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in der Kirche befindlichen Grabstätten aus der Stadt, falls es ohne Rechtsverletzung geschehen könnte. Das aus diesem Anlaß angefertigte Verzeichnis stellte sechsunddreißig Begräbnisstätten außerhalb der Kirche fest. Für die Grabstätten im Inneren der Kirche wurde auf ein Verzeichnis des Hofkirchners Oettrich verwiesen.[1] Mit dem Abreißen einzelner Begräbnisschwibbogen auf dem Kirchhofe begann man 1798 und setzte den Abbruch in den Jahren 1817, 1819 und 1823 weiter fort. Die ganze Kirchhofsmauer an der Großen Brüdergasse und im Quergäßchen mit den angebauten Betstübchen fiel im Jahre 1824.
Eine neue Phase in der Baugeschichte der Kirche beginnt mit dem Jahre 1834,
in dem das Innere, wie später in den Jahren 1864/68 das Äußere, vollständig
umgewandelt wurde. Als ein erfreulicher Umstand ist es zu bezeichnen, daß sich eine
Anzahl getreuer Abbildungen erhalten hat, die das Äußere und Innere der Kirche
im Zustande von 1824, demnach vor ihrer völligen Veränderung, zeigen. (Taf. IX
und Taf. XIV.) Es sind zwölf Wasserfarbenbilder, die der Hoforganist Friedrich George
Kirsten, nachdem er dreißig Jahre das Organistenamt an der Sophienkirche
versehen hatte, aus Liebe zu seiner Wirkungsstätte durch den Maler Kannegießer
anfertigen ließ. Sie zeigen die Kirche im Äußeren noch von der Kirchhofsmauer
mit den Schwibbogen umgeben, mit dem Turm und den angebauten Betstübchen,
die Westfront mit dem alten hohen Backsteingiebel und dem Schloßkapellentor,
im Inneren mit der Ausstattung mit Epitaphien, Fahnen, der alten Kanzel und
eingebauten Emporen. Das zwölfte Blatt veranschaulicht das Innere der
Hofsakristei. Die Zeichnungen sind in einem Bande vereinigt, der in der Dresdner
Stadtbibliothek aufbewahrt wird.
Die Hauptarbeit, die man im Jahre 1834 leistete, hatte den Zweck, den ernsten düsteren Eindruck, den das Innere der Kirche nach der Zeitanschauung noch bot, in einen helleren, freundlicheren zu verwandeln.[2] Neben der Kanzel wurde ein neues Fenster eingebrochen, das Fenster über der Kanzel vergrößert; alle inneren Türen versah man mit Glasscheiben, die Einrichtungsgegenstände mit einem hellen Ölanstrich und Vergoldung. Für die innere Ausmalung der Kirche gab der Maler Vogel von Vogelstein, von dem auch die zarten Wasserfarbenbildchen am noch vorhandenen Lesepulte herrühren dürften, die Farben an mit „gutem Steingrün“ für die Umfassungswände, mit „lichterem Steingrün“ für die Deckengewölbe. Die Pfeiler bekamen in ihren oberen Teilen eine weißgraue Farbe, das Gestühl einen „eichenbraunen Ölanstrich mit Adern“ und wurde lackiert, die Emporen wurden weiß mit abgesetzten Bronzeleisten gehalten, die achtzehn Emporenbrüstungsbilder von Zacharias Wagner und Sigmund Bergt aus dem Jahre 1625, Begebenheiten aus der Jugend- und Leidensgeschichte Jesu darstellend,
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/38&oldid=- (Version vom 20.2.2026)