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einen Kostenanschlag für den Gesamtumbau der Kirche aufzustellen, den er auf 57 216 Thlr. bezifferte.

Einen heftigen Widerspruch erfuhr Arnolds Umbauprojekt durch Baudirektor Eichberg, dessen Gutachten[1] uns ganz modern anmutet. Er erhob damit ebenso freimütig seinen Protest gegen die beabsichtigte Umgestaltung der Kirche, wie nachträglich gegen die im Jahre 1834 bereits vorgenommene Zerstörung des Alten, wo bei der unternommenen vandalischen Erneuerung der Kirche, wie Eichberg sich ausdrückte, das Innere derselben aller historischen Denkmäler, die an den freien Pfeilern untergebracht waren und in Grabmonumenten mit vergoldetem Schnitzwerk, Wappen, Waffen und sonstigem Schmuck bestanden, verlustig ging und damit aller Staffage bar wurde, die dem Inneren noch einen einigermaßen entsprechenden Charakter verliehen.

Eichberg stellte zunächst die Frage auf, ob mit einer solchen Umgestaltung überhaupt ein wirklich beachtenswertes deutsches Bauwerk seine Ursprünglichkeit wiedererlangte oder nur eine aus der Anlage des Gebäudes selbst nicht motivierte, rein dekorative Kulissenarchitektur oder gotische Imitation hervorgerufen würde. Der ganze Bau sei durch seine ursprüngliche Anlage zum protestantischen Gottesdienste ungeeignet. Er betonte, daß es weder notwendig noch zweckmäßig oder vernünftig wäre, das heutigen Tages auszuführen, was vorhergehende Jahrhunderte nicht tun wollten oder nicht tun konnten. Mit kurzen Worten bezeichnete er in seinen Grundsätzen die zu befolgenden Richtungslinien:

1. Das alte Werk ist in seiner ganzen Vollständigkeit zu erhalten oder zu rasieren und in letzterem Falle ein dem protestantischen Kultus Rechnung tragendes entsprechendes Bauwerk an dessen Stelle aufzuführen

oder

2. die späteren angefügten Gegenstände, selbst wenn sie die Einheit und Harmonie stören, ebenfalls zu erhalten, wenn sie an sich selbst oder beziehentlich ein künstlerisches oder historisches Interesse gewähren.

Es ist daher jedenfalls vorzuziehen, das Äußere der Kirche wiederum mit einem pfleglichen, reinlichen Gewande zu versehen, die schadhaften Konstruktionsteile auszubessern, Dach und Fach in gehörigen Stand und die Anbauten in einen entsprechenden Anblick zu bringen, statt Versuche immer wieder zu erneuern und große dauernde Kosten zu verursachen. Es wird weiter nichts gewonnen, als ein Scheinbild gotischer Ursprünglichkeit, ein gotisches Stück- und Flickwerk.

In einer Sitzung der „Königl. Kommission für hiesige Bauangelegenheiten“ unter dem Vorsitze des Ministers des Innern sprachen sich einige Architekten der hohen Kosten wegen gegen einen Umbau der alten Kirche und für den Bau einer neuen aus, man beschloß jedoch die Instandsetzung der alten Kirche.

Arnold legte ein neues Zweiturmprojekt dem Rate vor, das auch seitens der Baukommission Annahme fand. Das Plenum beschloß am 3. Mai 1864, den


  1. Ratsakten B. II. 111c.
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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/44&oldid=- (Version vom 21.2.2026)