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Umbau der Kirche auf Kosten des Sophienärars durch das Stadtbauamt unter Zuziehung Arnolds als Architekten nunmehr in Ausführung zu bringen.
Arnolds Umbau der Kirche dauerte von 1864–1868. (Taf. XVI.) Der Südturm und die angebauten Betstübchen wurden abgebrochen, seitenschiffartige Gänge und darüber ein System von Strebepfeilern und -bögen errichtet, das Renaissanceportal entfernt. Die neue Fassade erhielt zwei seitliche Treppentürme von je 66,22 m Höhe und eine dazwischen liegende Vorhalle. Durch Öffnung von teilweise verbauten Fenstern, bei denen er das Maßwerk erneuerte, und durch Herstellung von neuen Fenstern führte Arnold der Kirche eine größere und gleichmäßigere Belichtung zu. Alle neuen Bauteile wurden in Sandstein ausgeführt, an den Flächen gelber Postelwitzer, zu den Gliederungen weißer Cottaer Sandstein verwendet. Die verfügbaren Mittel ließen einen verhältnismäßig nur bescheidenen plastischen Schmuck zu. An das Doppelportal der Westseite wurden die Statuen der vier Evangelisten, über dem Portal zu seiten der Fensterrose die lebensgroßen Sandsteinfiguren Heinrichs des Frommen und der Kurfürstin Sophie, für die Bildhauer Schwenk 1100 Thlr. erhielt, in die Giebelfelder der beiden Portale der Nordseite die beiden Reliefporträts von Luther und Melanchthon, im Giebelfeld des Mittelportals der Südseite ein Relief „Christus mit den Beladenen und Mühseligen“ angebracht. Außer Schwenk war an dem plastischen Schmuck der Bildhauer Kietz beschäftigt.
Nach Vollendung der Arbeiten an der Westseite im Jahre 1866 erhielten drei der 1737 aus der Schloßkapelle in die Sophienkirche überführten Glocken in den neuen Türmen ihren Platz. Das Geläut wurde 1868 durch eine vierte Glocke ergänzt. Die älteste Glocke (innere Höhe 32 cm, unterer Durchmesser 41,5 cm) trägt die Inschrift „anno domini . milesimo . CCCCLXXX“.[1] Die beiden anderen älteren Glocken (innere Höhen 66 und 85 cm, untere Durchmesser 87 und 109 cm), 1677 datiert, sind mit einem Relieffries, dem kursächsischen Wappen und dem des Gießers Andreas Herold sowie mit übereinstimmenden Inschriften verziert.
| AB ELECTORE IOHANNE GEORGIO SECVNDO ARX JSTA INSTAVRATA INSIGNITER/ TVRRIS FACTA ALTIOR NOLAEGVE HAE SVSPENSAE DVCES VIVAT RVTA SAXENIA. | ||
| Auf der Vorderseite: I. G. II. H. Z. S. I. C. V. B. C. |
Auf der Rückseite: GOSS MICH | |
| Kursächsisches Wappen M. D. C. LXXVII. |
Wappen ANDREAS HEROLD. | |
Die vierte Glocke von 1868 (innere Höhe 50 cm, unterer Durchmesser 71 cm) ist am oberen Friese bezeichnet mit: Gegossen von Johann Gotthelf Große
- ↑ Bau- u. Kunstdenkm. d. Kgr. Sachsen Heft XXII S. 342, woselbst dieselbe Inschrift einer Glocke der Schloßkapelle nach Wecks Chronik angegeben ist.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 33. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/45&oldid=- (Version vom 21.2.2026)