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Lamme als Knauf ist aus Holz gefertigt und mit Löwenköpfen, Rankenwerk und einem Mäander am Rande verziert.

Der Altar ist nach Wecks Chronik (S. 200) im Jahre 1662 und vermutlich nach einem Entwurfe des Oberlandbaumeisters Wolf Caspar Klengel geschaffen worden. (Taf. II.) Mit Ausnahme der vier grünen Säulenschäfte, die aus einem Marmorblocke gehauen sind, den Herzog Albrecht im Jahre 1476 aus dem heiligen Lande mitbrachte und der ihm dort als ein Rest des Tempels zu Jerusalem geschenkt worden war, sind alle bunten steinernen Teile des Altares sächsischen Brüchen entnommen. Der Altartisch besteht aus einem Aufbau von schwerfälligen toskanischen Pilastern aus schwarzem Marmor, die eine Bogenarchitektur aus Serpentin mit Feldern aus rotem Marmor einrahmen. Darüber ruht eine Platte aus rotem weißgeaderten Marmor. Über der Mensa erheben sich auf roten Marmorpostamenten die beiden Paare der obengenannten grünen Marmorsäulen, deren Basen aus schwarzem, die darüber liegenden Zwischenglieder mit Blattwerk aus weißem Marmor gefertigt sind, während die Kompositkapitäle aus Alabaster bestehen. Ein schweres stark verkröpftes Gebälk schließt in einem Rundbogen den Altar nach oben ab. Zwischen den Säulen ist eine rote Marmorplatte eingelassen, auf der, wie ein Modell im Königlichen Grünen Gewölbe zeigt, ursprünglich im Relief der gekreuzigte Heiland mit den Kreuzen der beiden Schächer zu seiten angebracht war.

Taufstein und Altar sind trotz ihrer Buntheit durch die geschickte Verwendung der verschiedenen Marmorsorten von ruhiger vornehmer Wirkung.

Zur Herstellung eines Gestühls im Schiff mit besonderen Sitzen für die dem Hofgottesdienste beiwohnenden Hofbeamten überdeckte man den Fußboden der Kirche, der zum größten Teil mit den Grabplatten der vom Jahre 1602 ab Bestatteten belegt war, mit einer Schuttschicht und brachte darüber ein Balkenlager und einen Bretterfußboden an. Diese Bauausführungen scheinen durch die große Eile, mit der man sie vorzunehmen gezwungen war, sich nur auf das Nötigste beschränkt zu haben, denn schon nach wenigen Jahrzehnten sind neue umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Kirche erforderlich, die ein Bericht an den Rat von 1773 anführt.[1]

Das Portal drohte einzustürzen. Es wurde, wie erwähnt, im Jahre 1772 von Grund aus neu aufgeführt und 1774 „zu seiner vorigen Schönheit“ vollendet. Die Baukosten beliefen sich auf ungefähr 1429 fl.[2] Weitgehende Ausbesserungen am Kirchendach erwiesen sich als eine dringliche Arbeit. Eine im Jahre 1755 vorgenommene Umdeckung des Kirchendaches war nach Fertigstellung der einen Seite wegen der Kriegsnöte unterbrochen worden. Diese ungenügende Deckung ließ den Wirkungen der Witterung freien Zutritt, und es waren Sparrenhölzer und Teile des


  1. Ratsakten B. II. 109a.
  2. Ratsakten B. III. 58. S. 40.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/36&oldid=- (Version vom 20.2.2026)