc. befinden sich in den Ratsakten B. II. 108z.
  3. B. II. 109c.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/30&oldid=- (Version vom 13.2.2026)